Plätze am Steg kosten voraussichtlich 430 000 Euro

+
Im Gerüst entsteht die Spindeltreppe und der Aufzug für den Steg. Die Plätze um die Spindeln herum sollen an beiden Enden des Stegs gestaltet werden. Kostenpunkt 430 000 Euro. Foto: Oliver Giers
  • schließen

Die Brücke über die Bahngleise kostet geschätzte 10,39 Millionen Euro. Nun kommen noch weitere Posten oben drauf.

Aalen. Die Bezeichnung „Stegplatz“ steht in den Plänen. Auf der Tagesordnung für die Sitzung des technischen Ausschusses des Gemeinderats stand aber nichts davon. Dort war zu lesen: „Baubeschluss für die Flächen südlich der Grünen Mitte und zwischen dem Gebäude Bahnhof 8 und dem P & R Parkhaus“. Tatsache ist aber, dass es unter anderem um die Gestaltung der Plätze an den beiden Enden desStegs über die Bahngleise geht.

Die Brücke kostet nach der aktuellen Berechnung voraussichtlich 10,39 Millionen Euro. Für die Gestaltung der Stegplätze kommen nun noch einmal rund 430 000 Euro oben drauf. Direkt an den Zugängen zum Steg sind auf beiden Sitzgelegenheiten geplant. Darum herum sollen Bäume und Stauden gepflanzt werden. Auf der Stadtovalseite kommt eine Wendeplatte für Autos und Busse hinzu.

Eine Grünfläche südlich der grünen Mitte mit Rasen, Blühwiese und Staudenwiese schlägt mit rund 51 000 Euro zu Buche. Daneben sind weitere Stellplätze für Autos auf dem Stadtoval geplant. Kostenpunkt rund 115 000 Euro. Für überdachte Fahrradstellplätze direkt am Steg auf der Stadtovalseite rechnet die Stadtverwaltung noch einmal mit 250 000 Euro. Mittel für alles zusammen, also rund 845 000 Euro, sind im Haushalt für 2023 eingestellt und dort unter den Ausgaben fürs Stadtoval verzeichnet.

Fördergelder vom Land können laut Stadtverwaltung beantragt werden. Baubeginn soll im März 2023 sein. Die Arbeiten werden voraussichtlich bis August oder September abgeschlossen sein. Im Herbst 2023 ist geplant, die Plätze und Flächen zu bepflanzen.

Die Fraktionen reagierten unterschiedlich auf die Pläne der Stadtverwaltung. Sigrun Huber-Ronecker(Grüne) bemängelte den Standort für die überdachten Fahrradstellplätze. Ihre Fraktion halte den Kulturbahnhof für den geeigneteren Ort dafür. „Wer bitteschön stellt sein Rad vor der Fußgängerbrücke ab?“, fragte sie. Wer mit den Zug fahren möchte, nutze doch eher die Hirschbachunterführung, die auch direkten Zugang zu den Bahnsteigen bietet.

Oberbürgermeister Frederick Brütting antwortete, dass sich die Stadtverwaltung es aber genauso gedacht hatte, nämlich dass Zugreisende ihr Fahrrad auf dem Stadtoval abstellen und dann über den Steg zum Bahnhof gehen. „Die Fahrradabstellplätze am Bahnhof reichen nicht aus“, sagte Brütting. Er schlug vor, bis zur Gemeinderatssitzung alternative Vorschläge für den Standort der Fahrradstellplätze in einem Plan einzuzeichnen und dann darüber zu entscheiden.

„Die CDU kann zustimmen“, sagte Fraktionsvorsitzender Thomas Wagenblast. Die Pläne seien der Schlussstein für die Entwicklung des Stadtovals. Er hofft, dass die Loktankstelle bald nicht mehr benutzt wird und dass die Stadt dieses Areal dann ebenfalls überplanen kann.

„Die SPD findet den Plan sehr ansprechend“, sagte Petra Pachner. Die Fraktion sei aufgeschlossen, über einen alternativen Standort für die Fahrradstellplätze zu sprechen. „Es geht immer noch besser“, sagte sie.

„Wir werden zustimmen“, sagte Claus Albrecht, der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler. Er zeigte sich aber verwundert darüber, dass das Gremium die Pläne erst jetzt zu sehen bekommt. „Ich sehe das schon in direktem Zusammenhang mit der Grünen Mitte“, sagte er. Daher wäre es schön gewesen, auch gleich im Zuge der Beratung zur Grünen Mitte über die weiteren Pläne zu entscheiden.

Christa Klink (Linke) schloss sich den Grünen zum Thema Fahrradstellplätze an.

„Der Bereich hat nichts mit der Grünen Mitte zu tun“, sagte Norbert Rehm(Aktive Bürger). „Es geht um zwei Stegplätze.“ Die Stegplätze seien bei der Kostenberechnung zum Steg vergessenworden „oder passen nicht hinein“. Zu den Fahrradstellplätzen sagte er: „Die gehören nicht dahin, sondern an den Kubaa.“

Am Ende ließ der OB nicht abstimmen. Eine Empfehlung aus dem Ausschuss an den Gemeinderat gibt es damit nicht. Die Entscheidung trifft der Gemeinderat Ende des Monats.

Lesen Sie dazu den Kommentar von Katharina Scholz: Dinge beim Namen nennen

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Kommentare