Pumptrack in Wasseralfingen: Mountainbiker kritisiert Bürgermeister scharf

+
Anderswo in der Region sind mehrere Pumptrackanlagen realisiert worden. In Wasseralfingen geht es im Moment nicht voran.
  • schließen

Das Projekt bei der DJK kommt nicht voran. Markus Baur macht seinem Ärger Luft.

Aalen. Gleich zu Beginn der vergangenen Gemeinderatssitzung ging es hoch her. Markus Baur, der Vorsitzende des Funsportvereins Aalen und Abteilungsleiter Radsport bei der DJK Wasseralfingen, brachte seine Kritik in der Bürgerfragestunde vor.

Er äußerte seinen Unmut darüber, dass es im Moment mit der geplanten Pumptrackanlage und dem Dirtpark auf dem Gelände der DJK nicht vorangehe und kritisierte Zweiten Bürgermeister Karl-Heinz Ehrmann scharf. Unter anderem warf Baur dem Bürgermeister vor, Versprechen nicht eingehalten, ihn persönlich angegangen zu haben und sogar Erpressung vor.

Ehrmann antwortete, dass man alles dafür tue, diese Anlage zu realisieren. Doch im Moment laufe ein baurechtliches Verfahren. Anscheinend haben Anwohner Widerspruch eingelegt, weil sie sich wohl wegen des zu etwaigen Lärms Sorgen machen. „Um unsere Position zu stützen, haben wir ein Lärmgutachten in Auftrag gegeben“, sagte Ehrmann. „Das Ergebnis ist heute Eingegangen.“ Nun müsse man es prüfen.

Oberbürgermeister Frederick Brütting sprang Ehrmann bei und wies die Vorwürfe Baurs zurück. „Das ist der Sache überhaupt nicht dienlich“, sagte der OB und fügte an, dass im Moment in Aalen viel getan werde für die Belange der Mountainbiker. Erst vor Kurzem hat er zwei Mountainbike-Manager-Stellen im Rathaus eingerichtet.

Von der Grünen-Fraktion meldete sich Ralf Meiser zu Wort. Baur nannte er einen hoch engagierten und erfolgreichen Sportler. Aus seinen Worten spreche nun viel Frustration. „Diese Frustration hätte so gar nicht entstehen dürfen“, sagte Meiser. Mangelnde Kommunikation macht der Grünen-Stadtrat vor allem dafür verantwortlich. „Es wurde nicht kommuniziert, es wurde einfach gemacht“, sagte Meiser. Auch, dass Anwohner Widerspruch eingelegt hätten, sei nicht kommuniziert worden. „Jetzt bricht eine neue Ära an, das spüren wir alle.“ Gemeinsam müsse man diese Dinge nun angehen.

SPD-Stadträtin und Wasseralfinger Ortsvorsteherin Andrea Hatam wandte sich an Baur: „Sie wissen, dass Ortschaftsrat, Gemeinderat und Verwaltung hinter dem Projekt stehen.“ Dass es noch nicht umgesetzt wurde, sei bedauerlich. Das Lärmschutzgutachten sei früher erwartet worden. „Die Frustration ist mehr als verständlich, trotzdem müssen wir die Sache konstruktiv angehen“, sagte Hatam. Thomas Wagenblast signalisierte seitens der CDU-Fraktion Unterstützung für das Projekt.

Wenn die Idee realisiert wird, wäre es der größte Bikepark im Umkreis von rund 50 Kilometern: der Dirtpark mit angegliedertem Pumptrack, den der Funsportverein Aalen gemeinsam mit der DJK Wasseralfingen auf dem vereinseigenen Gelände der DJK am Schimmelberg plant.

Die Rede ist von einem rund 5500 Quadratmeter großen bisher ungenutzten Gelände, parallel zu den bestehenden Tennisplätzen der DJK. Gedacht ist an einen etwa 250 bis 500 Quadratmeter großen Pumptrack – ein für jeden zugänglicher Mountainbike-Rundkurs mit unterschiedlich hohen Bodenwellen; und an einen angedockten Dirtpark für Vereinsmitglieder mit Erdhügeln und Holzrampen für jeden Schwierigkeitsgrad.

Katharina Scholz

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Mehr zum Thema

Kommentare