Rentschler: wieder halbwegs Normalbetrieb zulassen

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Platz für den geforderten Abstand: Die Mitglieder des Kultur-, Bildungs- und Finanzausschusses tagten in der Stadthalle.
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Erste Sitzung der Ratsmitglieder läutet neue Phase ein. Wie es jetzt weitergehen sollte.

Aalen. Die Eröffnung der ersten öffentlichen Sitzung der Ratsmitglieder nach Aufhebung des Corona-Lockdown war für OB Thilo Rentschler am Mittwoch Anlass, "herzlich Danke" zu sagen: allen Sozialeinrichtungen, Pflegekräften Hilfsorganisationen, den Kliniken Ostalb, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Rathaus und im Landratsamt, und, und, und ... für die "sehr gute Zusammenarbeit" in den vergangenen Wochen.

"Wir haben uns im Rathaus sehr schnell zusammengefunden in einem sehr intensiven Lagestab Corona, gemeinsam mit den Maltesern, der Feuerwehr und den Amtsleitungen", berichtet Rentschler, der sehr froh und erleichtert darüber ist, dass die Betten in der zum Notfallkrankenhaus umfunktionierten Ulrich-Pfeifle-Halle bis jetzt nicht genutzt werden mussten.

Dank sagt der OB auch der gesamten Bevölkerung, die sich "zumindest 97 Prozent" gut an die Corona-Regeln hielt und hält. Doch jetzt sei die Zeit gekommen, um wieder nach vorne zu blicken. "Ich glaube, dass wir jetzt in einer Phase sind, wo jeder Einzelne sich mutig und eigenverantwortlich mit einem Alltag in der Pandemie auseinandersetzen muss." Jetzt, so Rentschler, müsse man wieder halbwegs Normalbetrieb zulassen, "sonst entsteht ein Kollateralschaden" von großem Ausmaß.

Das Limesmuseum sei bereits wiedereröffnet und ins Besucherbergwerk Tiefer Stollen soll man ab 29. Mai wieder einfahren können. "Und ich sehe durchaus eine Chance vielleicht für die eine oder andere Kulturveranstaltung", meint der OB vorsichtig.

CDU-Fraktionsvorsitzender Thomas Wagenblast schließt sich dem Dank an: "Was Rathausmitarbeiter und Hilfsorganisationen geleistet haben ist phänomenal. Und die Pandemie ist ja noch nicht zu Ende. Es geht ja noch weiter ..." Sein Dank gilt auch der Stadtverwaltung, die trotz der schwierigen Situation als Ansprechpartner immer für die Bürger da war. "Die Stadt hat sich wahrlich krisenfest gezeigt. Das gibt den Bürgern ein gutes Gefühl."

In dieser Situation habe das Rathausteam sehr viel und sehr richtig gemacht, lobt Ralf Meiser (Grüne). Doch jetzt sei es an der Zeit, nicht mehr nur zu reagieren, sondern die neuen Herausforderungen aktiv anzugehen. "Es geht vor allem um die Kinder und Jugendlichen, die uns besonders am Herzen liegen." Von der Stadtverwaltung erwarte man nun Vorschläge für weitere Öffnungen von Schulen und Kitas. "Im Hinblick auf die Verlässlichkeit für Kinder und Eltern ist uns ein großer Konsens zwischen den Betreuungseinrichtungen wichtig", betont Meiser.

Hermann Schludi (SPD) hebt positiv hervor, dass die Stadtverwaltung während der gesamten Krisensituation stets den Kontakt mit den Fraktionen gehalten hat. Thomas Rühl (FW) schickt seinem allgemeinen Dank hinterher: "Jetzt muss rasch eine weitere Lockerung vollzogen werden mit Blick auf die Zukunft und ohne Hysterie." Frank Gläser (AfD) pflichtet ihm bei: "Laut Virologen ist die Welle vorüber. Wir sollten unverzüglich zur Normalität zurückkehren."

Prof. Dr. Friedrich Klein (FDI) empfiehlt, nach überstandener Pandemie darüber nachzudenken, welche Fehler und Versäumnisse gemacht wurden – vor allem in Pflegeheimen. "Viele Senioren mussten vorzeitig sterben." Über die Krise nachdenken und Lehren daraus zu ziehen, dafür plädiert auch Roland Hamm (Die Linke). "Ich würde mir wünschen, dass für das Klinik- und Pflegepersonal als Helden des Krisenalltags künftig finanziell und organisatorisch bessere Arbeitsbedingungen geschaffen werden. Und ich würde mir auch wünschen, dass künftig immer Ziel unseres Wirtschaftens sein muss, nicht immer nur nach dem günstigsten Preis zu streben, sondern wieder mehr Produkte in Deutschland herzustellen."

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