Protest gegen die klingenden Glocken von Heilig-Kreuz im Aalener Hüttfeld

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Die drei Glocken der evangelischen Markuskirche, die künftig im Turm der Heilig-Kreuz-Kirche läuten.
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Warum der Turm des Gotteshauses saniert wird, was das mit den drei Glocken der Markuskirche und dem Guss einer neuen Glocke zu tun hat und wie eine neue Bürgerinitiative reagiert.

Aalen

Er wird saniert: der Turm der Heilig-Kreuz-Kirche im Hüttfeld. Dort sollen künftig die drei Glocken der evangelischen Markuskirche, die abgerissen wird, läuten – plus einer neuen, frisch gegossenen vierten Glocke. Weithin sichtbares Zeichen für die Bauarbeiten sind das Gerüst sowie das grüne Baunetz. Nicht sichtbar sind die Spannungen im Quartier, die eben jene Glocken erzeugt haben. „Es hat sich spontan eine Bürgerinitiative gegen die Glocken der Heilig-Kreuz-Kirche gebildet“, erzählt Pfarrer Wolfgang Sedlmeier. Man habe der Salvatorgemeinde, zu der Heilig-Kreuz zählt, mangelnde Transparenz vorgeworfen.

„Die Glocken und das damit verbundene Geläut haben in der Nachbarschaft Ängste geweckt“, sagt Helmut Erhardt, der das Vorhaben katholischerseits betreut und die Idee für die evangelische Glockenspende hatte. Es habe eine Unterschriftenliste mit 64 Namen gegen den „Glockenlärm“ gegeben, die inzwischen an OB Frederick Brütting übergeben worden sei.

Wann wird geläutet?

„Wir haben drei Mal so viele Spender aus dem Viertel, und weitere darüber hinaus, die die Glocken-Aktion unterstützen“, betont Erhardt. Der ehemalige Laienvorsitzender der Gemeinde beschwichtigt aber gleich. Mittlerweile habe sich die Aufgeregtheit gelegt. „Wir haben den Dialog gesucht und mit Fakten gepunktet“, sagt Pfarrer Sedlmeier. Damit gemeint ist, dass die Glocken nicht jede Stunde, wie bei einem Uhrturm, läuten. „Wir läuten zum Angelusgebet und zu den Gottesdiensten am Wochenende“, erklärt Erhardt. „Diese Läutezeiten sind im Rahmen“, betont Sedlmeier. Zumal das Angelusläuten eigentlich um 6, 12 und 18 Uhr geschehe. „Wir haben im Kirchengemeinderat beschlossen, auf das frühe Läuten um 6 Uhr zu verzichten“, sagt die gewählte Vorsitzende Waltraud Ensle. Hinzukäme das Gottesdienstläuten sonntags um 10.30, um 18.30 bzw. um 19 Uhr.

Sanierung des Kirchturms

Und auch bei der Sanierung des Kirchturms ist das Geläut ein Thema. „Wir installieren Schallläden, die den Ton in die Glockenstube zurückwerfen, um ihn zu mischen“, erklärt Erhardt. Der Bauexperte spricht davon, dass er deshalb nah und fern gleich laut zu hören sei. Und Pfarrer Sedlmeier fügt hinzu, dass die vier Glocken an Jochen aus Eiche hängen, der Glockenstuhl aus demselben Holz gebaut sei und all das für einen runden Ton sorge. Doch nicht nur Glockenstuhl, Joche, Schwungräder und Jalousien werden eingebaut. Die Elektrik wird erneuert, das Turmdach abgedichtet sowie der Boden saniert.

Termine

Eine Baustellenbesichtigung ist am 15. Mai, 14 Uhr, geplant. Da könnten die Anwohner und Interessierte sehen, was passiert, sagt Sedlmeier. Noch alles ohne Glocken.

Die neue, vierte Glocke, wird demnächst gegossen. Noch steht der Termin dafür nicht fest. Fest steht hingegen die Glockenweihe am 10. Juli.

Das Patrozinium der Kirche ist am 14. September. Am Sonntag darauf, dem 18. wird es gefeiert und gleichzeitig das Geläut mit allen vier Glocken offiziell in Betrieb genommen. „Das ist für uns gleichzeitig der Auftakt des Jubiläums 150 Jahre katholische Kirche in Aalen“, kündigt Pfarrer Sedlmeier an.

Kosten

Die Installation der Glocken kostet 40 000 Euro, die aus Spenden finanziert werden müssen; die Turmsanierung 153 000 Euro, die mit 60 Prozent - 96 500 Euro – von der Diözese gefördert wird.

Spenden erbeten an die katholische Kirchengemeinde  Aalen,

Stichwort: Heilig-Kreuz-Kirche Glocken,

Kreissparkasse   Ostalb
IBAN: DE 15 61450050 0110 0044 08

Die Glocken und das damit verbundene Geläut haben in der Nachbarschaft Ängste geweckt.“

Helmut Erhardt, Ideengeber
Der Turm der Heilig-Kreuz-Kirche im Aalener Hüttfeld wird saniert. Bei einem Gespräch haben Pfarrer Wolfgang Sedlmeier (v.r.), Laienvorsitzende Waltraud Ensle und Bauexperte Helmut Erhardt die Details erläutert – vor allem wie es um die Glocken steh

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