Pflege: im virtuellen Dialog mit der Bundeskanzlerin

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Paul Abele (92) mit Freiwilligendienstler Jannik Bastillo.

DRK-Heimbewohner und Angehörige berichten Angela Merkel ihre Erfahrungen mit dem Lockdown.

Aalen. "Besonders im Umgang mit Pflegebedürftigen zeigt sich die Solidarität unserer Gesellschaft." Das hat Angela Merkel Ende Oktober in einer Pressekonferenz geäußert. Wie wichtig ihr die Pflege ist zeigt die Tatsache, dass sie dieses Thema in einem ihrer vier Bürgerdialoge aufgreifen wollte. Am vergangenen Donnerstag erkundigte sie sich online bei Pflegebedürftigen, pflegenden Angehörigen und Pflegekräften nach deren aktueller Situation und nach deren speziellem Umgang mit der Corona-Pandemie.

"Die Kanzlerin im Gespräch" mit Pflegebedürftigen, pflegenden Angehörigen und Pflegekräften wurde live auf der Homepage und auf der Facebook-Seite der Bundesregierung übertragen und kann auch jetzt noch auf der Facebook-Seite des DRK-Kreisverbandes Aalen eingesehen werden.

Paul Abele, 92 Jahre, lebt im DRK-Altenpflegeheim in Oberkochen (im Bild mit Jannik Bastillo, Freiwilligendienst-Leistender der DRK-Verwaltung). Er lobte die Pflegefachkräfte und Betreuungskräfte des DRK-Altenpflegeheims Oberkochen. "Die eine ist ein bisschen forscher, die andere ein bisschen liebevoller – aber ich möchte keine missen", berichtete er und brachte die Bundeskanzlerin damit zum Schmunzeln. Er fühle sich "wohlgehütet aufgehoben" in Oberkochen. Das harmonische Zusammensein und die Spielgemeinschaft mit anderen Bewohnern, die sich im ersten Lockdown gegründet hatte, empfindet er als sehr angenehm. Er genieße es, dass diese Spielgemeinschaften auch jetzt noch bestehen.

Dr. Albert Michael Sauter, 57 Jahre alt, pflegt gemeinsam mit seiner Frau seine 91-jährige Mutter zu Hause. Tagsüber ist die Seniorin in der DRK-Tagespflege in Aalen. Große Probleme hatte die Familie, als die Pflegeeinrichtung wegen der Pandemie im Frühjahr geschlossen war. Der alten Dame fehlte die gewohnte Ansprache, die Aufmerksamkeit, die sie in der Tagespflegeeinrichtung genieße. Dies könne die Familie nicht leisten. Sauter hofft auf weiter entwickelte Konzepte, sodass Einrichtungen wie die seiner Mutter nicht wieder schließen müssten. Im Augenblick stehe die Schließung solcher Einrichtungen nicht in der Diskussion, betonte Merkel, "aber es setzt auch voraus, dass alle in einer Gesellschaft aufeinander Rücksicht nehmen und dass wir die Kontakte, die nicht notwendig sind, vermeiden."

Friede Wallentin aus dem DRK-Seniorenzentrum Bopfingen erzählte, sie sei ihren Pflegerinnen und Pflegern sehr dankbar. Die Pflegeeinrichtung, in der sie lebt, habe viele Maßnahmen getroffen, um ihre Bewohnerinnen und Bewohner zu schützen: "Es hat mich beeindruckt, wie die Einrichtung reagiert hat", so die 83-jährige Seniorin. Dazu gehöre auch, dass es möglich sei, ihre Familie zu empfangen. Sie empfinde ihr Leben "reich an Erlebnissen". Positiv an Corona findet sie, wie die Hilfsbereitschaft zwischen den Bürgerinnen und Bürgern in ihrem "idyllischen Bopfingen" gewachsen sei. Als Beispiele nennt sie Einkaufshilfen und Telefonnummern, die man in der Not anrufen könne. Was sie aber alles nicht brauche, antwortete sie auf Rückfrage von Angela Merkel, da sie in ihrem Seniorenzentrum im Paradies lebe – "ich bekomme die Hilfe, die ich benötige und noch so viel mehr".

Ann Sophie Pruchner, 26 Jahre, Pflegedienstleitung und stellvertretende Heimleitung im DRK-Altenpflegeheim Oberkochen wurde ebenfalls von Angela Merkel angesprochen. Sie hob hervor, dass ein Vorteil der Pandemie und des Lockdowns im Frühjahr war, dass sich die Bewohner noch besser kennen lernen konnten. Alles in ihrer Macht stehende taten die Pflegekräfte dafür, ihren Bewohnern das Leben zu erleichtern. Es wurde ein Bewohnerzimmer zum Besprechungszimmer mit Angehörigen "durchs Fenster" umfunktioniert. Es fanden Treffen zwischen den Bewohnern und ihren Angehörigen über den Garten hinweg statt, denn was sie alle vereine sei, dass Personen in der Pflege ihren Beruf ergreifen, "weil ihnen Menschen am Herzen liegen".

Friede Wallentin lebt im DRK-Seniorenzentrum Bopfingen.
Dr. Albert Sauter pflegt seine 91-jährige Mutter.

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