Prostitution: Wer profitiert eigentlich?

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Ostalb-Bündnis lud zu Vortrag und Diskussion. MdB Leni Breymaier: Druck machen für Gesetzesänderung.

Aalen. „Prostitution ist weder Sex noch Arbeit!“ Eine Aussage, die die mehr als 50 teilnehmenden Männer und Frauen beim Online-Treffen des Ostalb-Bündnisses bei einem Vortrag über das „Nordische Modell“ bewegte.

Nach der Begrüßung durch die Beirätin und Chancengleichheitsbeauftragte des Ostalbkreises, Carmen Venus, sprach Dr. Inge Kleine, Lehrerin, Wissenschaftlerin sowie Aktivistin bei Kofra München, Stop Sexkauf! und abolition 2014 zum Thema.

Dr. Inge Kleine gilt als ausgewiesene Kennerin der Situation. Sie machte deutlich, dass Städte und Gemeinden Möglichkeiten hätten, das System Prostitution kritisch zu sehen und bei Verstößen gegen geltende Satzungen, etwa im Sperrbezirk, auch den Fokus auf die Sexkäufer zu legen und sie in die Verantwortung zu nehmen. Menschen in der Prostitution befänden sich oft in prekären Situationen, es gebe viele Profiteure in der Sexindustrie.

Bevor es in die Diskussion ging, gab Bündnispartnerin und Gründerin des Vereins „Sisters für den Ausstieg aus der Prostitution“, die Aalener SPD-Bundestagsabgordnete Leni Breymaier, einen Überblick zur aktuellen Situation im Bundestag. CDU- und SPD-Fraktion konnten sich in einigen Bereichen zu Änderungen im Prostituiertenschutzgesetz annähern. Grundlegende Entscheidungen seien wohl in den verbleibenden Sitzungswochen nicht mehr zu erwarten. Dennoch gelte es, nicht die Konstellation der neuen Regierung abzuwarten, sondern nach wie vor Forderungen zu formulieren und zu adressieren, so Breymaier. Wenn Veränderungen erfolgen sollen, dann müsse die Zivilgesellschaft aktiv werden und die Kommunikation mit Politikerinnen und Politkern suchen. Nur wenn Druck aus der Bevölkerung komme, dann bewege sich Politik.

Die Ostalbbündnis-Mitgründerin Claudia Köditz-Habermann bestätigte: Das Ostalb-Bündnis ist das beste Beispiel dafür, was engagierte Bürgerinnen und Bürger in ihrer Kommune bewegen können.

Während der folgenden Diskussion wurden Mythen zur Prostitution angesprochen und immer wieder darauf verwiesen, dass Prostitution per se Gewalt sei. Ohne Angebot keine Nachfrage – Schweden hat sich vor 20 Jahren für ein Sexkaufverbot entschieden, viele europäische Länder sind gefolgt. Es hat ein Perspektivwechsel stattgefunden – für junge Menschen in diesen Ländern ist Sex gegen Geld keine Option.

Mehr Infos unter www.ostalb-buendnis.de. Fragen per Mail an info@ostalb-buendnis.de

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