Retourkutsche für Betrüger

  • Weitere
    schließen
+
Die wichtigste Regeln: Niemals sensible Daten, wie Bankverbindungen oder Kreditkartennummern herausgeben oder Zugang zu dem eigenen Rechner gewähren. Symbolfoto: Pixabay
  • schließen

Ein Aalener lässt Internetbetrüger solange auflaufen, bis sie genervt aufgeben. Damit möchte er vor allem für das Thema sensibilisieren.

Aalen

Neben all den Vorzügen, die das Internet bietet, lauern dort auch Gefahren – unter anderem Betrüger, die mit den verschiedensten Maschen versuchen, Profit aus ihren Machenschaften zu schlagen. Auf einen von ihnen traf SchwäPo-Leser Georg Abele – und drehte den Spieß kurzerhand um.

Bereits das zweite Mal in einer Woche wurde Abele von angeblichen Mitarbeitern der Firma Microsoft angerufen. "Sie erklärten, in einem Englisch mit furchtbarem Akzent, mit meinem Computer gebe es Probleme", berichtet er. Angeblich verbreite sein Rechner Viren. Daraufhin boten ihm die Anrufer ihre vermeintliche Hilfe an und forderten Abele auf, ihren Instruktionen zu folgen.

"Normalerweise hätte ich gleich aufgelegt", sagt Abele – habe aber dennoch das Bedürfnis gehabt, den Anrufern eine kleine Retourkutsche zu geben. Und: "Wenn ich sofort auflege, habe ich mir überlegt, kommt sofort das nächste Opfer dran." Möglicherweise mit Erfolg.

Eine erfolgreiche Strategie sei etwa, wie Abele herausgefunden hat, sich bewusst dumm zu stellen. "Die Windows-Taste nicht finden, dann angeblich genau das tun, was er sagt", zum Beispiel. "Nichts passiert, irgendwann gibt er, frustriert über so viel Dummheit, auf." Dennoch sei es in erster Linie nicht die Intention, die Betrüger zu ärgern – vor allem möchte er auf das Thema aufmerksam machen und potenzielle Opfer schützen.

Leider gibt es immer wieder Fälle, in denen die Angerufenen auf den Betrug hereinfallen.

Bernd Märkle Sprecher des Polizeipräsidiums Aalen

Abeles Sorge ist nicht unbegründet, wie Bernd Märkle, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Aalen, erläutert. Zwar seien solche Anrufe kein aktuelles Phänomen und ein "alter Zopf". Aber: "Leider gibt es immer wieder Fälle, in denen die Angerufen auf den Betrug hereinfallen." Das bedeute in diesem Fall, dass die Geschädigten den Betrügern Zugriff auf ihren Rechner gewähren. Dann werde eine Schadsoftware aufgespielt und anschließend Geld erpresst.

"Aus diesem Grund ist es unheimlich wichtig", betont Märkle, "dass der betroffene Personenkreis immer wieder vor dieser Masche gewarnt wird." Ganz wichtig sei es, dass Gespräch sofort zu beenden.

"Keinen Zugriff auf den PC gewähren, kein Geld aushändigen", so Bernd Märkle. Außerdem sollten die Angerufenen Vertrauenspersonen kontaktieren – Kinder, Nachbarn oder auch die Polizei.

Aber wie geht es dann weiter? "Die Polizei nimmt bei Kenntnis sofort die Ermittlungen auf." Mit Erfolg: "Es konnten schon mehrfach Tätergruppierungen ermittelt und festgenommen werden." Bei Anrufen dieser Art sei eine internationale Zusammenarbeit der Polizei sehr wichtig, da solche Anrufe oftmals aus dem Ausland erfolgen.

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL