Rathaussanierung: Ausschuss diskutiert Kosten für OB-Büro

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Das Aalener Rathaus.
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Rätinnen und Räte wollen mehr Informationen, bevor sie 635 000 Euro für OB-Büro und Besprechungszimmer bereitstellen. Von Katharina Scholz

Aalen. Das 50 Jahre alte Rathaus wird saniert. Damit beschäftigte sich der Ausschuss für Umwelt, Stadtentwicklung und Technik (AUST). Beschlossen hat der Gemeinderat bereits, dass die Betonsanierung an der Fassade erledigt wird, bevor noch weitere Schäden entstehen. Der erste Bauabschnitt ist beinahe abgeschlossen. Laut Wolfgang Balle vom Amt für Gebäudewirtschaft sind dabei mehr Schäden zutage getreten, als erwartet. Daher erhöhen sich die Kosten von 700 000 auf 850 000 Euro.

Zum Baustellenlärm sagte Oberbürgermeister Frederick Brütting: „Wir haben während des ersten Bauabschnitts gemerkt, dass das eine große Belastung für die Kolleginnen und Kollegen ist.“ Den zweiten Bauabschnitt wolle man anders organisieren. Was die restliche Generalsanierung angeht, finden dem OB zufolge Workshops statt, um gemeinsam mit den Mitarbeitenden und dem Personalrat inhaltliche Ziele zu definieren. "Die Arbeitswelt hat sich in 50 Jahren sehr verändert", sagte Brütting, der in der Rathaussanierung auch "Chancen für die Modernisierung der Verwaltung" sieht.

Auf einige Maßnahmen für die Jahre 2022 und 2023 will sich die Verwaltung aber schon jetzt  festlegen. Teeküchen auf allen Etagen zum Beispiel. Bisher gibt es nur eine im 7. Stock. Die Teeküchen sollen gleichzeitig auch Kommunikationszonen sein, auf denen sich Themen auf dem kurzen Dienstweg besprechen lassen, so der OB. 407 000 Euro sollen dafür in den Haushalt eingestellt werden. 290 000 Euro sollen für neue Leuchten und eine neue Akustikdecke für den Sitzungssaal bereitgestellt werden.

Die Sanierung des OB-Bereichs und des Besprechungszimmers im ersten Stock soll 635 000 Euro kosten. Zusammen mit weiteren kleineren Maßnahmen stehen unterm Strich Ausgaben in Höhe von 1,85 Millionen Euro für 2022 und 2023. Außerdem soll auf der Südseite ein neuer Eingang geschaffen werden und die Verwaltung will ein Konzept in Auftrag geben, wie das Rathaus klimaneutral werden kann. 

Zustimmung gab es von allen Seiten für fast alle Maßnahmen. Eine Diskussion entspann sich jedoch um die 635 000 Euro für die Sanierung des OB-Bereichs und des Besprechungszimmers. Dass das Rathaus auch ein Repräsentationsort sei, sagte Alexander Asbrock (Grüne). Sie Summe für die Sanierung des OB-Büros und des Besprechungszimmers wirke aber sehr hoch. Da in der Sitzungsvorlage nicht detailliert dargestellt sei, wofür genau das Geld verwendet werden soll, habe die Fraktion Schwierigkeiten zuzustimmen.

Ähnlich sieht es Thomas Wagenblast (CDU). "Darüber sind wir massiv gestolpert", sagte er. "635 000 sind ein sehr üppiger Betrag." Timo Lorenz sah zum Thema OB-Büro ein, dass Bedarf bestehe. "Wenn klar ist, wie das konkret aussieht, kann man darüber beraten." Grundsätzlich stehe die SPD-Fraktion dem Thema aber positiv gegenüber.

Claus Abrecht (Freie Wähler) warnte davor, sich jetzt schon auf bestimmte Punkte festzulegen, bevor ein Gesamtkonzept vorliegt. "So sehe ich das auch für den ersten Stock", sagte Albrecht und fügte an: "Machen Sie zuerst ein Konzept, dann diskutieren wir!" Manfred Traub (Zählgemeinschaft Birkhold/Traub) forderte, aufzugliedern, wofür die 635 000 Euro verwendet werden sollen. Christa Klink (Linke) sprach sich dafür aus, die Teeküchen rasch einzurichten.

Brütting antwortete, dass die Verwaltung gerne noch Informationen und eine genaue Aufschlüsselung zur Sanierung im ersten Stock nachliefere. "Das OB-Büro ist aber der kleinste Teil", sagte Brütting. Aus Kostengründen wolle man in seinem Büro die Wände darin lassen. Es gehe noch um den Teppich, die Beleuchtung, die Möblierung und den Sanitärbereich. Im betreffenden Bereich gebe es eine "winzige Küche". Die soll umgebaut werden zur Teeküche für den ganzen ersten Stock. Außerdem soll in dem Bereich noch ein zusätzlicher Arbeitsplatz hergestellt werden.

Der Ausschuss empfahl am Ende einstimmig dem Gemeinderat, dass das Projektziel zur Rathaussanierung bis Ende 2022 festgelegt werden soll, dass das Budget für den ersten Bauabschnitt der Betonsanierung erhöht wird, dass die weiteren Abschnitte der Betonsanierung in den Haushalt aufgenommen werden, dass ein Energiekonzept beauftragt wird und dass ein Südzugang geplant und gebaut wird. Über die Maßnahmen für 2022 und 2023 in Höhe von 1,85 Millionen Euro, die auch die Sanierung des OB-Büros und des Besprechungszimmers beinhalten, gab der Ausschuss noch keine Empfehlung ab. Dazu sollen bis zur Gemeinderatssitzung am Donnerstag, 19. Mai, noch weitere Informationen folgen.

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