Pilotprojekt: Poller gegen zu viele Autos

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Die ersten Poller sind in der Aalener Innenstadt vor dem Rathaus pilotweise aufgestellt. Das Bild zeigt (v.l.) Yannik Beerhalter, Florian Fredle, Stefan Pommerenke, Thilo Rentschler, Wolfgang Steidle, Reinhard Skusa und Josef Funk.
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Die ersten Pfosten sind bei der Wendeplatte vor dem Rathaus installiert. Wie sie funktionieren, wen sie durchlassen und wen nicht.

Aalen

Das Leben in der Aalener Innenstadt soll weiterhin erhalten bleiben", sagte Oberbürgermeister Thilo Rentschler an diesem Dienstag. Aus diesem Grund hat die Stadt Aalen zusammen mit Aalen City Aktiv (ACA), dem Tiefbauamt und der Firma Schlagenhauf sogenannte mechanische Absperrpfosten pilotweise an der Wendeplatte am Rathaus eingebaut. Weitere Stellen sind im Moment nicht geplant. "Wir hoffen aber dennoch auf Akzeptanz für die Pfosten", sagt Rentschler.

Bereits seit vergangener Woche wurden die Poller installiert und ab diesem Dienstag sind die insgesamt vier Poller schließlich einsatzbereit. Doch was ist Sinn und Zweck dieser Maßnahme? Die Poller sind Bestandteil des 10-Punkte-Programms des Gemeinderats zur Stärkung der Aalener Innenstadt, "um eine dynamische Weiterentwicklung zu schaffen", erklärt der Oberbürgermeister. Und dazu gehöre eben, dass die Innenstadt nicht von durchfahrenden Autos gestört werde. "Die Leute sollen in der Innenstadt einfach wieder ungestört bummeln können."

Nicht unumstritten

Doch der Weg bis hierher war nicht ganz einfach. "Seit zwei Jahren kämpfen wir schon, für diese Poller", sagt Citymanager Reinhard Skusa. Denn vor allem Händler und auch Fahrradfahrer waren skeptisch. "Es gab zuvor viele Diskussionen mit den Händlern in der Innenstadt, doch wir konnten sie schließlich überzeugen", sagt ACA-Vorsitzender Josef Funk. Schließlich habe der Kunde Vorrang und eine Fußgängerzone solle eine Fußgängerzone bleiben. Auch die Fahrradfahrer dürfen weiterhin in die Innenstadt, "doch sie sollten darauf achten, dass sie dabei vom Fahrrad steigen", sagt Rentschler. Für den Lieferverkehr gebe es genug Anliegerstellen, um die Ware abzuliefern. "An den Stellen können sie halten und mit einer Sackkarre die Ware in den Laden bringen", sagt Rentschler.

Die Leute sollen in der Innenstadt einfach wieder ungestört bummeln können.

Thilo Rentschler Oberbürgermeister Aalen

Wie die Poller funktionieren

Die Poller werden über das Handy mit einer Rufnummer gesteuert. "Diese Nummer haben aber nur die Rettungskräfte", erklärt Günter Herzog vom Schlagenhof. Die Nummer sendet ein Signal an den Leitpfosten und der Poller geht runter. "Sobald die Fahrzeuge anschließend drüber gefahren sind, gehen sie automatisch wieder nach oben", sagt er weiter. Es gebe aber auch einen Schlüssel für die Feuerwehr, mit dem sie die die Poller herunterlassen könne, damit mehrere Autos hintereinander durchfahren können.

Unberechtigte haben keine Möglichkeit, die Pfosten zu durchqueren, auch wenn diese die Nummer haben, erklärt Florian Fredle vom Tiefbauamt. "Da die Daten erfasst und jedesmal kontrolliert werden", sagt er.

Auch Unfälle seien laut Amtsleiter des Tiefbauamts, Stefan Pommerenke, ausgeschlossen. Bei Dunkelheit markieren rote Lichter die neu angebrachten Poller.

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