Schlange am Corona-Schnelltest

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Viele Menschen nehmen das kostenlose Angebot des DRK an. Kurz vor Weihnachten sind Drive-In-Tests geplant.

Aalen. Eingehüllt in Schutzanzüge sitzen sie zwischen Schaufensterpuppen, die starr hinaus schauen. Die Schiebetüren bewegen sich, ein Besucher kommt hinein. Nein, heute gibt es im Second-Hand-Laden "Rot Couture" beim Regenbaum in Aalen keine Kleidung zu kaufen. Eine der Personen im Schutzanzug nimmt einen Nasen-Abstrich. Es ist Samstag und das Deutsche Rote Kreuz, Ortsverband Aalen, hat dort eine kostenlose Corona-Schnelltest-Stelle eingerichtet.

Bereits um 8.30 Uhr hat sich eine Schlange am Regenbaum gebildet. Matthias Wagner, DRK-Kreisgeschäftsführer, steht vor dem Laden und koordiniert sieben ehrenamtliche Helfer. Von 9 bis 13 Uhr wolle man herausfinden, wie das kostenlose Angebot – die Tests werden vom Land Baden-Württemberg gestellt – angenommen wird. Am Samstag könne man 100 Tests anbieten, insgesamt habe man 3000 bekommen, so Wagner. Die sollen an weiteren Terminen Verwendung finden.

Nach 15 Minuten ist jeder Test ausgewertet. Ist die getestete Person negativ, bekommt sie keinen Anruf. Bei einem positiven Fall wird sie kontaktiert, muss in Quarantäne und einen PCR-Test beim Hausarzt oder der Fieberambulanz machen. "Es geht darum, den Bürgerinnen und Bürgern einen Weihnachtsbesuch in den Stunden nach der Testung bei ihren besonders gefährdeten Angehörigen zu ermöglichen", betont Wagner. Übrigens: Sei das Testergebnis negativ, liege mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit keine Infektion vor.

Drei bis fünf Minuten dauert der Abstrich, an zwei Tischen nehmen die ehrenamtlichen DRK-Helferinnen und Helfer die Kontaktdaten auf. Nach 9 Uhr ist die Menschenschlange meterlang. "Wir planen am 23. und am 24. Dezember einen Drive-In-Test", erzählt Bereitschaftsleiter Klaus-Dieter Sternik. Der soll parallel an vier verschiedenen Orten sein: in Aalen beim Rettungszentrum in der Bischof-Fischer-Straße, in Bopfingen bei der Feuerwehr, in Neresheim beim Bahnhofsvorplatz und in Ellwangen auf dem Schießwasen, wobei letzteres noch nicht sicher sei, so Sternik.

Da andere Bundesländer schon länger solche kostenlosen Tests anbieten, ist Wagner froh, dass dies nun auch im Ostalbkreis möglich ist. "Was haben wir für eine Alternative?", betont der Kreisgeschäftsführer und spielt damit auf den ausbleibenden Erfolg des Lockdowns an.

Stunden später ist Wagner zufrieden. "Die Personen verhalten sich diszipliniert." Die Gründe für den Test seien vielfältig. Die einen wollen es wirklich wegen der vulnerablen Gruppen – Oma und Opa – machen, andere möchten in den Urlaub fliegen. Das geht aber nur mit einer Bescheinigung, dass der Test nicht positiv ist, und den gibt's es bei ihnen nicht, wie Wagner sagt. Wieder andere seien gekommen, um herauszufinden, ob sie bereits in der Vergangenheit an Corona erkrankt waren. Diese Hoffnung muss Wagner enttäuschen. "Wir machen einen Antigentest, keinen Antikörpertest".

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