Rückenwind für neue DRK-Leitstelle

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Auf dieser Grünfläche zwischen Bischof-Fischer-Straße (l.) und Parkstraße wird die neue Regionalleitstelle gebaut werden. Die Baumallee (l.) soll erhalten bleiben.
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Die Mitglieder des Gemeinderatsausschusses begleiten die Bebauungsplanänderung positiv. Wichtig sind ihnen der Erhalt der Baum-Allee, Dachbegrünung und Photovoltaik.

Aalen

Das Bebauungsplanverfahren für die neue integrierte DRK-Regionalleitstelle im Greut läuft. Aalens Erster Baubürgermeister Wolfgang Steidle freute sich bei der Vorberatung in der jüngsten Sitzung des Gemeinderatsausschusses für Umwelt, Stadtentwicklung und Technik (AUST) über den mehrheitlichen Rückenwind aus dem Gremium und verzichtete daher auf eine Einzelabstimmung.

Das ist geplant: Da die bestehende DRK-Leitstelle im Greut 40 Jahre alt ist und ihre Technik dem neuesten Stand angepasst werden muss, plant das Deutsche Rote Kreuz den Neubau einer Leitstelle auf einer freien Grünfläche im Zwickel zwischen Bischof-Fischer-Straße und Parkstraße.

Der Bebauungsplan für das Quartier stammt aus dem Jahr 1997 und muss daher entsprechend geändert werden. Grund hierfür ist, dass für das Plangebiet derzeit die Ausweisung einer Grünfläche mit Pflanzvorschriften zum Erhalt der bestehenden Vegetation gilt.

Stellungnahmen aus der frühzeitigen Beteiligung:

  • Der Arbeitskreis Naturschutz Ostwürttemberg (ANO) beispielsweise hat angeregt, eine Fassaden- und eine Dachbegrünung oder Photovoltaik-Anlagen verbindlich vorzuschreiben. Zudem sollen die Allee-Bäume entlang der Bischof-Fischer-Straße erhalten bleiben.
  • Eltern von Greutschülern sorgen sich um die Schulwegsicherheit, weil sie künftig im Areal mehr Verkehr befürchten. "Ideal für die Schulwegsicherheit wäre eine Planung, bei der gar keine Tiefgaragenausfahrt der neuen Leitstelle den Schulweg quert." Schließlich gebe es in unmittelbarer Nachbarschaft ausreichend Stellplätze auf einer Parkfläche und zusätzlich auf dem Greutplatz, meinen sie.
  • Eltern von Kindern der Kita im Greut sorgen sich ebenfalls um die Verkehrssicherheit, besonders in der Bauphase.
  • Mehrere private Anwohner fragen nach alternativen Standorten, schlagen beispielsweise hierfür die ehemalige Eishalle vor.

Das sagt die Stadtverwaltung:

  • Eine Dachbegrünung wird verbindlich festgesetzt, Photovoltaikanlagen seien möglich. Eine Fassadenbegrünung aber lasse sich aufgrund der Architektonik des neuen Gebäudes nicht umsetzen.
  • Der Erhalt der Alleebäume entlang der Bischof-Fischer-Straße sei verbindlich vorgesehen.
  • Die alte Eishalle als Alternativstandort für eine Rettungsleitstelle scheide aus, weil die Stadt dort in den Wintermonaten auch weiterhin eine Eisfläche anbieten will.
  • Schulwegsicherheit: Eine Verkehrsschau der Stadt Aalen sei zu dem Ergebnis gekommen, dass keine erhöhte Sicherheitsgefährdung für Schüler und Fußgänger zu erwarten ist. Überwiegend nutzten die Kinder ohnehin nicht den offizielle Schulweg, sondern auf der Abkürzung über den Schützenweg unteregs.
  • Zusätzliche Lärmbelästigung der Anwohner: Damit sei nicht zu rechnen, weil Ausfahrten von Rettungsfahrzeugen künftig weiterhin vom seitherigen Standort des Rettungszentrums ausgehen, meint die Stadtverwaltung.

Das sagen die Fraktionen:

Für die Grünen-Fraktion signalisiert Fraktionschef Michael Fleischer Zustimmung, aber unter folgenden Maßgaben: dass die Baum-Allee verbindlich erhalten bleibt, und dass Dachbegrünung und Photovoltaik in den Bebauungsplan mit aufgenommen werden. "Auch eine Fassadenbegrünung würden wir uns wünschen."

Andrea Hatam stimmt für die SPD zu, "weil klar ist, dass nach 40 Jahren eine neue Rettungsleitstelle gebraucht wird". Allerdings bedauere sie sehr, dass dafür eine bestehende Grünfläche umgewidmet werden muss.

Claus Albrecht stimmt für die Freien Wähler zu und drängt, Photovoltaik im Bebauungsplan festzuschreiben. Er appelliert an die Stadtverwaltung, sich während der Bauzeit um ein gutes Miteinander mit Elternschaft von Schülern und Kindergartenkindern zu bemühen.

Christa Klink (Die Linke) legt Wert darauf, dass die Einwände der Anwohner ernst genommen werden und dass die Stadt die Verkehrssituation im Auge behält.

Der Aalener Gemeinderat wird in seiner Sitzung am 25. Februar über die Bebauungsplanänderungen entscheiden.

Für die Sicherheit von 450 000 Menschen

Die neue integrierte Regionalleitstelle Ostwürttemberg ist ein Gemeinschaftsprojekt der Landkreise Ostalb und Heidenheim. Sie wird – wie die bisherige – 450 000 Einwohner in zwei Landkreisen versorgen. Rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr.

Katastrophenfall: Damit die Versorgung in den Landkreisen Ostalb und Heidenheim auch dann gewährleistet ist, sollte die Leitstelle Aalen ausfallen, ist eine "Redundanz" mit der Leitstelle in Waiblingen (Rems-Murr-Kreis) geplant. Die würde die Aufgaben der Aalener Leitstelle übernehmen – das gilt auch umgekehrt.

Eine vorläufige Modellskizze der neuen eigenständigen Leitstelle im Greut. Quelle: DRK

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