Rohrbruch: Bürger besser informieren

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Bis in die Nacht wurde am Schaden der Wasserleitung in der Burgstallstraße gearbeitet.
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Claus Albrecht kritisiert die Informationspolitik am Sonntag. Das sagt der OB dazu.

Aalen. Stadtrat Claus Albrecht (Freie Wähler) kritisiert, dass die Bürger beim Wasserrohrbruch am vergangenen Sonntag nicht ausreichend informiert worden seien. Zur Erinnerung: Von etwa 3 Uhr bis 10 Uhr saßen große Teile der Oststadt, die Heide, der Rötenberg und Galgenberg, der Grauleshof, die Triumphstadt und das Zochental auf dem Trockenen. „In über 1000 Haushalten ist das Wasser aufgefallen“, fasste Albrecht zusammen, als er sich in der vergangenen Gemeinderatssitzung dazu äußerte. „Es gab keine Information für Bürger, die betroffen waren.“

Gegen sechs Uhr habe er die Störungsnummer der Stadtwerke angerufen. Dort habe man ihm gesagt, die Sache werde bearbeitet. Albrecht dankte den Mitarbeitern der Stadtwerke, die daran gearbeitet haben, das Problem zu beheben. „Aber eines ist deutlich zutage getreten.“ Es gebe keinen Notfallplan, wie die Menschen in solchen Fällen informiert werden können.

Am Beispiel Toilettenspülung machte Albrecht deutlich, dass ein längerandauernder Wasserausfall zum Problem werden könne, wenn man keine Zisterne oder Ähnliches habe. Er warf die Frage auf, was wäre, wenn ein lebensbedrohlicher Notfall auftreten würde. Früher sei man mit einem Lautsprecherwagen durch die Straßen gefahren, wenn etwas Schwerwiegendes vorgefallen sei. Albrecht schlug vor, im Projekt „Smart City“ ein System zu integrieren, das Bürger im Notfall informieren kann.

Oberbürgermeister Frederick Brütting antwortete: „Der Vorwurf ist völlig zutreffend. Die Informationspolitik der Stadtwerke und der Stadt war nicht gut.“ Auch er selbst sei spät informiert worden. Der OB strich die sehr gute Informationspolitik bei der Bombenentschärfung am Tannenwäldle hervor. „Jetzt am Wochenende hatten wir ein Beispiel, wo es nicht gut war“, sagte er über den Wasserrohrbruch.

An dem Problem wird dem OB zufolge nun gearbeitet. „Da geht es nicht nur um Facebook-Posts“, sagte Brütting. Überlegt werde auch, wie Informationen über die NINA-Warn-App weitergegeben werden können. Zum Hintergrund: Mit der Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes, kurz NINA, erhalten Nutzerinnen und Nutzer Warnmeldungen des Bevölkerungsschutzes für Gefahrenlagen wie die Ausbreitung von Gefahrenstoffen, einen Großbrand, Wetterwarnungen oder Hochwasserinformationen. Katharina Scholz

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