Pornobild an 13-Jährige geschickt

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24-jähriger Metzgergeselle aus einer Ostalbgemeinde kassiert Freiheitsstrafe von fünf Monaten auf Bewährung.

Aalen. "Das geht halt gar nicht!", resümiert der Aalener Amtsgerichtsdirektor Martin Reuff. Am Dienstag fällte er das Urteil über den 24-jährigen Angeklagten aus einer Ostalbgemeinde. Dieser kassiert für das Verbreiten von kinderpornografischen Schriften an eine 13-Jährige eine Freiheitsstrafe von fünf Monaten, ausgesetzt auf drei Jahre Bewährung. Zudem muss der Metzgergeselle 800 Euro in monatlichen Raten à 50 Euro an den Hilfsverein Aalen zahlen, ihm wird ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt.

Im August 2017 hat der 24-Jährige einem damals 13-jährigen Mädchen das Bild eines erigierten Glieds via Facebook-Nachricht geschickt. "Völlig unvermittelt", wie Staatsanwältin Alexandra Henning eingangs in ihrer Anklageschrift verliest.

Als die 13-Jährige nicht reagiert, habe er sie in einer Sprachnachricht dazu aufgefordert, zu ihm zu kommen und ihn oral zu befriedigen. Das Mädchen reagiert nicht, blockiert den Facebook-Freund und löscht das Bild. Vertraut sich aber später dem gemeinsamen Kampfsporttrainer an. Der wiederum nimmt Kontakt zu ihrer Mutter auf, die Anzeige bei der Polizei erstattet.

Die Bekanntschaft mit der 13-Jährigen beschreibt der Angeklagte vor Gericht als "oberflächlich". "Ich kann mich nicht mehr erinnern", ist seine erste Antwort auf den Vorwurf. Er sei Epileptiker und in ärztlicher Behandlung. Er schiebt vor, deswegen manchmal nicht zu wissen, was er tue. Was ihm aber weder der Richter, weder Staatsanwältin noch Anwalt abnehmen. Das Alter des Mädchens habe er nicht gekannt. Indes räumt er dann ein, das aus dem Internet kopierte Bild an die 13-Jährige geschickt zu haben.

Dass das Mädchen nach Aussage der zuständigen Polizei-Sachbearbeiterin den Vorfall relativ gut weggesteckt hat, wirkt sich mildernd aus. Nicht so der Eintrag im Bundeszentralregister: Denn der Angeklagte war schon im April 2016 wegen eines vergleichbaren Vorfalls – ein ähnliches Foto ging damals an eine Erwachsene – zu einer Geldstrafe verurteilt worden.

Die Staatsanwältin beantragte eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten auf Bewährung und eine Geldstrafe von 1000 Euro, der Anwalt plädierte für fünf Monate auf Bewährung und 750 Euro. "In Zukunft werden solche Bilder an niemanden mehr verschickt", gab der Amtsgerichtsdirektor dem Angeklagten mit auf den Weg.

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