Präsenzunterricht wirft Fragen auf

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Die Freude in der Unterkochener Kocherburgschule ist groß. Endlich dürfen Lehrerinnen und Lehrer der fünften und sechsten Klassen ihre Schülerinnen und Schüler wieder im Klassenzimmer unterrichten. Das Bild zeigt Nadine Abele (l.) mit ihrer 5a.
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Fünft- und Sechstklässler dürfen seit diesem Montag wieder in die Schule. Während sich die einen darüber freuen, gibt es aber auf der anderen Seite auch große Bedenken.

Aalen

Es ist ein ungewöhnliches Bild auf dem Schulhof des Kopernikus-Gymnasiums in Wasseralfingen (KGW). Neben den Schülerinnen und Schülern der Oberstufe 1 und 2 toben nun die Fünft- und Sechsklässler auf dem Schulhof und spielen mit ihren Freunden. Der Grund: Seit diesem Montag kehren die Schüler dieser Klassenstufen wieder in den Präsenzunterricht zurück. Über diesen Beschluss freuen sich aber nicht alle.

KGW-Schulleiter Michael Weiler betrachtet diese Situation mit großer Sorge. "Wir hätten gerne noch etwas mit dem Präsenzunterricht gewartet", sagt er. Wenigstens bis nach den Osterferien. Denn ein Anstieg der Inzidenzwerte sei schließlich schon jetzt bemerkbar.

Stattdessen muss der Unterricht in der Schule schon jetzt laufen. Jeden Vormittag haben die Schülerinnen und Schüler normalen Unterricht. "Die Mittagsschule fällt für diese Klassenstufe allerdings aus", erklärt Weiler. Zumal der Sportunterricht aufgrund der Corona-Regelung momentan nicht stattfinden kann. Dazu kommt, dass einzelne Klassen nun in zwei Zimmern aufgeteilt werden, "um den Abstand zu gewährleisten", sagt Weiler. Das spanne natürlich mehr Lehrkräfte ein. "Wir müssen dann auch immer planen, wer die Betreuung der anderen Hälfte übernimmt", sagt er.

Doch nicht nur der Schulleiter hat Bedenken, wie es mit dem Präsenzunterricht weitergeht. Auch Alexander Rube, Lehrer und Mitglied des Personalrats, hat das Gefühl, dass der Präsenzunterricht sehr viel Stress mit sich bringe und eine große Unsicherheit herrsche. "Man muss da wirklich schauen, wie wir da hinterherkommen", sagt er. Schließlich unterrichten die Lehrkräfte nun sowohl im Präsenzunterricht, als auch weiterhin im Fernunterricht.

Hinzu kommen noch manche Eltern, "die ihre Kinder daheim lassen, da diese mit Risikopatienten in Kontakt stehen", sagt Rube. "Den Eltern so eine Entscheidung aufzutragen, das geht einfach nicht", meint er.

Freude in der Kocherburgschule

Wir hätten gerne noch mit dem Präsenzunterricht gewartet.

Michael Weiler Schulleiter Kopernikus-Gymnasium

In der Unterkochener Kocherburgschule dagegen ist die Freude auf beiden Seiten groß. Sowohl die Kinder als auch die Lehrkräfte freuen sich wieder auf den Präsenzunterricht.

Allerdings bereitet hier ein anderes Thema große Sorgen. Die Ausstattung mit Selbsttests. "Wir hätten gerne mit dem Start des Unterrichts für die Schülerinnen und Schüler Schnelltests zur Verfügung gestellt", sagt Rektorin Anita Stark. Das sei aber im Moment leider noch nicht möglich. Getestet werden aktuell nur die Lehrkräfte. Vom Stundenplan her ändere sich dabei aber wenig. "Es gelten wieder die normalen Stundenpläne", erklärt sie. Auch hier müsse der Lehrer ständig vom Präsenz- in den Fernunterricht wechseln. Die Hoffnung sei aber groß, dass auch bald die anderen Klassenstufen wieder ins Schulgebäude zurückkehren können.

Was halten denn eigentlich die Schülerinnen und Schüler vom Präsenzunterricht? Die Meinungen gehen auseinander. "Ich finde den Präsenzunterricht auf jeden Fall besser, als die ganze Zeit beim Homeschooling zuhause alleine vor dem Computer zu sitzen", sagt eine Schülerin. Eine andere Schülerin wiederum findet den Fernunterricht besser. "Ich mag das Homeschooling, da bin ich zuhause und muss in der Pause nicht in der Kälte stehen." Nach wie vor ist aber die digitale Ausstattung daheim noch ein großes Thema. "Zuhause ist dann auch mal das Internet weg oder der Drucker funktioniert nicht, da ist es für mich besser in die Schule zu gehen", meint eine Schülerin.

Erleichtert darüber, dass nun auch die Fünft- und Sechstklässler in den Präsenzunterricht können, ist OB Thilo Rentschler. "In der Schule nehmen wir alles mit, was wir fürs spätere Leben brauchen." Man könne diese Zeit nicht nachholen. Die Stadt als Schulträger habe über 50 Lüftungsgeräte angeschafft und zusammen mit den AHA-Regeln, sei er sicher, dass die Schule nicht zum Hotspot werde, sagt Rentschler.

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