Rohdiamanten und Geschliffenes

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Luca Algaba (links) auf der Bühne gibt mit der KuBAA-Hausband ordentlich Gas.
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Luca Algaba und Axel Nagel musizieren mit der KuBAA-Hausband bei der „Open Stage“. Für das Format sucht die Stadt nach Talenten in den Sparten Musik, Theater oder Poetry-Slam.

Aalen

Hinter Mikro und Instrumenten bekannte Gesichter. Scheinwerfer tauchen die Bühne in schummriges Licht. Besucherinnen und Besucher sitzen gemütlich um runde Tische. Trotzdem. Bei der zweiten Ausgabe des Kulturformats „Open Stage“ war einiges anders, als gedacht.

Erstens: Moderator Michael „Flex“ Flechsler fällt krank aus, in die Bresche springt Stumpfes-Kollege Marcel „Selle“.

Zweitens: Der geplante Act Jojo und Benedikt musste entfallen – ebenfalls krankheitsbedingt.

Drittens: „Wir wünschen uns mehr Abwechslung, dass die Menschen Mut haben, sich zu bewerben für die Open Stage“, gesteht Aalens stellvertretende Kulturamtsleiterin Uta Singer.

Man möchte die offene Bühne etablieren, um jungen Menschen und Künstlerinnen sowie Künstlern unterschiedlicher Sparten eine Plattform zu bieten, ihre Fähigkeiten zu zeigen. Auch Theaterspiel, Poetry-Slam oder andere Kunstformen seien willkommen, motiviert Singer.

Und viertens: Wegen Corona muss die Zuschauerzahl gering gehalten werden. Trotzdem haben es sich rund 60 Gäste bequem gemacht – und bereuen werden sie es nicht.

Selle Hafner springt auf die Bühne, kredenzt das Eingangslied, stellt seine Mitmusiker Matthias Kehrle, Jo Ambros und Markus Braun vor und fragt sich: „Habt ihr überhaupt einen Namen?“ Da jede gute Band einen Namen braucht, hat er sich einen schwungvollen einfallen lassen: „Carry and the Diamonds.“ „Ihr seid ungeschliffene, angeschliffene Diamanten“, erklärt er. Diese Diamanten legen sogleich los und sind als Trio, aber auch mit den beiden Gastmusikern des Abends zu hören.

Der Erste ist Luca Algaba. Der Wasseralfinger präsentiert einen Mix aus Countrymusik und Britpop-inspirierten Songs. „We were running, running, running through the night, we were searching, searching, searching for the light“, heißt es im Titeltrack seines Debutalbums „Rising Up“.

Später gesellen sich Schlagzeuger Kehrle, Gitarrist Ambros und Basser Braun zum 26-Jährigen. „Wir haben uns im Vorfeld kurz über WhatsApp ausgetauscht und einmal geprobt“, verrät Algaba. Trotzdem harmoniert der Vierer tadellos.

Nach einem Surf-Guitar-Klassiker aus den 60ern wird es nicht weniger harmonisch mit dem „Newcomer“ – so nennt ihn Moderator Selle scherzhaft – Axel Nagel. Der hat sein aktuelles Album „Casa Ananda“ dabei und spielt Songs daraus. Lieder über Elvis Presley in ungewohnter Rolle, einen Nachruf an die Menschheit und die Beziehung zwischen dem Bodensee und dessen umliegender Städte – die Themen sind vielfältig, zirkulieren immer um den Menschen.

Mit einem formidablen Sound vom Mann hinter dem Mischpult, Christian Mathéus, und einer passionierten Darbietung wird der Abend zum Geheimtipp in Aalens Kulturlandschaft. Was steht wohl nächstes Mal an?

Axel Nagel hatte Songs seines neuen Albums im Gepäck.

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