Schnelltests in Apotheken sind gefragt

  • Weitere
    schließen
+
Carina Groeneveld
  • schließen

Symptomfreie Kunden erhalten seit wenigen Wochen Corona-Schnelltests in Apotheken. Für die ist es ein Mehraufwand, für die Getesten geben die Ergebnisse Sicherheit für einige Stunden.

Aalen

Bevor es zu Oma und Opa geht, soll die Sicherheit her, nach einem Besuch bei Freunden die Gewissheit. Apotheken bieten Corona-Schnelltests an, für all diejenigen, die keine Symptome haben und doch eine Absicherung möchten. Das können Reiserückkehrer sein, die vor dem Besuch im Büro ein Ergebnis brauchen. Oder Menschen, die ihre Familienangehörigen im Altersheim besuchen wollen. Zwar ist da der Test oft kostenlos, doch einige Altenheime haben nicht die Kapazitäten, solche Extra-Leistungen zu erbringen.

"Da wollen wir auch die Arztpraxen entlasten und das Ganze entzerren", sagt Carina Groeneveld, die Inhaberin der Volkmarsberg Apotheke – einer von zwei Apotheken im Aalener Umkreis, die einen solchen Schnelltest anbieten. In der Volkmarsberg Apotheke in Oberkochen können sich Menschen ohne Symptome auf das Coronavirus testen lassen. Ebenso bietet auch das Team rund um Andrea Benz in der Aala Apotheke den Schnelltest an.

Üben und fortbilden

Doch warum gibt es den bislang nur an zwei Apotheken im Umkreis, warum nicht überall? Die Voraussetzungen seien nicht für jeden einfach zu erfüllen, beginnt Andrea Benz. "Es ist natürlich zusätzliche Arbeit, man muss sich zuerst einmal mit dem Thema beschäftigen." Es muss eine Fortbildung gemacht werden. Andrea Benz schickte ihren Sohn zur Sicherheit direkt noch in eine Praxis, um beim Arzt den richtigen Abstrich zu üben. Zudem müssen auch die Räumlichkeiten der Apotheke passen. "Man braucht einen separaten Eingang, einen abgetrennten Raum", so Groeneveld. Beide Apothekerinnen sind bei dieser Sache vorne mit dabei, wollen sich aktiv einbringen und scheuen den Mehraufwand nicht. Denn neben den passenden Räumlichkeiten gehört auch die richtige Ausstattung mitsamt Einmalschutzanzug, FFP3-Maske, Gesichtsschild und der anschließenden Dokumentation dazu. Im Voraus muss ein Aufklärungsgespräch stattfinden, später das Testergebnis digital verschickt werden.

Wir wollen die Arztpraxen entlasten.

Carina Groeneveld Inhaberin Volkmarsberg Apotheke

Die Terminvergabe funktioniert ganz einfach online (Aala) und telefonisch (Volkmarsberg). Einen Termin gibt's in beiden Apotheken recht schnell zu haben. Und die Nachfrage sei groß, schildert Benz. "Das Angebot wird sehr gut angenommen. Wir haben damit sicher eine Lücke geschlossen." Auch der Termin läuft für den Kunden ganz unproblematisch und ohne großen Aufwand ab. "Wir testen nur Kunden, die keine Symptome aufweisen", sagt Benz. Diese haben keinen Anspruch auf den kostenlosen PCR-Test, der beim Arzt gemacht wird.

Von jedem Patienten wird vor der Prozedur die Temperatur gemessen, ist die zu hoch, wird kein Test in der Apotheke gemacht, sondern derjenige zum Arzt geschickt. Nach dem Aufklärungsgespräch folgt der Abstrich, der Kunde kann dann schon wieder gehen und bekommt binnen der nächsten 15 bis 20 Minuten das Ergebnis per Mail geschickt. "Das Ergebnis ist allerdings nur eine Momentaufnahme", erklärt Groeneveld.

Für die Kosten müssen die Kunden selbst aufkommen. In den Apotheken kostet der Schnelltest etwa 40 Euro. Die Preise orientieren sich an jenen, die auch Ärzte für solche Tests verlangen. Und die seien aufgrund des Aufwands gerechtfertigt, findet Groeneveld. Ist tatsächlich jemand Corona-positiv, muss die komplette Ausrüstung ausgewechselt und fachgerecht entsorgt werden. "Das wird alles mit einberechnet."

Solche Schnelltests anzubieten, war für beide Apothekerinnen ein großes Risiko ob der Frage, ob das alles so angenommen werde, wie erhofft. "Und wenn niemand gekommen wäre", beginnt Groeneveld, "dann hätte es sich schon allein deshalb gelohnt, weil wir uns im Team gegenseitig testen können", sagt sie weiter.

Andrea Benz
Covid-19-Infektion oder nicht: Der Test schafft Klarheit.

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL