„Reicht euch die Hand“: ein musikalischer Brückenschlag  

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Ernst Hutter und die Egerländer Musikanten in der Aalener Stadthalle.
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Ernst Hutter und seine Egerländer Musikanten - Das Original erleben ein Publikum, dass nach einem grandiosen Konzert niemanden so schnell von der Bühne lässt.

Aalen

Am Samstag wurde aus der Aalener Stadthalle ein kleines Stück Egerland - mit ganz großer Musik. Ernst Hutter und seine „Egerländer Musikanten – Das Original“ haben mit einem grandiosen Konzert so viel Begeisterung ausgelöst, dass am Ende Zugabe um Zugabe gefordert wurde und die 18 Musiker vielleicht schon Bedenken hatten, überhaupt nochmal nach Hause zu kommen. Aber wer so gute Musik macht, muss natürlich mit viel Beifall rechnen. Und der ist ja bekanntlich das Brot des Künstlers. 

Moderator Edi Graf führte wie schon so viele Male durch das Programm und sorgte mit seinen Scherzen für reichlich Lacher. Er betonte, wie stolz man sei, mit dem Orchester bereits seit 66 Jahren unterwegs sein zu können.

Ernst Hutter, der noch mit Gründer Ernst Mosch spielte und nach dessen Tod das Orchester übernahm, hat mit seinen Musikern eine breite Palette für das neue Programm zusammengestellt. Unter dem Slogan „Reicht euch die Hand“, Motto der Tour und auch Titel der aktuellen CD, hat Hutter außer Perlen auch Edelsteine gesammelt.

Nicht nur, dass alle Musiker ihre Instrumente erstklassig beherrschen, viele von ihnen sind obendrein Komponisten, deren Stücke am Samstag gespielt wurden. Während des Konzerts jubelten die Besucher, es wurde Geschunkelt bei Walzern und Geklatscht bei Polkas.

„Reicht euch die Hand“, ein Walzer und eben auch das Motto der Tour, ist für die Musiker mehr als nur drei Worte. Ernst Hutter erklärte, dass damit ein Brückenschlag zwischen Publikum und Orchester gemeint sei.

Er ist der Dienstälteste, aber es gibt noch einige in der momentanen Besetzung, die mit Ernst Mosch musiziert haben. Um Nachwuchs brauchen sich die Egerländer Musikanten – Das Original aber keine Gedanken machen. Viele junge Musiker sind mittlerweile nachgerückt, ergänzen harmonisch und haben genauso viel Spielfreude wie die „Veteranen“.

Nicht zu vergessen sind, denn sie gehören ebenfalls seit 20 Jahren dazu, Katharina Praher und Nick Loris als Gesangsduo. Mit ihren Stimmen ergänzen sie die Egerländer Musikanten und sorgen mit den Texten, zumindest bei den älteren Konzertbesuchern, für Erinnerungen an die alte Heimat. Märsche wie der „Einzug der Gladiatoren“ oder der Polka „Spaziergang in Eger“ sind Klassiker, ebenso auch Kompositionen von Ernst Mosch, an den immer wieder musikalisch erinnert wird.

„Er wird noch wehen, wenn wir längst nicht mehr sind“ heißt es beispielsweise in einer legendären Textzeile seiner Komposition „Böhmischer Wind“. Was Mosch 1956 mit 13 Freunden gründete, ist heute mit Ernst Hutter weiterhin ein Orchester mit Weltklasse, das auch in diesem Jahr bei vielen Auftritten außerhalb der Tournee mitwirken wird.

Das zeigt sich bei den Egerländer-Trompetensternen, wo das Trompetenregister jeweils als Duo nach vorne tritt. Das zeigt sich auch beim Solisten-Feuerwerk, das Hutter mit den einzelnen Registern zündet und das deutlich macht, auf welch hohem Niveau die Musiker unterwegs sind. Kein Wunder also, dass das Publikum am Ende des Konzerts sich nicht mehr auf den Stühlen halten kann und erst wieder zur Ruhe kommt, wenn die nächste Zugabe erklingt.

Ernst Hutter und die Egerländer Musikanten in der Aalener Stadthalle.
Ernst Hutter und die Egerländer Musikanten in der Aalener Stadthalle.

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