Reichen Kita-Plätze in den Teilorten?

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Kita-Plätze fehlen bundesweit. In manchen Aalener Teilorten kann der Bedarf im Moment gedeckt werden, weil dort kürzlich neue Einrichtungen eingeweiht wurden. In anderen Teilorten fehlen noch Plätze.
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Mancherorts sind neue Einrichtungen gerade eingeweiht worden. Andernorts kann der steigende Bedarf im Moment noch nicht gedeckt werden.

Aalen

Die Nachfrage nach Kinderbetreuungsplätzen steigt. Das liegt nicht nur daran, dass die Geburtenrate im Ländle steigt. Viele Elternpaare möchten ihren Beruf beide weiter ausüben, auch nachdem sie Kinder bekommen haben. Manchmal ist das keine Frage des Wollens. Viele Familien sind auf zwei Einkommen angewiesen. Gleichzeitig steigt die Zahl der Alleinerziehenden. Die Ortsvorsteherinnen und Ortsvorsteher antworten im dritten und letzten Teil unserer Serie „Zukunft der Teilorte“ auf die Fragen: Sind im Moment genügend Kinderbetreuungsplätze in Ihrem Ort vorhanden? Wie soll der Bedarf in Zukunft gedeckt werden?

Andrea Hatam (Wasseralfingen) antwortet: „Nein, es gibt leider aktuell noch nicht genügend Kinderbetreuungsplätze.“ Darum werde der Ausbau mit Volldampf vorangetrieben. Der Spatenstich für den Bildungscampus Braunenberg werde in wenigen Tagen stattfinden. Dort entstehen laut Hatam vier Kindergartengruppen für Kinder, die drei Jahre und älter sind, und zwei Gruppen für Kinder, die unter drei Jahre alt sind. „Und an der Magdalenenkirche entstehen im Moment durch die evangelische Kirchengemeinde weitere Kindergartenplätze, ebenso bei der Lebenshilfe“, fügt die Ortsvorsteherin an.

Florian Stütz (Unterkochen) zufolge ist der Bedarf an Betreuungsplätzen nach aktuellem Stand gedeckt. „Zwei Kitas wurden umfassend modernisiert und/oder um Gruppen erweitert, die Kita am Kocherursprung wurde zusätzlich geschaffen, der Naturkindergarten ist etabliert“, zählt Stütz auf. Ein Betreuungsangebot für Kinder ab zwei Jahren werde derzeit geplant. Für die Zukunft werde im ersten Halbjahr 2022 der Akita der Stadt Aalen fortgeschrieben. Zum Hintergrund: So heißt der Kindergartenbedarfsplan in Aalen. „Hier werden dann die Entwicklung der Kinderzahlen und der Generationenwechsel in den älteren Wohngebieten mit einfließen und detaillierter betrachtet“, sagt Stütz.

Sabine Kollmann (Fachsenfeld) sagt: „In Fachsenfeld fehlen 20 Kinderbetreuungsplätze, Tendenz eher steigend.“ Dies Problem sei in der Verwaltung bekannt und im vergangenen Jahr sei viel aufgegleist worden. „Auch bei uns wird ein Bildungscampus entstehen“, erläutert Kollmann. Die neue städtische Kita mit drei Gruppen werde an die Schule angebaut und Räume der Schule würden mit einbezogen. „Da unsere Reinhard-von-Koenig-Schule in einer gut funktionierenden Kooperation mit der Konrad-Biesalski-Schule zusammen arbeitet, wurde damit begonnen, Teile der Schule so umzubauen, dass die Biesalski-Schüler mit im alten Schulhaus unterrichtet werden können“, sagt die Ortsvorsteherin. Barrierefreiheit nennt sie als Stichwort dazu. „Der Baubeginn war im Herbst und die Schüler können ab dem ersten Quartal ´22 dort zusammen lernen“, sagt Kollmann. Der frei gewordene Flachdachbau werde dann mit einigen Anbauten zur Kita. Für dieses Projekt stünden im Jahr 2022 2,07 Millionen Euro zur Verfügung.

„Natürlich können Eltern nicht bis Ende '23 oder Anfang '24 auf einen Platz warten, so dass das Amt für Soziales, Jugend und Familie verschiedene Interimslösungen geprüft hat“, sagt Kollmann. Die schnell umsetzbare Variante sei, zehn Kinder als Fachsenfelder Gruppe in die Dewanger Kita Scheurenfeld zu integrieren. Mit einer Erzieherin, die dann später, wenn die neue Kita fertig ist, mit den Kindern nach Fachsenfeld geht. „Im Welland kooperieren die Kirchen, der Sportverein, warum nicht auch die Kindertageseinrichtungen?“, fragt Kollmann.

Eine weitere Variante sei eine Naturkita mit Bauwagen. Mehrere Standorte seien vom Amt geprüft worden, aber auch vom Landesjugendamt müsse eine Betriebserlaubnis vorliegen. Die Ortsvorsteherin hofft, dass die zeitnah erteilt werde. Auch der Gemeinderat unterstütze diese Vorgehensweise, ebenfalls die Anschaffung eines solchen Bauwagens. „Somit hoffen wir auf schnelle Umsetzungen, um den Eltern in unserem Ort qualifizierte Kinderbetreuung vor Ort anbieten zu können“, schließt Kollmann.

Manfred Traub (Ebnat) antwortet: „Die Kinderbetreuung muss den fortgeschriebenen Bevölkerungsentwicklungen und den Erfordernissen angepasst werden.“ Genauer möchte er auf das Thema nicht eingehen, um die Diskussion im Ortschaftsrat nicht vorwegzunehmen.

Andrea Zeißler (Dewangen) sagt: „Dewangen ist in der glücklichen Lage, dass wir zu den zwei bereits bestehenden Kitas am Ort im Dezember die neue dreigruppige Kita im KiBiZ einweihen durften.“ Die Kleinsten würden hier, fährt Zeißler fort, wie in den Einrichtungen Scheurenfeld und St. Wendelin entsprechend dem Betreuungsbedarf versorgt.

Patrizius Gentner (Waldhausen) zufolge wird die neue Kita bei der Grundschule bis Ende 2022 in Betrieb gehen. „Bis zu diesem Zeitpunkt wird man allen interessierten Eltern eine Interimslösung ab April in der Grundschule anbieten“, sagt der Ortsvorsteher. Mit der Inbetriebnahme der neuen Kita und der 2020 eingeführten Ganztagsgrundschule werde Waldhausen was die Kinderbetreuung anbelangt ein sehr wichtiges Etappenziel erreichen.

Christian Wanner (Hofen) sagt: „In Hofen werden wir die Kinderbetreuungsplätze aufstocken, vor allem in der Ganztagesbetreuung.“ Dank der Sanierung und Erweiterung des Kindergartens St. Georg soll das Angebot in naher Zukunft erweitert und der anstehende Bedarf an Betreuungsplätzen gedeckt werden, schließt Wanner.

Andrea Hatam
Florian Stütz
Sabine Kollmann
Manfred Traub
Andrea Zeißler
Patrizius Gentner
Christian Wanner

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