Quartier: Christine Class bringt Menschen zusammen

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Christine Class widmet viel Zeit der Arbeit im Wohnquartier auf dem Galgenberg.
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Sie kümmert sich um Probleme in der Nachbarschaft und hat zahlreiche Projekte ins Leben gerufen. Die Ideen gehen ihr nicht aus.

Aalen

Noch nie habe sie nicht ehrenamtlich gearbeitet, sagt Christine Class über sich selbst. Bereits als Kind habe sie Gemeindeblätter ausgetragen und für die Mission gesammelt, im Schwarzwald, wo sie aufgewachsen ist. Seit 40 Jahren lebt sie in Aalen. Was sie dort ehrenamtlich leistet und geleistet hat, passt nicht ins Gespräch von eineinhalb Stunden an diesem Vormittag, an dem die SchwäPo bei ihr auf dem Galgenberg zu Besuch ist. Ebenso wenig passt es in einen Artikel.

Möglich ist es höchstens ein paar Beispiele zu nennen: Der ambulante Hospizdienst geht auf sie zurück, die interkulturelle Woche hat sie initiiert. Sie und ihr Mann Christoph haben Weihnachten gefeiert mit Menschen, die sonst allein gewesen wären. „Es ist noch Raum in der Herberge“ haben die beiden das überschrieben. Elf Jahre leiteten die beiden außerdem den interkulturellen Garten geleitet.

Ganz aktuell arbeitet Class mit den „Weltkindern“ vom Galgenberg. Medina, Sonja, Jasmin und Johanna sind vielfältig engagiert, unter anderem sammeln sie Spenden, um in Aalens türkischer Partnerstadt Antakya Bäume zu pflanzen. Denn dort haben Waldbrände gewütet. „Ich fand das so toll, dass eine Neunjährige an unsere Partnerstadt denkt“, sagt Christine Class.

Toll fand sie auch, wie Medina neulich beim Quartiersrundgang die Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßte und OB Frederick Brütting eine Frage stellte. Viel Lob habe das Mädchen dafür bekommen und sich darüber gefreut. Und wenn sich jemand freut, dann freut sich Christine Class. Dass sie immer wieder viel zurückbekommt, betont sie im Gespräch. „Meine Eltern haben mich zur Mitmenschlichkeit erzogen“, sagt sie. Gelernt hätte sie von ihnen, keinen Unterschied zu machen. Menschen zu helfen, unabhängig von Alter, Herkunft oder Religion. In Marokko hat Christine Class Entwicklungshilfe geleistet und mit ihrem Mann Waisenkinder betreut.

Die studierte Pädagogin arbeitet seit 1988 als Supervisorin. Sie berät Führungskräfte, Teams oder einzelne Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei Problemen. In ihrer Nachbarschaft vermittelt sie ehrenamtlich bei Problemen und kleineren Streitigkeiten. Oder sie bringt Menschen einfach zusammen, vermittelt eine Babysitterin, findet Frauen, die für ein Projekt Puppen zur Gewaltprävention nähen oder organisiert, dass zwei Frauen aus der Nachbarschaft gemeinsam zum „Café auf dem Galgenberg“ gehen. Das findet nun neuerdings immer am letzten Freitag im Monat von 15 bis 16 Uhr in der Cafeteria der Schillerschule statt. Christine Class stattet außerdem ehrenamtlich Besuche zum Geburtstag ab und gibt Nachhilfe.

Eines fällt ihr auf: Immer schwieriger werde es, andere Menschen für ehrenamtliche Arbeit zu gewinnen. Bei älteren Menschen sei es leichter. „Das Gemeinwohl war früher eher im Bewusstsein“, sagt sie. Früher habe es dazu gehört, sich ehrenamtlich zu engagieren.

Die Ideen für weitere Projekte gehen ihr noch lange nicht aus, die Lust ebenfalls nicht. Gemeinsam mit Studenten der Hochschule und dem Amt für Soziales möchte sie gerne einen Kurs für Senioren anbieten, in dem sie lernen können, ein Tablet zu bedienen und lernen, wozu sie es nutzen können.

Davon, dass verschiedene Generationen von einander lernen können, ist Christine Class überzeugt. „Jüngere können von Älteren etwa den Umgang mit Konflikten lernen“, sagt sie. Ziel bei allen ihren Bemühungen ist es, den Galgenberg zu stärken und das ganze Quartier zusammenzubringen. Dazu gehören auch der Rötenberg, die Heide, der Hirschbach und das Stadtoval. Als weiteres Ziel nennt sie: „Den Frieden in der Stadt sichern.“

Meine Eltern haben mich zur Mitmenschlichkeit erzogen.“

Christine Class, kümmert sich um die Nachbarschaft

Termine im Quartier

  • Weitere Rundgänge mit OB Frederick Brütting im Quartier Q03 (Rötenberg, Galgenberg, Hirschbach, Heide und Stadtoval ):
  • Montag, 4. April, 17.30 Uhr, Treffpunkt am Interkulturellen Garten
  • Montag, 25. April, 17.30 Uhr, Treffpunkt am Treffpunkt Rötenberg
  • Anmeldung erforderlich unter quartiersentwicklung@aalen.de
  • Café auf dem Galgenberg: Immer am letzten Freitag im Monat von 15 bis 17 Uhr in der Cafeteria der Schillerschule.
Christine Class und ihr Schwarzes Brett des Galgenberg. Seitlich an Ihrem Schuppen, für jeden erreichbar hat sie Informationen über das Quartier angepinnt.
Christine Class widmet viel Zeit der Arbeit im Wohnquartier auf dem Galgenberg.

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