Schnelltests statt Konzerte

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DRK-FSJlerin Sophia Häcker (r.) am Empfang bei der Corona-Teststation in der Stadthalle Aalen. Dort testet das DRK nun in Kooperation mit der Stadt Aalen.
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Die Stadt Aalen hat die Stadthalle für Covid-19-Antigentests freigegeben. Wie die organisiert sind und wie der erste Tag verlief

Aalen

Keine Spur von pandemischer Panik. Ruhig geht es im Foyer der Stadthalle nacheinander weg - nur ich und ein Ehepaar sind im Moment die einzigen Menschen in einer nicht vorhandenen Reihe. Gebe es die, würden rote Markierungen auf dem Boden genau zeigen, wie man in dieser Abstand hält. Hinweise auf die AHA-Regeln gibt es hier überall. Schnelltest statt Konzerte.

Bereits seit einigen Wochen testen einige Ärzte, Apotheken und das DRK an mehreren Stationen Bürgerinnen und Bürger, die das möchten, auf das Antigen. Seit diesem Montagmorgen gibt es nun in der Stadthalle eine weitere Teststation. Auch hier muss man sich telefonisch oder Online voranmelden. Ich hatte online den frühen Montagnachmittag gewählt. Die Bestätigung ging sofort in meiner Mailbox ein, nachdem ich die Anmeldung ausgefüllt hatte.

Im Foyer ist es kalt, meine Jacke lasse ich an. Die Garderobe wäre ohnehin besetzt, denn auf der Theke sind Plexiglasscheiben angebracht. Hinter einer steht FSJlerin Sophia Häcker und erklärt dem Ehepaar, wie alles abläuft. "Wenn der Test negativ ist, bekommen Sie keinen Anruf", sagt sie. Ist er positiv, gibt's die Info nach einer Stunde, wie Häcker erklärt. Warten vor Ort fällt also aus. Wer eine Bescheinigung über sein Testergebnis haben will, bekomme die nach rund 15 Minuten noch vor Ort, so die FSJlerin. Wer es versäumt hat, zuvor das Formular schon auf der Homepage auszudrucken und auszufüllen, kann das in der Stadthalle noch nachholen.

Eine kitzelige Angelegenheit

Wenn der Test negativ ist, bekommen Sie keinen Anruf.

Sophia Häcker FSJlerin beim DRK

So wie ich, als ich an der Reihe bin. Sophia Häcker gibt mir das Formular, ich nehme mir einen desinfizierten Stift. Nach einer Minute bin ich fertig mit Name, Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Kontakt und bekomme zudem zwei kleine grüne Zettel, auf der jeweils die Nummer 88 steht. "Jetzt hinten links rein", sagt sie. Dann sitze ich auch schon in einem kargen Raum. Einen der grünen Zettel und das Formular habe ich abgegeben.

Es ist nicht mein erster Schnelltest – auch dieser kitzelt wieder. Wie kurz vor dem Niesen. In mein rechtes Auge treibt es eine Träne. DRK-Rettungssanitäterin Katja Vogel zieht das Teststäbchen, das wie ein überlanges Wattestäbchen aussieht, aus dem rechten Nasenloch. Dann ist das linke dran. "Fertig", sagt sie nach ein paar Sekunden, und gibt das Stäbchen weiter an Marc Herber. An diesem Montag ist er, ebenfalls hauptberuflicher Rettungssanitäter, der Mann für die Auswertungen.

Einmal pro Woche hat jede Bürgerin und jeder Bürger Anspruch auf einen Corona-Schnelltest. Ist der positiv, wird das Ergebnis von der Teststation ans Gesundheitsamt weitergegeben. Ob vor einer Besprechung mit einem Kollegen, aus beruflichen Gründen oder wegen Reisen ins Ausland – die Gründe, sich testen zu lassen, sind vielfältig. Zumeist seien die meisten, die ein positives Ergebnis bekommen, überrascht und schockiert, weil sie nicht wissen, wo sie sich angesteckt haben, berichtet DRK-Mitarbeiter Felix Gillhuber.

Beim mir fällt nach 15 Minuten der Schock glücklicherweise aus. Negativ steht auf der Bescheinigung. Zumindest für diesen Moment keine Spur aufs Corona-Antigen. Und keine Panik.

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Katja Vogel mit dem Teststäbchen. Kitzelt, tut aber nicht weh.

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