Rathaus wird saniert: Es beginnt mit der Fassade

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Die Fassade des Rathauses begrünen? Ein Vorschlag unter vielen.
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Der brutalistische Bau aus den 70er Jahren hat inzwischen etliche Mängel. Welche Arbeiten anstehen und wie der Zeitplan ist.

Aalen

Das Aalener Rathaus ist in die Jahre gekommen. Außenhaut und Innenleben des 1975 eröffneten Baus im Stile des Brutalismus sind zum Teil erheblich erneuerungsbedürftig. Erste Maßnahmen haben begonnen.

Grundsatzbeschluss: Die Rathaussanierung soll bis 2028 in insgesamt acht Abschnitten erfolgen. Kosten: rund 33 Millionen Euro. In einem Grundsatzbeschluss im Februar dieses Jahres hat sich der Gemeinderat dafür ausgesprochen, das Rathaus unter laufendem Betrieb zu sanieren.

Erste Arbeiten: An mehreren Stellen sind die Betonfassade sowie die Armierung beschädigt. Die Witterung, aber auch die Rankpflanzen hätten ihre Spuren hinterlassen, sagt der städtische Pressesprecher Sascha Kurz. Vor einigen Wochen habe es deshalb Untersuchungen an der Außenhaut gegeben, um genauere Erkenntnisse über die Schäden und das zu wählende Reinigungsverfahren zu bekommen, so der städtische Pressesprecher Sascha Kurz. Nun werden die Arbeiten ausgeschrieben. Ziel sei es, besonders schadhafte Stellen noch in diesem Sommer zu beseitigen. Weil die Arbeiten viel Lärm machen, soll das Ganze möglichst in den Sommerferien über die Bühne gehen. Die eigentliche Fassadensanierung steht dann in Abschnitten in den nächsten Jahren an.

Weitere Maßnahmen: Ebenfalls noch in diesem Sommer soll der Lieferanteneingang an die Südseite des Gebäudes verlegt werden. Zurzeit wird die gesamte Anlieferung über den Rathausvorplatz abgewickelt. Die dicksten Brocken werden in den Jahren 2023 bis 2026 in Angriff genommen: Wegen verschärfter Vorschriften ist die Modernisierung der Brandschutztechnik vordringlich. Die gesamte Haustechnik – Sanitäranlagen, Heizung, Elektrik und Elektronik – muss saniert werden, ebenso Fenster und Dämmung. Hinzu kommen die Erneuerung der Beleuchtung, das Renovieren der Innenräume sowie eine Neuordnung und ein zeitgemäßer räumlicher Zuschnitt der Ämter.

Die Kosten: Im städtischen Haushalt 2020/2021 sind 430 000 Euro als Grundlage unter anderem für ein Beton-Sofortprogramm und weitere 80 000 Euro fürs Verlegen der Anlieferung drin. Weitere 625 000 Euro sind als Verpflichtungsermächtigung für das Jahr 2022 gesetzt. In der mittelfristigen Finanzplanung sind für die Jahre 2023 und 2024 jeweils vier Millionen Euro vorgesehen.

Bau-Ausschuss: Um die Arbeiten vorzubereiten und laufend zu begleiten, wurde ein separater Bauausschuss ins Leben gerufen: Er besteht aus 14 Personen. Neben dem Architekten und Mitarbeitern der Verwaltung sind neun Gemeinderäte aus den im Rat vertretenen Fraktionen dabei.

Der Brütting-Vorschlag: ein alter Hut

Die Rathausfassade systematisch begrünen, um das Gebäude zu kühlen und dem Stadtklima Gutes zu tun - mit diesem Vorschlag ging OB-Kandidat Frederick Brütting (SPD) jetzt an die Öffentlichkeit.

Die Idee ist keineswegs neu. Der international renommierte Architekt Werner Sobek hat sie im Oktober 2019 in seinem öffentlichen Vortrag in Aalen bereits vorgestellt – als eine von mehreren möglichen Maßnahmen bei der Sanierung des Rathauses.

Die Sobek-Vorschläge: Er sprach sich ausdrücklich für eine „sanfte Sanierung“ des Rathauses aus. Die primäre Bausubstanz solle erhalten bleiben. Was aus seiner Sicht angegangen werden sollte: die Dämmung der Dächer, Erneuerung der Energieversorgung zum Beispiel durch den Einbau von Erdwärmetauschern, Wärmepumpen und Fotovoltaikanlagen, Heizung und Kühlung mit „wasserdurchströmten Deckensegeln“ sowie Einbau von Schattierungsanlagen und massive Begrünung der Fassade. Er empfahl einen Umbau unter laufendem Betrieb.bea

Die Anlieferung wird an die Südseite verlegt.“

Sascha Kurz, Städtischer Pressesprecher

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