Randaliert die Jugend häufiger?

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Diese Bilder vor acht Tagen bleiben in Erinnerung: Eine illegale Spritztour von Jugendlichen mit einem gestohlenen Fahrschulauto endete an einem Baum.
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Hat die Corona-Krise etwas damit zu tun, dass Jugendliche häufiger auffällig werden? Was die Polizei dazu sagt.

Aalen. Randale, Spritztouren mit gestohlenen Autos, Diebstahl: In der vergangenen Woche berichtete die Polizei fast täglich von jugendlichen Straftätern. Subjektiv betrachtet ist es besonders auffällig: Im Coronasommer randalieren die Jugendlichen häufiger. Aber ist das tatsächlich so?

"Diese Fälle gibt es immer wieder", sagt Polizeisprecher Bernd Märkle auf Anfrage dieser Zeitung – auch schon vor Corona. Ob sich diese Fälle in Zeiten der Coronakrise tatsächlich häufen, sei nicht klar. Eine Statistik liege bislang nicht vor. Nach einem Vorfall, wie vergangene Woche zwischen Leinzell und Essingen, würden Straftaten durch Jugendliche "natürlich plötzlich mehr auffallen", sagt Märkle.

Fall 1: Jugendliche hatten in der Nacht zum Mittwoch eine Spritztour mit gestohlenen Fahrschulautos gemacht und diese zu Schrott gefahren. Dabei hatten sie einen 12-Jährigen schwer verletzt zurückgelassen und sich eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert.

Fall 2: Auch an diesem Montag flüchteten zwei Jugendliche in Schwäbisch Gmünd vor der Polizei. Die beiden 16- und 15-Jährigen konnten jedoch geschnappt werden, ohne einen Schaden anzurichten.

Diese Fälle gibt es immer wieder.

Bernd Märkle Polizeisprecher Polizeipräsidium Aalen

Fall 3: In Aalen hatten an diesem Dienstag vier Jugendliche im Alter von 16 Jahren Mülltonnen und Straßenschilder umgetreten. Die Polizei verdonnerte die Vandalen dazu, alles wieder aufzuräumen. Eine sinnvolle Strafe, findet der Polizeisprecher.

Fall 4: Aus Gaildorf, im Nachbarlandkreis Schwäbisch Hall, berichtet die Polizei. Dort hatten vergangene Woche mehrere Jugendliche Ortsschilder abgeschraubt und mitgenommen.

Dass in den Sommerferien viele Familien aufgrund der Coronapandemie nicht in den Urlaub fahren, wäre vielleicht eine Erklärung für die Delikte der Jugendlichen, so Märkle. Es könne durchaus sein, dass es ihnen langweilig ist. Immerhin sei das Freizeitangebot in diesem Jahr eher beschränkt. Aber auch das Wetter spiele eine Rolle. Bei sommerlichen Temperaturen wie in den vergangenen Wochen würden Jugendliche seiner Erfahrung nach abends häufiger durch die Gegend ziehen. Bei kühlem Regenwetter gebe es auch weniger Vorfälle.

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