Schätteretrasse bald offen für Radfahrer – die Reaktionen

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Die Schätteretrasse bei Unterkochen. Die Frage, ob Radler über die frühere Bahnstrecke hinauf aufs Härtsfeld fahren dürfen, sorgt seit Jahren für Aufregung. Nun hat ein Gemeinderatsausschuss entschieden: Ja, sie dürfen.
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Das sagen Bürgerinitiative, Fahrradinitiative, die Ortsvorsteherin und die Ortsvorsteher zur Entscheidung.

Aalen

Für Karl Maier ist es ein schwarzer Freitag. Tag 1 nach der Entscheidung "Radfahrer frei" auf der Schätteretrasse im Ausschuss für Umwelt, Stadtentwicklung und Technik (AUST). Seit 2012 setzt sich der Unterkochener dafür ein, dass die ehemalige Bahntrasse hinauf aufs Härtsfeld den Wanderern vorbehalten bleibt. Zuerst mit dem "Bündnis pro Wandertrasse" und zuletzt auch gemeinsam mit der Bürgerinitiative (BI) "Hände weg von der Schätteretrasse".

Karl Maier, Bürgerinitiative: Den geänderten Beschlussvorschlag als Tischvorlage einzubringen, habe die Ausschussmitglieder brüskiert. "Und dann einfach holterdiepolter abstimmen – das geht nicht", sagt Karl Maier. Die geänderte Vorlage hätte zurückmüssen in die Ortschaftsräte, um sie dort zu diskutieren. "Die Sache ist noch nicht vom Tisch", sagt Karl Maier. "Der Widerstand wird jetzt erst groß werden!" Er will sich nun mit den Mitstreiterinnen und Mitstreitern der BI über die nächsten Schritte abstimmen. Der erste Schritt ist aber für ihn schon klar: Die BI will sich ans Regierungspräsidium wenden.

Heidi Matzik, Ortsvorsteherin Unterkochen: Sie blickt zurück auf die vergangenen fünf Jahre, in denen keine Mehrheit für eine Lösung zustande kam. "Daher ist die Ungeduld der Verwaltung verständlich", sagt Heidi Matzik. Nachdem sich auch in den Ortschaftsräten keine Mehrheit für eine Sperrung der Waldhäuser Steige abgezeichnet hatte, sei die Tischvorlage der Verwaltung ein Kompromiss gewesen.

Sie hätte sich gut vorstellen können, dass dieser Kompromiss in den Ortschaften eine Mehrheit gefunden hätte. "Aber ich hätte ihn unbedingt in den Ortschaftsräten diskutiert haben wollen. Von mir aus noch in einer Sondersitzung vor der nächsten Gemeinderatssitzung." Eine Abstimmung im kompletten Gemeinderat hätte der Entscheidung dann größeres Gewicht verliehen.

Parlamentarisch sei der Vorgang nicht verwerflich. Schließlich habe der Ausschuss entschieden, dass er abstimmungsbereit ist und die Entscheidung nicht an den Gemeinderat abgeben will. "Über das Verfahren aber bin ich unglücklich." Trotz des Beschlusses glaubt die Ortsvorsteherin nicht, dass die Sache vom Tisch ist. "Wenn es eine Möglichkeit gibt, Radfahren auf der Trasse zu verhindern, werden die Bürgerinitiativen sie ausschöpfen."

Manfred Traub, Ortsvorsteher Ebnat: "Diese Entscheidung ist einfach ein Schritt dahin, dass viele Radfahrer jetzt das tun dürfen, was sie seit zig Jahren sowieso schon unerlaubt getan haben", sagt Manfred Traub. "Ohne dass es aus meiner Sicht je ein Problem gegeben hätte." Dass die Sache mit dem Beschluss vom Tisch ist, glaubt auch er nicht. "Es steht ja noch der Entschluss des Ortschaftsrats für einen Bürgerentscheid im Raum", sagt er. "Denn unser Entschluss ging weiter und umfasste auch eine Teilöffnung des Tunnels, weil nur so dann die Radwegeverbindung durchgängig und bequem einen Sinn macht."

Karl Dambacher, stellvertretender Ortsvorsteher Waldhausen: "Wir finden es gut, dass der AUST jetzt so abgestimmt hat", sagt Karl Dambacher. Ortsvorsteher Patrizius Gentner ist im Urlaub. Dambacher erinnert daran, dass der Ortschaftsrat mehrheitlich beschlossen hat, dass die Waldhäuser Steige für Autofahrer offen bleiben soll. Dass im Falle einer Sperrung der Verkehr über die Ebnater oder Himmlinger Steige führen sollte: "Das wäre ein Schildbürgerstreich hoch drei gewesen", sagt der stellvertretende Ortsvorsteher. Fahrradfahren auf der Schätteretrasse sieht er dagegen entspannt. "Das läuft doch schon lange, bisher illegal und jetzt dann halt legal."

Andreas Sienz, Critical Mass: "Wir begrüßen diese Entscheidung", sagt Andreas Sienz, Kopf der Fahrradinitiative "Critical Mass" in Aalen. Er ist überzeugt, dass das dem Umweltschutz zugute kommt. Denn nun bestehe eine gute Möglichkeit, ohne Auto aufs Härtsfeld zu gelangen. "Wir hoffen allerdings noch auf eine fahrradfreundliche Möglichkeit, durch den Tunnel oder daran vorbei zu kommen."

Tischvorlage und CDU-Antrag

Tischvorlage: Der Vorschlag der Verwaltung sah vor, die Waldhäuser Steige am Wochenende für Autos zu sperren und die Schätteretrasse unter der Woche für Radler zu öffnen. Das lehnte der Ausschuss ab.

CDU-Antrag: Die Fraktion beantragte, dass die Waldhäuser Steige offen für Autofahrer bleibt und dass die Schätteretrasse den Zusatz "Radfahrer frei" bekommt. Der Antrag wurde mit knapper Mehrheit angenommen.

Mehr zu den Reaktionen: Das sagt das Netz zur Schättere  

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