Polizei hat Radlerinnen und Radler im Blick

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Die Polizisten kontrollieren an der Alten Heidenheimer Straße Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer. Das Ziel: auf mehr gegenseitige Rücksichtnahme aufmerksam machen.
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Welche Regeln gelten für Autofahrer? Was müssen Radler beachten? Die Polizei klärt bei einem bundesweiten Präventionstag auf.

Aalen

Klaus Stürzl steht mit seinen Kollegen in der Alten Heidenheimer Straße und beobachtet die vorbeirauschenden Autos. Der Polizist des Verkehrssicherheitsdiensts in Aalen will Radfahrer und Verkehrsteilnehmer auf Gefahren aufmerksam machen.

Optimales Radfahrwetter, Wind und Regen, ist zwar nicht. Doch die Polizisten konnten sich den Termin nicht selbst aussuchen – bundesweit haben sich an diesem Tag Beamtinnen und Beamte für die Aktion „sicher. mobil. leben – Radfahrende im Blick“ an den Straßen positioniert. Das Ziel: regelkonformes Verhalten aller Verkehrsteilnehmenden in Bezug auf den Radverkehr erreichen und gegenseitige Rücksichtnahme fördern.

Stürzl will mit seinem Team Autofahrern vermitteln, dass sie nicht auf Geh- und Radwegen parken dürfen und 1,5 Meter Abstand beim Überholen eines Rads halten müssen. Bei Fahrradfahrern wollen sie die Ausstattung von Rad & Co. überprüfen. Ältere tragen oft keinen Helm, der sei zwar keine Pflicht, rette aber Leben, sagt Klaus Stürzl, während sein Kollege einen Autofahrer zur Seite winkt. Was er falsch gemacht hat? „Sie sind auf dem Radschutzstreifen gefahren“, erklärt Stürzl. Und weiter: „Die gestrichelte Linie darf nur überfahren werden, wenn Gegenverkehr kommt und es auf der Straße eng wird.“

Radschutzstreifen ist tabu

Eine Strafe muss der Autofahrer nicht zahlen. „Wir klären heute nur auf“, sagt Stürzl – sonst hätte der Fahrer ein Bußgeld von zehn Euro am Hals. „Das ist eine neue Regel, viele wissen das nicht“, erzählt Stürzl und verabschiedet sich.

Er und 65 weitere Kolleginnen und Kollegen haben sich am Mittwoch an 29 Stellen im Bereich des Polizeipräsidiums Aalen für die Präventionskampagne positioniert, wie Polizeisprecher Holger Bienert bilanziert.

Dieser OVA-Bus ist im Ostalbkreis unterwegs und fordert zu mehr Rücksicht im Verkehr auf.

Unfälle nehmen zu

Mehr erzählt über den Zweck der Aktion haben Polizeipräsident Reiner Möller, Landrat Dr. Joachim Bläse und Aalens OB Thilo Rentschler am Vormittag bei einem Gespräch auf dem Spritzenhausplatz in Aalen. „Der Radverkehr nimmt zu und auch die Unfälle mit Radfahrern steigen“, bilanziert Möller (mehr dazu in der Box nebenan). Achtsamkeit könne diese vermeiden. Die Kampagne „Abgefahren – Ra(d)geber Verkehr“ startet daher im Land. Ein Bus der Firma OVA ist mit Logo und Infos dazu beklebt. „Wir tragen so die Botschaft in den Verkehr.“

Je mehr Radwege es gebe, desto wichtiger sei es, auf die Sicherheit zu achten, sagt OB Rentschler und betont: „Radfahren ist ein Baustein für den Verkehr der Zukunft.“

Präventionsarbeit ist Landrat Bläse wichtig. „Jeder muss den toten Winkel kennen, vom Kind bis zum Senior.“ Um Unfälle mit Radelnden zu vermeiden, baut die OVA an die Busse einen Toten-Winkel-Assistenten. Dieser zeige den Busfahrerinnen und -fahrern, ob sich jemand außerhalb des Sichtfeldes befindet. „Das werden bald alle Busse haben“, sagt OVA-Geschäftsführer Ulrich Rau.

Jeder muss den toten Winkel kennen.“

Dr. Joachim Bläse, Landrat

So viele Unfälle gab's 2020 im Kreis mit (E)-Rädern

Unfälle im Ostalbkreis mit Radlerinnen und Radlern 2020:

222 Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Fahrradfahrerinnen und -fahrern gab es – keiner davon kam ums Leben.

47 Radfahrerinnen und -fahrer wurden schwer verletzt, 2019 waren es 36.

150 Radlerinnen und Radler zogen sich leichte Verletzungen zu, 2019 waren es 142.

Unfälle im Ostalbkreis mit E-Bike-Fahrerinnen und -Fahrern im Jahr 2020:

27 Nutzerinnen und Nutzer verletzten sich bei 94 Unfällen schwer, 2019 waren es 22 schwer verletzte Personen.

62 wurden leicht verletzt, das Jahr zuvor lag der Wert bei 34.
Quelle: Polizeipräsidium Aalen

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