Reichsstädter Tage: ein Trostpflaster

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An die ersten Reichsstädter Tage im Jahr 1975 erinnern noch die Schwarz-Weiß-Bilder im SchwäPo-Archiv. Die Farbfotos verdeutlichen, dass sich das Stadtfest zu einem bunten Ereignis mit vielen Aktiven entwickelt hat.
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Das Aalener Stadtfest muss an diesem Wochenende coronabedingt ausfallen. Um das besser zu verkraften, gibt es hier Erinnerungen in Zahlen und Bildern an besondere Ereignisse.

Aalen

An diesem Wochenende werden es viele Menschen in Aalen vermissen: ihr Stadtfest. Die Reichsstädter Tage müssen coronabedingt ausfallen. Ein kleines Trostpflaster: Wir erinnern an besondere Ereignisse rund um diese großen Festtage.

1975 – seitdem gibt es die Reichsstädter Tage. Der Anlass für die Festtage am 20. und 21. September 1975 war die Eröffnung des neuen Rathauses. "Bisher gab es die Reichsstädter Tage dann in jedem Jahr", bestätigt Stadtsprecherin Karin Haisch. "In Abstimmung mit anderen Festivitäten im Stadtgebiet und der Region sowie im Hinblick auf das Ferienende in Baden-Württemberg wurde der Termin auf das zweite Septemberwochenende festgelegt."

1977 bekam das Fest bereits einen internationalen Charakter: Eine Radsportgruppe aus Zürich war offiziell zu Gast, außerdem eine Kapelle aus Spanien – aus Jávea an der Costa Blanca.

1978 standen die Reichsstädter Tage ganz im Zeichen der gerade frisch besiegelten Städtepartnerschaft mit Saint-Lô in Frankreich – in der Normandie. Im Laufe der Jahre entstanden auch die Städtepartnerschaften mit Christchurch (England), Tatabánya (Ungarn), Antakya (Türkei) und Cervia (Italien). 1980 übernahm die Stadt Aalen außerdem die Patenschaft für die Gemeinschaft Wischauer Sprachinsel. Delegationen aus all den befreundeten Städten waren fortan zu den Reichsstädter Tagen zu Gast – um mitzufeiern.

2016 – anlässlich der 42. Reichsstädter Tage – initiierte OB Thilo Rentschler ein besonderes Partnerschaftstreffen: Die Beteiligten besiegelten die "Aalener Erklärung" für Verständigung, Frieden und Freiheit.

12 Stationen waren zu den ersten Reichsstädter Tagen aufgebaut, an denen vor allem der Handels- und Gewerbeverein Hitzkuchen, Schmalzbrot und Unterhaltun anbot – um den Reinerlös an körperbehinderte Kinder zu spenden.

114 Stände wurden 2019 zu den Reichsstädter Tagen zugelassen, weiß Karin Haisch, davon 27 Vereine. Zwar seien nun mehr kommerzielle Anbieter dabei als bei der Premiere im Jahr 1975. "Aber der Anteil der Vereine überwiegt immer noch", betont die städtische Sprecherin und nennt unter anderem als Mitwirkende: TSG Hofherrnweiler-Unterrombach, Aalener Fasnachtszunft zum Sauren Meckereck, Aalener Sportallianz (TSV/MTV/DRK), Oschtalb Ruassgugga Aalen, Liederkranz Unterrombach. Auch viele kleinere Vereine seien dabei.

Zu Beginn habe sich das Fest um den oberen Marktplatz herum abgespielt. "Anlass war ja, das neue Rathaus der Öffentlichkeit vorzustellen", erinnert Haisch. Mit der Erweiterung der Fußgängerzone habe sich das Fest ausgedehnt. "Es kamen weitere Bühnen und Bewirtungsstände dazu – zahlreiche Mitwirkende, vor allem die Sport- und Kulturvereine. Im Laufe der Jahre entwickelte es sich zum größten Stadtfest der Region." Und die Reichsstädter Tage seien bekannt als "gigantisches Klassentreffen".

Mehrere Angebote an diesem Wochenende statt Reichsstädter Tage

Zum ursprünglichen Termin der Reichsstädter Tage gibt es nun mehrere Aktivitäten. Ein "Festle" unter den Platanen auf dem Spritzenhausplatz veranstalten die DRK-Ortsvereine Aalen und Unterkochen an diesem Freitag, 11. September, von 16 bis 20 Uhr sowie am Samstag, 12. September, von 10 bis 18 Uhr. "Wie sonst bei den richtigen Reichsstädter Tagen wird der OB auch in unseren kleinen Biergarten zum Fassanstich kommen", erzählt DRK-Kreisgeschäftsführer Matthias Wagner auf Anfrage. Dieser Fassanstich sei am Samstag um 10.30 Uhr vor dem Bürgerspital geplant. Neben OB Thilo Rentschler sei auch ACA-Vorsitzender Josef Funk dabei. Am Samstag von 10.30 bis 13 Uhr werden die Aalener Stadtmusikanten in dem Biergarten aufspielen. An beiden Tagen serviert der DRK-Ortsverein Unterkochen dort aus seiner mobilen Küche kleine Gerichte: Weißwürste, Wurstsalat und Kürbissuppe. An einem weiteren Stand gibt es Getränke. Alles sei auf Abstand organisiert, für maximal 90 Gäste. "Hoffentlich müssen wir niemand wegschicken", meint Wagner. Er erzählt: "Die Idee für diese Veranstaltung auf dem Spritzenhausplatz stammt von Dr. Eberhard Schwerdtner." Nachdem Schwerdtner jahrzehntelang die Reichsstädter Tage mitorganisiert und -erlebt habe, sei er nun traurig gewesen angesichts der Vorstellung, dass dieses Stadtfest wohl 2020 ersatzlos gestrichen wird. Im TSG-Sporttreff in Hofherrnweiler gibt's am Samstag, 12. September, von 12 bis 20 Uhr die legendären Weilermer Kässpätzle – wie schon seit 1976 auf den Reichsstädter Tagen vom Kässpätzleteam serviert. Coronabedingt werde auch ein Abholservice als "Drive-in" auf dem TSG-Parkplatz eingerichtet, informieren die Veranstalter.

Als gewissen Ersatz für die Reichsstädter Tage betrachtet die Stadtverwaltung auf Anfrage auch die Feier zur Eröffnung des Kulturbahnhofs (KubAA) am Freitag, 2., und Samstag, 3. Oktober auf dem Aalener Stadtoval. Rathaussprecherin Karin Haisch betont: Rund um den KubAA seien weitere kulturelle Besonderheiten unter Mitwirkung Aalener Vereine geplant. Nähere Infos folgten bald. cow

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