Rund 100 Montagsspaziergänger weniger unterwegs

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Erneut trafen sich die Montagsspaziergänger - diesmal knapp 700 - vor dem Aalener Rathaus zum friedlichen Protest gegen die Corona-Politik, die Beschränkungen und die mögliche Impfpflicht.
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Diesmal in Aalen geschätzt knapp 700 Teilnehmende. Polizei setzt auf Prinzip der Verhältnismäßigkeit.

Aalen. Durchweg friedlich - mit von der Polizei geschätzten knapp 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmern - verlief der erneute Montagsspaziergang in der Aalener Innenstadt. Damit waren es mindestens 100 Teilnehmende weniger als in der Vorwoche, die sich am Montagabend in der Aalener City zum weitgehend stillen Protest gegen die Corona-Politik, die aktuellen Beschränkungen und eine mögliche Impfpflicht versammelten.

Die Polizei flankierte in gewohnter Weise die Spaziergänger, die sich gegen 17.45 Uhr vom Platz am Facharztzentrum über die Mittelbachstraße und den Marktplatz bis hinauf zum Rathaus in Bewegung setzten. Über die Größe des Einsatzes will die Polizei aus taktischen Gründen keine Details bekannt geben. „Wir arbeiten mit den Erfahrungswerten der vergangenen Wochen und haben nicht viel am Einsatzkonzept geändert“, sagt Polizeisprecher Rudolf Biehlmaier auf Nachfrage. Neben Aalen waren es am Montag weitere 27 dieser Veranstaltungsorte im Bereich des Polizeipräsidiums Aalen, mit - laut Biehlmaier - insgesamt rund 6000 bis 7000 Spaziergängern. Da es sich um eine Landeslage handele, müsse das Polizeipräsidium diese Einsätze ausschließlich mit eigenen Kräften stemmen.

Weil sich trotz mehrfacher Lautsprecherdurchsage der Polizei auch diesmal kein Versammlungsleiter outete, wiederholte die Polizei per Durchsage mehrfach ihre Weisungen an die Teilnehmenden, eineinhalb Meter Abstand zu halten und eine Maske zu tragen. Die Stadt Aalen als Ordnungsbehörde hatte diese Auflagen erlassen.

Wer den Weisungen nicht folgt, begeht eine Ordnungswidrigkeit und kassiert ein Bußgeld. Theoretisch. Denn praktisch ist es der Polizei unmöglich, jeden der Teilnehmer ohne Maske zu identifizieren. Eine Rolle spielt auch der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Biehlmaier: „Weil das Recht, sich zu versammeln, ein Grundrecht ist, müssen wir nach dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit vorgehen.“

Die Gegenbewegung der Montagsspaziergänger, das kreisweite Aktionsbündnis „Für ein solidarisches Miteinander im Ostalbkreis“, hatte für diesen Montag, 24. Januar, einen dezentralen Aktionstag ausgerufen. Hatte an Stadt und Händler appelliert, Schaufensterlichter und Straßenbeleuchtung um 19 Uhr auszuschalten. Zu sehen war davon in der City nichts.

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Der sogenannte Montagsspaziergang am 24. Januar 2022 in Aalen.
Der sogenannte Montagsspaziergang am 24. Januar 2022 in Aalen.

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