Rasante Klassik und weite Weltmusik

+
Das klassische Streichquartett La Finesse präsentiert klassische und weniger klassische Musik im Aalener Kulturbahnhof.
  • schließen

Das klassische Streichquartett La Finesse gastiert zum Internationalen Frauentag mit buntem Programm im Aalener Kulturbahnhof.

Aalen

Der Konzertsaal ist gut besetzt, vier Damen in roten Kleidern (kurz) kommen mit Highheels auf die Bühne und attacca: Vivaldi, Vier Jahreszeiten. So beginnt das Konzert von La Finesse am Freitagabend im Kubaa. Es folgt ein gut anderthalbstündiges Programm, in dem das klassische Streichquartett neu inszeniert wird.

Nach dem rasanten Vivaldi Mozart mit Zitaten aus Zauberflöte und Requiem, aus den Sinfonien, aus der Kleinen Nachtmusik. Beethovens Fünfte und sein Verlorener Groschen - alles präsentiert mit Schwung und hohem Tempo, scharf die beiden Geigen, eloquent das Cello, lebhaft die Bratsche – gute Laune-Musik mit witzigen Übergängen von Schnipsel zu Schnipsel. Virtuosität, Ensemble-Spiel, musikantisches Engagement beeindruckend stark und prächtig.

Nach dem Klassik-Block macht sich das Quartett auf in die Weiten der Weltmusik. Der „Dritte Mann“ wird parodiert, Evergreens der Lovemusic werden alsbald mit Halbplayback musiziert, im elektronischen Hintergrund ausgiebiges Schlagwerk, E-Bässe, rockiger Gesang. Zum „Typewriter“ wird eine Dame aus dem Publikum auf die Bühne komplimentiert, um das Zeilenend-Ping mit einer blanken Tischglocke zu markieren. Ein Quodlibet aus Volksliedern (z.B. Es tönen die Lieder … oder Hab mein Wage voll gelade…) wird erklärt und das Publikum brummt je eines der Lieder in freier Wahl unter den Corona-Masken mit.

Mit einer Melange aus Beethoven (7. Sinfonie) und AC/DC wird die Pause eingeleitet. Danach erscheint das Quartett in Schwarz. Die Bühne im Halblicht, die Bögen in ganzer Länge mit blauem LEDs markiert, Optik für ein Starwars-Medley. Gefolgt von Ohrwürmern wie Over the Rainbow und Spiel mir das Lied vom Tod und andere ewig schöne Melodien. Der Superserie „Games of Thrones“ wird gehuldigt und Led Zeppelin, das Playback wirkt immer dominanter in einigen Techno-Phasen, die Loveparade lässt grüßen und zum guten Ende einer der ersten großen Erfolge des Quartetts: Klassik on Catwalk.

Alle Stücke werden mehr oder weniger ausführlich mit charmantem Humor angesagt, alle vier Instrumentalisten sind mal dran, zu Beginn Birgit Förstner, Cellistin und Arrangeurin. Die nimmt im zweiten Teil des Abends „heavy metal“ wörtlich, tauscht das Cello für ein Stücke mit einer spezialangefertigten Konzert-Säge.

La Finesse tritt in unterschiedlichen Zusammensetzungen auf. Insgesamt gehören 21 Frauen zur Truppe, sämtlich ausgebildete Solistinnen mit ihren Instrumenten. Gebucht werden das klassische Quartett in wechselnder Besetzung, aber auch Solos und Duos oder Performances mit großer Besetzung und Band. Am Freitag spielten Anja Gerter und Anna-Maria Barth (Geigen), Monika Beck (Viola) und Birgit Förstner (Cello).

Das Konzert im Kubaa wurde von der Stadt Aalen im Rahmenprogramm zum Internationalen Frauentag organisiert.

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Mehr zum Thema

Kommentare