Saalmieten: Das sollen Stadthalle und KubAA kosten

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Was künftig eine Saalmiete im Kulturbahnhof (KubAA) kosten soll, regelt eine neue Gebührenordnung.
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Florian Münzmay, Leiter von „aalen.kultur&event“, stellt neue Tarife für die beiden Aalener „Kulturtempel“ vor. Wie die Gemeinderäte reagieren.

Aalen

Eine neue Gebührenordnung soll ab 1. Januar 2022 für die Vermietung der Veranstaltungssäle in Kulturbahnhof und Stadthalle gelten. Florian Münzmay, Leiter des städtischen Eigenbetriebs „aalen.kultur&event“, hat den Mitgliedern des Gemeinderatsausschusses Kultur Bildung und Finanzen (KBFA) vor Kurzem die Kalkulation für die dann drei Tarifgruppen vorgestellt:

Neu ist der Business-Tarif mit einer 100-prozentigen Kostendeckung; für eine bis zu sechsstündige Nutzung für Unternehmen, Parteiveranstaltungen, Messen und Privatpersonen.

Der Kultur-Tarif (seither Tarif A) geht von einer 55-prozentigen Kostendeckung aus: für kommerzielle Nutzungen von Kulturveranstaltungen, ebenfalls bis zu sechs Stunden.

Dem Stadt- und Vereins-Tarif (bislang Tarif B) liegt eine 20-prozentige Kostendeckung zugrunde; mit einer bis zu 10-stündigen Nutzung von städtischen Einrichtungen, Vereinen, gemeinnützigen Institutionen, Kirchen und Schulen.

Wie sich die Mietpauschale errechnet: Wie Münzmay erläuterte, setzt sich die Mietpauschale zusammen aus der Tagesraummiete zuzüglich der durchschnittlichen Nebenkosten, jeweils pro Quadratmeter. So wird für eine zehnstündige Vermietung eine Pauschale von 3,10 Euro pro Quadratmeter zugrunde gelegt. Für eine sechsstündige Vermietung sind es 2,62 Euro pro Quadratmeter. Daraus errechnen sich dann entsprechend des jeweiligen Tarifs und der jeweiligen Nutzungsdauer die finalen Raumpreise.

Für welche Locations diese Berechnung gilt: In Ermangelung belastbarer Erfahrungswerte für den neuen KubAA, so Münzmay, werde diese Berechnung sowohl auf Stadthalle, als auch auf den KubAA angewendet. Sie gelte nicht für die Räumlichkeiten des Theaters, des Kinos und der Musikschule. Für deren Mietpreise gelten gesonderte Vereinbarungen.

Oberbürgermeister Frederick Brütting machte deutlich: „Die Tarife werfen keinen Gewinn ab. Wir verdienen nichts daran.“

Das sagen die Fraktionen: Thomas Battran (Grüne) beantragte, dass auch nicht-professionelle Kulturveranstaltungen von örtlichen nicht-professionellen Künstlern in den Stadt- und Vereinstarif aufgenommen werden. OB Brütting signalisierte, dies entsprechend ergänzen zu wollen.

Armin Abele (CDU) wünscht sich einen regelmäßigen jährlichen Bericht über die Anzahl und Art der Buchungen. Und er regte an, den Tarif für Kulturveranstaltungen von sechs auf acht Stunden zu erweitern.

Während Hermann Schludi (SPD) die vorgeschlagene Tarif-Staffelung lobte, äußerte Thomas Rühl (FW) Kritik: „Die Preise gehen nach oben, die Nutzungsdauer nach unten“, beanstandete er. Die Tanzschule Rühl jedenfalls werde die Stadthalle dann nicht mehr mieten, sondern nach Alternativen suchen. Die Unterscheidung in einen A- und B-Tarif hält er für ungerecht. „Sie dürfen sich nicht wundern, wenn nicht-organisierte Veranstalter dann wegbrechen“, wandte er sich an Münzmay.

Roland Hamm (Die Linke) wies darauf hin, dass eine ganze Reihe von unabhängigen und nicht-organisierten Veranstaltern unberücksichtigt bleibe. Er stellte zunächst den Antrag, diese im Stadt- und Vereins-Tarif zu berücksichtigen. Zog diesen aber später wieder zurück, „nachdem er wohl ohnehin keine Mehrheit finden wird“. Zumal OB Brütting den Antrag als „nicht zielführend“ bezeichnet hatte. „Denn dann öffnen wir Nutzungen aller Art Tür und Tor und das geht zulasten unserer Vereine.“

Die Entgeltordnung wird letztlich der Aalener Gemeinderat in seiner Sitzung am Donnerstag, 28. Oktober, beschließen.

  • Saalmieten: ein Beispiel
  • Ja, auch das gehört zur Wahrheit: Mit den vorgeschlagenen Tarifen für Stadthalle und Kulturbahnhof (KubAA) erhöhen sich die Saalmieten.

  • So steigt der Mietpreis etwa für den großen und kleinen Stadthallensaal (684 Quadratmeter) im Stadt- und Vereinstarif von derzeit 304,50 Euro auf 436,39 Euro, bei zehnstündiger Nutzung.

  • Im Kultur-Tarif kostet die sechsstündige Belegung derselben Saalfläche derzeit 785 Euro; künftig sind 985,64 Euro dafür zu berappen.

  • Im Business-Tarif, mit 100-prozentiger Kostendeckung, zahlt man dafür knappe 1800 Euro.
Auch die Aalener Stadthalle ist Bestandteil des Vermarktungskonzepts des städtischen Eigenbetriebs "aalen.kultur&event".

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