"Roberta Goods" in Aalen: Der Mini-Supermarkt 4.0 ohne Personal

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In den Schaufenstern der Bahnhofstraße 8 - früher Mrs. Sporty - kündigen großflächige Banner die Eröffnung von „Roberta Goods“, einem voll automatisierten Mini-Discounter, an. Foto: Oliver Giers
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Anfang 2023 eröffnet in der Bahnhofstraße 8 Aalens erster voll automatisierter Mini-Supermarkt. Wie er funktioniert und wer die Betreiber sind.

Aalen

Die Aalener Innenstadt bekommt einen kleinen Supermarkt 4.0: Ein Roboter ersetzt das Verkaufspersonal und bietet Einkaufen rund um die Uhr. Prototypen gibt es bereits einige.

Nach diesem Konzept will das Aalener Ehepaar Denis und Dominik Di Manno Anfang Januar in der Aalener Bahnhofstraße 8 einen Mini-Discounter eröffnen mit rund 500 Produkten im Angebot für den alltäglichen Bedarf. „Roberta Goods“, so der Name des digital funktionierenden Einkaufsladens, kündigt auf den Schaufensterflächen bereits „die neue Nachbarin mit dem größten Kühlschrank ever“ an.

„Der Bedarf für einen Einkauf rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, ist in Aalen vorhanden“, ist sich das Ehepaar Di Manno sicher. Die Beiden betreiben seit einigen Jahren eine Tankstelle in Wasseralfingen und eine weitere in Ellwangen. Daher wissen sie: Nachts, an Wochenenden und Feiertagen, wenn alle Läden geschlossen sind und die nächste Tanke zu weit weg ist, gibt es keine Anlaufstelle mehr, wo man das Nötigste für den kleinen Hunger findet oder die vergessene Butter für das Sonntagsgebäck kaufen kann.

Einkauf per Knopfdruck

Die Di Mannos haben diese Marktlücke erkannt und im Internet nach Lösungsmöglichkeiten gesucht. Dabei sind sie auf das Stuttgarter Startup „Smark“ gestoßen, das die Technik für so einen vollautomatischen Mini-Lebensmittelmarkt bietet. Das junge Maschinenbauunternehmen hat automatisierte Einkaufs- und Abholstationen für den Online-Lebensmittelhandel entwickelt.

Kurz erklärt: Der Einkauf funktioniert vor Ort im Laden per Knopfdruck. Ein Roboter greift sich die georderte Ware und stellt den Einkauf zusammen. Der Kunde bezahlt nicht mit Bargeld, sondern ausschließlich mit Karte. „Neben Lebensmitteln, Obst, Gemüse, Drogerieartikeln, Wurst, Fleisch und Käse etc. wollen wir auch frisch zubereitete Speisen zum Sofortverzehr anbieten, etwa Salatbowls und auch ein paar herzhafte Gerichte wie Maultaschen oder Linsen mit Spätzle für die kurze Mittagspause, geeignet für die Mikrowelle“, erläutert Dominik Di Manno. Um das Angebot so regional und frisch wie möglich gestalten zu können, strebt das Ehepaar eine Zusammenarbeit mit Aalener Gastronomiebetrieben und regionalen Erzeugern an.

Wie der Einkauf funktioniert:Durch eine stets unverschlossene Ladentür treten die Kunden ein in einen etwa 30 Quadratmeter großen Verkaufsraum. Der ist ausgestattet mit zwei Bestellterminals mit sogenannten Touchscreens, also Berührbildschirmen, und zwei Ausgabenfächern. Laut Denis Di Manno sind Backwaren, Obst und Gemüse in diesem kleinen Raum offen zugänglich. Produkte dieser Sortimente kann der Kunde also selbst auswählen und in die Hand nehmen. An den Produkten befindet sich ein Barcode, den der Kunde eigenständig am Terminal abscannen muss. Ein intelligentes Überwachungssystem mit vielen Kameras soll Diebe abhalten.

Der Kunde ordert die gewünschte Ware auf einem der beiden Bestellterminals per Knopfdruck. Zum Bezahlen steckt er seine Karte in das dafür vorgesehene Lesegerät am Terminal und gibt seine PIN ein. Dann kommt das Gewünschte aus dem Ausgabenfeld.

Wie „Roberta“ bedient: Anstelle von Verkaufspersonal bedient im automatisierten Mini-Supermarkt ein Roboter. Laut Dominik Di Manno befindet sich hinter den Terminals eine etwa zwölf Meter lange Kühlzelle, ausgestattet auch mit einem Trockenraumbereich. Diese Kühlzelle ist der Arbeitsplatz von „Roberta“, die dem Kunden den gewünschten Einkauf aus diesem riesigen Automaten zusammenstellt.

Wenn der Roboter ausfällt, aber die Ware schon bezahlt ist? Das Ehepaar Di Manno ist zuversichtlich: „Selbst wenn der Roboter einmal aussetzt, kann das Startup Smark den digitalen Fehler immer beheben. Die sehen sofort, wenn einer ihrer Roboter mal nicht funktioniert.“

Alkoholabgabe - wie kann das Jugendschutzgesetz eingehalten werden? Bier werde es schon geben, aber auf hochprozentige Alkoholika wolle „Roberta Goods“ verzichten, sagen die Di Mannos. Doch freilich darf auch Bier und Wein nicht an Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren abgegeben werden. Um Missbrauch vorzubeugen, muss daher der Kunde bei der Bestellung eines alkoholischen Getränks seinen Ausweis in ein dafür vorgesehnes Lesegerät stecken. „Die Daten werden eingelesen, danach wird das Getränk dann freigegeben oder nicht“, sagt Dominik Di Manno.

Die Investition: Das Ehepaar Di Manno investiert eigenen Aussagen zufolge einen niederen fünfstelligen Betrag in die Robotertechnik, die sie von der „Smark“ Gmbh erwirbt.

Wer will mit „Roberta“ kooperieren?

„Roberta Goods“, der erste voll-automatisierte Mini-Supermarkt in Aalen, eröffnet Anfang 2023 in der Aalener Bahnhofstraße 8, früher Mrs. Sporty.

Kooperation gesucht: Um möglichst regionale Ware und Mittagssnacks von lokalen Gastronomen anbieten zu können, ist eine Zusammenarbeit mit Herstellern und Gastronomen angestrebt. Bitte E-Mail an: aalen@robertagoods.de

In der Bahnhofstraße soll ein voll automatisiertes Ladengeschäft eröffnet werden.

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