Politische Stimme für die Schwachen

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Vom Caritas-Direktor Fenger, dem Regionalleiter Mengemann, sowie dem Hausherrn Wolfgang Lohner wurden mit der Silbernen Ehrennadel der Caritas für zehnjährige Ehrenamtsarbeit Bärbel King (rechts) und Inge Simon (Zweite von links) ausgezeichnet. Die Goldene Ehrennadel für über 20jährige Mitarbeit erhielten Vorsitzender Pfarrer Bernhard Richter und für 25 Jahre Erwin Hafner. Foto: privat

Caritas-Direktor Fenger: „Brauchen mehr bezahlbaren Wohnraum.“

Aalen. 25 Jahre Freundeskreis für Wohnsitzlose. Grund, stolze Bilanz zu ziehen, wie es in einer Feier mit vielen Gästen Pfarrer Bernhard Richter als Vorsitzender tat. Mit dem immer noch aktuellen Motto: Wohnunglos ist nicht hoffnungslos.

Nach der Begrüßung durch Caritas-Regionalleiter Markus Mengemann umrissen die beiden Dekane Ralf Drescher und Robert Kloker in ihrem geistlichen Impuls, auf was es Christen ankommen muss: Die Not der Schwachen in unserer Gesellschaft zu sehen. Und sich tatkräftig für sie einzusetzen. „Dazu“, so Dekan Drescher „braucht es auch Mut und Zivilcourage“. Und Gottes Beistand, weshalb Dekan Kloker zum „Vater unser“ bat und passend das am Klavier von David Lohner angestimmte „Großer Gott wir loben dich“ folgte.

Bernhard Richter erinnerte zunächst an den viel zu früh verstorbenen Diakon Ottmar Ackermann als den „Gründer und Motor des Freundeskreises“. Aus der Darstellung der vielen Aktivitäten leitete der Vorsitzende Perspektiven für die Zukunft ab: Die Weiterführung der finanziellen Unterstützung und des Entschuldungsfonds, bei dem kleine Raten zum Ziel führen. Als weitere Schwerpunkte nannte Richter das Maja-Fischer-Haus, in dem fünf Männer untergekommen sind und von Bärbel King betreut werden. Dafür galt ihr Beifall. Schließlich leiste der Freundeskreis mit der würdigen Bestattung von Wohnungslosen einen Beitrag zur Erinnerungskultur, nicht zuletzt durch die Stele mit den Namen der anonym Beigesetzten. „Und wir wollen“, so der Vorsitzende, „auch eine politische Stimme für die Schwachen sein“.

Nachfolger von Ottmar Ackermann zu sein, der große Spuren hinterlassen habe, sei nicht leicht, meinte Martin Kronberger als stellvertretender Vorsitzender und fügte bei: „Gutes tun darf nicht Laune, sondern muss Pflicht für uns sein“. Als Direktor des Caritasverbandes der Diözese, dankte Matthias Fenger für den vorbildlichen Einsatz des Freundeskreises, lobte das Konzept der Caritas in Aalen und lenkte den Blick auf die Notwendigkeit bezahlbaren Wohnraums. Hier gelte es wachsam zu sein und im gemeinsamen Bemühen mit den Behörden nicht locker zu lassen. Dies bestätigten Julia Urtel als Sozialdezernentin des Ostalbkreises und Katja Stark als Sozialamtsleiterin der Stadt Aalen in ihren Grußworten.

Als Mitbegründer des Freundeskreises erinnerte Erwin Hafner an die Schwierigkeiten vor der Eröffnung des Wohnheims in der Braunenstraße. Er sollte als Chefredakteur das Vorhaben verhindern, beugte sich indessen diesem Druck nicht, sondern untermauerte vielmehr die Notwendigkeit dieser Einrichtung mit dem Vorzug der Nähe zur Stadt.

Hafner wies ferner auf den seinerzeit von ihm in Aalen und Umgebung initiierten Aufbau eines Vertriebsnetzes für den Verkauf der bekannten Obdachlosen-Zeitung „Trott-War“ hin. Und er prangerte die Wohnungsleerstände in Aalen an.

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