Purzelbaum: So geht's weiter

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Prägt seit Jahrzehnten die "Mitte" des Aalener Wohngebiets Pelzwasen: Der Kindergarten "Purzelbaum" neben der Martinskirche. Diese Mitte wird jetzt umstrukturiert – zuerst wird das alte Kindergartengebäude abgebrochen.
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Rat befürwortet städtischen Zuschuss von 1,7 Millionen Euro für Kita-Neubau im Pelzwasen. Nur Friedrich Klein (FDI) ist skeptisch.

Aalen

Großer Umbruch im "Zentrum" des Pelzwasens: Bis Frühjahr 2019 soll der Abriss des Kindergartens Purzelbaum vollzogen, und das nebenstehende Gebäude der Martinskirche zum Kindergarten umfunktioniert sein. Es ist lediglich eine Zwischenlösung, die solange als Überbrückung dienen soll, bis der geplante neue Modulbau-Ersatz für den dreigruppigen Kindergarten steht.

Träger und "Bauherr" der Kita ist die evangelische Kirchengemeinde. Gleichzeitig entsteht ein 100 Quadratmeter großer Mehrzweckraum, der doppelt genutzt werden kann: erstens von der evangelischen Kirchengemeinde als Gemeinderaum und als Turnraum für die Kita. Und zweitens von der Siedlergemeinschaft, die ihn für Veranstaltungen mieten kann. Zudem erhält die Siedlergemeinschaft ein extra Büro. Außerhalb ist eine Spielfläche und eine befestigte Freifläche vorgesehen.

Es ist vorgesehen, dass der Mehrzweckraum und das Büro der Siedlergemeinschaft im Eigentum der Wohnungsbau Aalen bleiben, die wiederum die Kosten trägt.

Den städtischen Zuschuss an den Gesamtkosten für den Neubau der Kita samt Zwischenlösung in der Martinskirche von insgesamt 2,5 Millionen Euro hat der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause einstimmig genehmigt. Demnach trägt die Stadt einen Anteil von 1,7 Millionen Euro.

Was nacheinander auf dem ehemaligen Gelände der evangelischen Kirche im Pelzwasen passiert, hat Wohnungsbaugeschäftsführer Robert Ihl vor kurzem bei einer Rundfahrt des Aufsichtsrats der Wohnungsbau vorgestellt. Grundlage für die Planung: Die städtische Tochter hatte vor wenigen Jahren das 6600 Quadratmeter große Gelände rund um die Martinskirche von der evangelischen Kirchengemeinde erworben.

Sobald im September das neue evangelische Gemeindehaus in der Stadt eröffnet, sollen die Bauarbeiten im Pelzwasen beginnen: der Abriss des alten Kindergartens und der Umbau der Kirche in einen Interimskindergarten. Beim neuen Kita-Gebäude plant die Stadt mit einer Bauzeit von eineinhalb Jahren. In dieser Zeit, also von März 2019 bis September 2020, wird die Kita in die Martinskirche verlegt.

Das ist ein gutes Signal an den Siedlerverein.

Hedwig Wunderlich Gemeinderätin (Bündnis 90/Grüne)

Seitens der CDU-Fraktion begrüßte Günter Höschle diese Lösung. Er nannte es eine "gute Sache", dass die evangelische Kirchengemeinde mit der städtischen Wohnungsbau kooperiert.

Petra Pachner (SPD), selbst Pelzwasenbewohnerin, lobte die "gute Abstimmung" zwischen Stadt, Wohnungsbau, Kirchengemeinde und Siedlergemeinschaft. Der derzeitige Generationswechsel im Pelzwasen, verbunden mit immer mehr Kindern im Wohnviertel, unterstreiche den langfristigen Bedarf einer eigenen Kita, meinte sie sinngemäß.

Klein streut Salz in die Wunde

Auch Hedwig Wunderlich (Grüne) freut sich "nach den sehr langen Verhandlungen" über diese Lösung. Diese sei ein gutes Signal an den Siedlerverein – wenn man sich auch eine größere Kita gewünscht hätte.

Nur Prof. Dr. Friedrich Klein von der Fraktion zur Durchsetzung des Informationsrechtes (FDI) streute Salz in die Wunde. "Es gibt nicht nur Gewinner, sondern auch viele Verlierer", behauptete er. "Es gibt dort keine Parkplätze, zudem ist das künftige Gelände, das den Kindern zur Verfügung steht, kleiner als das bestehende." Weiter erinnerte Klein an die Unterschriftenaktion für den Erhalt der Martinskirche: 2013 hatten sich 700 Bewohner des Pelzwasens und Grauleshof dafür eingesetzt. "Was uns jetzt als Ersatz präsentiert wird, kann man nicht als Ersatz bezeichnen", polterte Klein.

Als OB Thilo Rentschler ihn bat, "zur Sache zu sprechen", sprang Klein kurzerhand wütend von seinem Sitz auf.

Neubau bei der Martinskirche – wer was zahlt

Neuer Wohnbau: Zwölf Millionen Euro will die Wohnungsbau Aalen auf diesem Gelände der Martinskirche investieren: in den Bau von zwölf Reihenhäusern und 37 Wohnungen, zehn davon sind gefördert. Die Wohneinheiten sollen von 2020 bis 2022 gebaut werden.

Die neue Kita kostet 2,4 Millionen Euro. Das Land beteiligt sich an den Kosten mit 90 000 Euro, die Stadt Aalen gibt 1,7 Millionen Euro, der evangelischen Kirchengemeinde verbleibt ein Anteil von 692 700 Euro.

Die Zwischenlösung für die Kita in der Martinskirche kostet 101 000 Euro. Die Stadt übernimmt 70 700 Euro, 30 300 Euro ist der Eigenanteil der Kirche. UW

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