Radsport Gaiser in Aalen mit neuem Chef

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Wendelin Gaiser (links) übergibt sein Radsportgeschäft zum 1. Oktober an Fabian Benesch.
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Gründer Wendelin Gaiser übergibt das Fahrradgeschäft mit Werkstatt an seinen Mitarbeiter Fabian Benesch.

Aalen

Fabian Benesch heißt der neue Inhaber von Radsport Gaiser in Aalen. Der 32-Jährige ist den Kunden des etablierten Fahrradgeschäfts bestens bekannt. Als Leiter der Werkstatt und im Verkauf arbeitet er schon seit zehn Jahren an der Seite von Betriebsgründer Wendelin Gaiser, der Ende dieses Monats in den Ruhestand geht.

„Nach 48 Jahren Arbeit und 37 Jahren Selbstständigkeit wird es Zeit“, sagt Wendelin Gaiser, der sich „mit einem lachenden und einen weinenden Auge“ aus seinem Geschäft in der Oberen Bahnstraße verabschiedet. Immerhin hat er mehr als 30 Jahre lang Fahrräder verkauft und repariert. Er hat den Mountainbike-Boom erlebt und andere neu aufkommende Trends wie die Alurahmen, die vielen Gänge, die vollgefederten Räder.

Seit rund 15 Jahren sind es die Elektroräder. „Ich habe sofort und als einer der ersten auf dieses Pferd gesetzt“, sagt Gaiser: „Da waren E-Räder noch als Rentnerfahrzeuge verschrien.“ Zu Unrecht, wie heute alle wissen: Rund 70 Prozent der rund 800 Räder, die Gaiser jährlich verkauft, sind heute elektrisch angetrieben.

Gaiser, vor 63 Jahren in Aalen geboren und als eines von sieben Kindern einer Arbeiterfamilie im Pflaumbach aufgewachsen, lebt heute in Wasseralfingen. Er war Gleitschirmflieger, Amateurboxer und Ringer. Und er lebt seinen Beruf. „Räder, die ich meinen Kunden verkaufe, habe ich auch selbst ausprobiert." Die Radsportbegeisterung veranlasste den Mechanikermeister in den 80er-Jahren, in seiner eigenen Metallbau-Schlosserei in der Carl-Zeiss-Straße Räder anzubieten. „Ich wollte mir damals selbst ein Fahrrad kaufen, aber ich merkte: Da fehlt es in der Beratung“. Das konnte er besser. Weil der Radverkauf gut lief, trennte er sich von der Schlosserei und konzentrierte sich auf das Geschäft mit den Drahteseln. Zuerst in einem Nebenzimmer in der Stuttgarter Straße 27, seit elf Jahren am Standort des ehemaligen Autohauses Ilg in der Oberen Bahnstraße.

Mit Wendelin Gaiser verabschiedet sich auch seine Ehefrau Carmen Gaiser, die für Zubehör und Buchhaltung zuständig war, aus dem Betrieb. Die Corona-Pandemie hat dort viel verändert. „Brutal“, fällt Wendelin Gaiser dazu ein. Im Lockdown musste er den Laden vorübergehend schließen. Danach aber setzte ein riesiger Ansturm ein – viele haben in der Pandemie das Radfahren entdeckt. Und dann die langen Lieferzeiten: Er habe sich zwar besser mit Ware eingedeckt als viele andere Händler, dennoch seien Fahrräder und Ersatzteile derzeit nur sehr schwer und langsam zu bekommen.

Im Ruhestand hat Wendelin Gaiser Zeit zum Reisen, er hilft seiner 26-jährigen Tochter beim Bau - und natürlich schwingt er sich aufs Rad. Zu seinen Schätzen zählt ein Gravelbike, ein voll gefedertes Mountainbike mit Bosch-Motor und goldener Klingel, das er stolz präsentiert.

Der Name Radsport Gaiser bleibt, auch wenn ab 1. Oktober Fabian Benesch den Laden schmeißt. Der Dalkinger ist gelernter Straßenwärter und hat bei der Handwerkskammer die notwendigen Prüfungen abgelegt, um meisterähnliche Tätigkeiten auszuführen. „Das Schrauben liebt mir“, sagt er über seine Motivation. Unterstützt wird der zweifache Familienvater von seiner Frau Andrea Benesch. Die beiden Angestellten in der Werkstatt von Radsport Gaiser bleiben an Bord: Verstärkung wird dringend gesucht.

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