Puppen sollen Kinder stark machen

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Sie nähen ehrenamtlich Puppen: Margitta Schmidt, Maria Milson und Erna Messner (von links).

Für das Präventionsprojekt "Max Besser" werden Puppen verwendet. Eigentlich sollten Max und Maxi gemeinsam mit Schülern genäht werden. Doch dann kam Corona.

Aalen

Die eine Puppe hat langes Haar aus gelben Wollfäden, die andere trägt ein rotes Shirt mit einem großen M darauf. Maxi ist eine freche Göre und Max ist schüchtern, so charakterisiert Andreas Schumschal von der Koordinationsstelle Prävention im Landratsamt die beiden Handpuppen.

Der Sozialpädagoge ist Mitautor und Koordinator des Präventionsprojekts "Max Besser", das überarbeitet und neu aufgelegt wurde. Das Programm ist für Grundschüler und Kindergartenkinder konzipiert und soll die soziale Kompetenz fördern, Selbstwertgefühl und Zivilcourage stärken. Weitere Themen sind der Umgang mit Sprache und Gefühlen, die verantwortungsvolle Nutzung der Medien und das Kennenlernen verschiedener Kulturen. "Die Puppen Max und Maxi sind Teil des Projekts, stellen etwa in kurzen Szenen ein Thema vor", erklärt Andreas Schumschal. "Sie sind wichtige Identifikationsfiguren für Kinder."

Max und Maxi entstehen in ehrenamtlicher Handarbeit. Und hier kommen Christine Class und ihre Nähgruppe vom Galgenberg ins Spiel. Geplant war ursprünglich, die Puppen gemeinsam mit Schülern der 9. Klasse der Schillerschule zu nähen. Dafür fand die Supervisorin aus der Mohlstraße eine Handvoll Frauen aus der Nachbarschaft, die nähen konnten und auch bereit waren, in die Schule zu gehen. "Eine Herausforderung, die Coaches waren zwischen 30 und 77 Jahren", sagt Class, die Wert auf intergenerative Aktionen legt.

Leider konnten die Frauen nur zweimal die Schule besuchen und die Jugendlichen anleiten, dann war wegen Corona Schluss. Die Frauen nähten in Eigenregie weiter, unterstützt von Margitta Schmidt.

Keine Augenbrauen, kein Mund

Wir sind froh über das Engagement der Frauen.

Andreas Schumschal Koordinatior "Max Besser"

Die Schneidermeisterin und Bekleidungstechnikerin hat die Puppen entwickelt und die Schnitte der Kleidungsstücke entworfen. Zudem eine Nähanleitung erstellt. Die Figuren bekommen lediglich Augen – keine Augenbrauen, keinen Mund. "Damit sind sie offen für alle Emotionen", erklärt Margitta Schmidt. Sie hilft den Frauen bei der Herstellung der Puppen. Die ist aufwendig: Etwa 20 Stunden Arbeit stecken in einer Figur. Allein für Maxis üppige Haarpracht werden über zwei Stunden benötigt.

"Wir sind froh über das Engagement der Frauen", lobt Schumschal. Das Programm "Max Besser" laufe gut und werde häufig nachgefragt. Es gebe einen Riesenbedarf, auch über den Ostalbkreis hinaus. Er habe Anfragen aus Österreich und der Schweiz, erzählt der Sozialpädagoge. "Diese Puppen sind das Highlight", freut sich Schumschal.

Auch wenn Class bedauert, dass die Puppen nicht zusammen mit Schülern entstehen können – ein generationenübergreifendes Projekt ist es trotzdem. Spätestens dann, wenn die freche Maxi und der schüchterne Max in die Schulen kommen und in den Händen der Lehrerinnen und Lehrer lebendig werden.

Infos zum Projekt: www.ostalbkreis.de

Sie nähen ehrenamtlich Puppen: Margitta Schmidt, Maria Milson und Erna Messner (von links).

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