Rathaussanierung gebremst

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Im Jahr 1975 wurde das Aalener Rathaus eröffnet, längst ist es sanierungsbedürftig und zu klein. Die Fraktionen des Gemeinderats wollen aber vor dem 17. Dezember nichts entscheiden. Archivfoto: opo

Der Ausschuss des Gemeinderats sieht zwar grundsätzlich die Notwendigkeit, das Rathaus zu sanieren, verweigert aber dem OB einen Beschluss.

Aalen

Grundsätzlich befürworten alle Fraktionen im Gemeinderat eine Sanierung und Modernisierung des Aalener Rathauses, Baujahr 1975. Das zeigte sich am Donnerstagabend in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Stadtentwicklung und Technik (AUST). Die Rathaussanierung soll in den kommenden zehn Jahren auf Vorschlag der Verwaltung in acht Abschnitten erfolgen und rund 33 Millionen Euro kosten.

Allerdings stimmten die Mitglieder des AUST nach eineinhalb Stunden Diskussion sogar einem geänderten Beschlussantrag des OBs als Empfehlung für den Gemeinderat nicht zu. Aus welchen Gründen?

Unterschiedliche Ansichten zwischen Verwaltung und Fraktionen sowie zwischen einzelnen Fraktionen bestehen besonders in Bezug auf die Finanzierung und den vorgeschlagenen Zeitrahmen. Den Finanzierungsplan bis zum Jahr 2030 sahen einige Fraktionssprecher kritisch. Denn durch die Coronapandemie würden städtische Einnahmen geringer ausfallen. Der OB dagegen plädierte für eine Beschlussfassung als Zeichen nach außen – gegenüber der Bevölkerung und den Beschäftigten im Rathaus.

Baubürgermeister Wolfgang Steidle und Manfred Haas, Leiter des Amts für Gebäudewirtschaft, stellten die Ergebnisse von Untersuchungen zum Zustand des Gebäudes vor, ebenso die Pläne für Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten. Die acht Bauabschnitte sollen danach ab 2023 bis 2030 im laufenden Betrieb erfolgen. Dabei soll immer nur der betreffende Bereich geräumt werden, die betroffenen Mitarbeiter sollen in freie Räume umziehen. Diese werden geschaffen durch den Umzug der Kämmerei in angemietete Räume im Kubus. Einige Maßnahmen an der Fassade und dem Tragwerk müssten aber sofort angegangen werden.

Rentschler bezeichnete das Vorhaben als sehr komplex, da die Belange mehrerer Gruppen von Betroffenen berücksichtigt werden müssten. So seien die Bürger, die Mitarbeiter, die Stadt als Auftraggeber und Genehmigungsbehörde und der Gemeinderat als Entscheider die unterschiedlichen Akteure.

Was die Fraktionen fordern

Wir erwarten genauere Zahlen zur beabsichtigten Sanierung.

Michael Fleischer Fraktionsvorsitzender der Grünen

Michael Fleischer, Fraktionsvorsitzender der Grünen, sah zwar die Notwendigkeit einer Sanierung, verwies aber auf den Haushaltsantrag seiner Fraktion, die Hauptmaßnahmen erst nach Fertigstellung des Kombibads anzugehen. Nur die unbedingt notwendigen Arbeiten sollten beschlossen werden, dazu erwarten die Grünen bis zur Gemeinderatssitzung am 17. Dezember aber genauere Zahlen. Zudem sei eine schnellere Digitalisierung im Rathaus notwendig.

Für die CDU sagte Fraktionsvorsitzender Thomas Wagenblast, man dürfe die Sanierung nicht unendlich schieben, aber auch seine Fraktion wolle erst die Haushaltsberatung abwarten.

Ähnlich äußerten sich Albrecht Schmid (SPD), Claus Albrecht (FW), Norbert Rehm (FDI), Christa Klink (Linke) und Emil Pöltl (AfD).

OB Thilo Rentschler änderte dann den Beschlussantrag der Verwaltung dahingehend, dass neben einem Grundsatzbeschluss für die Sanierung ein begleitendes Gremium aus dem Gemeinderat gebildet werde. Dringend notwendige Sofortmaßnahmen sollten sofort geplant und im ersten Quartal 2021 beschlossen werden. Dazu gehört auch ein neuer Eingang auf der Südseite, zunächst als Anliefereingang und Fluchtweg konzipiert, der eventuell später zum regulären Zugang ausgebaut werde.

Einen eindeutigen Grundsatzbeschluss für die Sanierung wollte der Ausschuss aber auch nach dem geänderten Beschlussantrag nicht fällen. Zudem möchten die Rätinnen und Räte zeitnah ein detailliertes Raumkonzept nach der Sanierung vorgelegt bekommen.

Jürgen Eschenhorn

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