Sandra Glahn erklärt, wie wir an unsere Stärken glauben

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Hinter Sandra Glahns "Diamond Project" verbergen sich Karten und Armbänder, die verschenkt werden können und so das Gegenüber würdigen sollen.
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Die 50-Jährige beschäftigt sich seit 15 Jahren mit Wertschätzung. Fünf Tipps zu den Themen Selbstliebe, Gedanken, Emotionen, Würdigung und Miteinander.

Aalen. Wut. Trauer. Ärger. Das sind Emotionen, die wollen gefühlt werden, die wollen an die Oberfläche. Doch viele Menschen wollen diese nicht fühlen, vergraben sie tief in ihrem Innern. Das will Sandra Glahn (50) ändern. Sie bietet Kurse an zum Thema Wertschätzung. Ein Kompliment über die Haarpracht oder die neuen Stiefeletten – wer denkt, dass so dem Gegenüber Wertschätzung gegeben wird, irrt sich. Die Wahl-Aalenerin, die seit 2016 in der Kocherstadt lebt, erklärt, wie mit Emotionen umgegangen werden sollte, was dies mit Wertschätzung zu tun hat und gibt Tipps für den Alltag.

Wer die Frau mit blondem Haar besucht, wird mit einem großen Lachen und einer herzlichen Ausstrahlung begrüßt. „Ich bin Sandra Glahn“, sagt sie und bittet herein ins Arbeitszimmer, es duftet nach Orangen, „Sei realistisch, plane ein Wunder“, steht auf einer Karte auf ihrem Schreibtisch. Wunder sind ein gutes Stichwort. „Jeder von uns ist ein Wunder. Und jeder von uns muss gut mit sich selbst umgehen“, sagt die 50-Jährige, die Kurse in Schulen oder Betrieben anbietet.

1 Selbstliebe

Es sei wichtig, sich selbst anzuerkennen – mit Schatten- und Lichtseiten. Denn erst dann könne dem Gegenüber Wertschätzung erteilt werden. „Man muss die Beziehung zu sich selbst wiederherstellen.“ Wie das geht? Indem wir uns anerkennen und jedem Gefühl begegnen, wie sie sagt. „Das müssten wir eigentlich bereits als kleine Kinder lernen“, sagt Sandra Glahn. Sie ist überzeugt davon, dass Menschen Muster übernehmen und so ihr wahres Ich vor anderen verbergen.

2 Gedanken

„Gedanken kommen und gehen“, sagt sie. Fehler vieler Menschen sei, diese zu glauben. Es sei wichtig zu lernen, dass Gedanken nichts bedeuten. „Das ist eine Tür, die wir nehmen können“, sagt die 50-Jährige, die ihrem Gegenüber beim Sprechen fest in die Augen blickt.

3 Emotionen

„Es muss normal sein, dass Menschen traurig sind.“ Jedem Gefühl müsse begegnet werden können. Wut etwa habe – wenn sie direkt gefühlt wird – eine Schaffenskraft. Und wie mit der Wut umgehen, wenn diese kommt? „Im Auto laut schreien oder in einen Boxsack boxen hilft. Es dauert nicht lange, bis die Wut abfließt“, sagt sie.

4 Das Gegenüber würdigen

Wer sich selbst mag, kann andere wertschätzen, so das Motto der Persönlichkeitstrainerin. „Es ist wichtig, Sachen, die wir beim Gegenüber erleben, zu bemerken.“ Etwa ein Talent, die Hilfsbereitschaft oder auch, wenn die Arbeit erledigt wird. Warum nicht mal der Müllfrau oder dem Postboten „Danke“ sagen? Würdigung brauche Mut und einen Schritt Überwindung, sagt Sandra Glahn, die in einem hellen Raum sitzt, um sie herum flackern Kerzen. Mit ihrem „Diamond Project“, das sind von ihr gestaltete Karten, die verschenkt werden können und Wertschätzung ausdrücken sollen, werde dieser Schritt erleichtert.

5 Das Miteinander

Das Problem in unserer Gesellschaft: „Wir urteilen zu viel übereinander.“ Wer etwa mit einer Kollegin oder einem Kollegen im Gespräch sei, vergleiche sich zu oft mit dem anderen, schaue, wer wo steht. „Wir können uns entweder alle fertig machen oder etwas zusammen machen“, betont sie. Der Weg zum Ziel: Gegenseitige Unterstützung – und mit diesen Worten verabschiedet sich die Brillenträgerin mit einem herzlichen „Tschüss“.

  • Wie kann man sich selbst wertschätzen?
  • Wer Selbstliebe lernen will, dem gibt Sandra Glahn diese Tipps:
  • Zeit für sich nehmen
  • In einem Buch festhalten, wofür man dankbar ist
  • Auf die eigenen Stärken konzentrieren und Schwächen akzeptieren
  • Anstatt auf den Mangel auf die Fülle konzentrieren
  • Eigene Denkweisen hinterfragen - was denke ich in mir über mich?
  • Nicht denken, dass man perfekt sein muss

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