Schottische Musik und Magie

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Das Städtische Orchester bei seinem Frühjahrskonzert in der Aalener Stadthalle.
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Städtisches Orchester, Jugendkapelle und das Vororchester der Jugendkapelle überzeugen am Samstag in der Stadthalle restlos.

Aalen

Unter viel Beifall füllt sich am Samstag die große Bühne der Aalener Stadthalle. Die Jugendkapelle und das Städtische Orchester nehmen Platz und Christoph Wegel, Leiter der Städtischen Musikschule und des Städtischen Orchesters, eröffnen den Abend mit dem schottischen Traditional „Loch Lomond“, arrangiert von Frank Ticheli. Musikalisch wird hier die Geschichte zweier Soldaten erzählt – einer zum Tode verurteilt, der andere freigelassen.

Spätestens jetzt weiß jeder, wohin die Reise führt. Nach Schottland, in die Highlands und an die Küste. Einige der Musikerinnen und Musiker sind entsprechend gekleidet mit Schottenrock und Barrett.

„Hymn of the Highlands“ ist Thema des Abends, entnommen aus der gleichnamigen Suite, mit der das Städtische Orchester später seinen Auftritt einleiten wird.

Das wilde Schottland birgt viele musikalische Facetten, die am Samstag das Publikum begeistern und entführen. Zwei Jahre mussten die Musikerinnen und Musiker ausharren, ehe sie ihre in vielen Stunden geprobten Stücke zu Gehör bringen können. Eigentlich war das Konzert bereits für den 14. März 2020 geplant, musste dann jedoch vier Tage davor wegen Corona abgesagt werden.

Umso mehr fieberte das Vororchester der Jugendkapelle, geleitet von Daniela Müller, ihrem Auftritt an zweiter Stelle entgegen und überzeugte dabei mit einem Tauchgang ins Riff. Dass da auch mal die Schlagstöcke des jungen Perkussionisten zu Boden fallen, könnte an den Geistern, Hexen und Kobolden gelegen haben, um die es im darauffolgenden Stück „Ghost, Goblins and Witches“ geht. In dieser „spuktakulären“ Suite für junges Orchester wird vieles an magischen Zutaten zu einem unterhaltsamen Ereignis vermengt.

Nach den Freiheitskämpfern „Robert the Bruce“ und William Wallace, die auch musikalisch verewigt und vom Vororchester gewürdigt wurden, gab es zumindest für das Publikum einen „Tequila“ von Chuck Rio als Zugabe.

Wer Schottland kennt, weiß um die Wetterkapriolen. Sonne, Wind und Regen, nacheinander, parallel und von Schnee getoppt. Mit „Cloudius... der Wolkenmann“ bringt Daniela Müller jetzt ihr Jugendorchester auf die Bühne, gefolgt von einer Prozession von Magiern, Hexen, Clowns und allerlei Sagenwesen. Diese „Procession of the Sorcerers“ mit zum Teil ineinander verwobenen Themen, ist auf dem Weg zu Merlin. Dass sie dabei auch den von Robert W. Smith komponierten „Hadrians Wall“, unserem Limes ähnlich, passieren mussten, passt zeitlich nicht, thematisch aber eher zu „Harry at Hogwarts“, das nicht nur Harry Potter Fans begeistert. Mit einem Depp-Purple- Medley, bei dem Matteo Konrad am Drumset brilliert, und einer Zugabe verabschiedete sich die Jugendkapelle unter tosendem Applaus.

Drei eindrucksvolle musikalische Collagen, die „Suite from Hymn of the Highlands“, und „Strathcarron“, ein Schwerttanz, der die Bilder um ein weiteres ergänzt, entführen in die abwechslungsreichen Landschaften Schottlands. Leidenschaftlich und in Höchstform ist das Orchester unter der Leitung von Christoph Wegel, wie auch James Bond im Film „Skyfall“, gesungen im Original von Adele.

Das Medley „The Best of Dire Straits“ folgt, wobei Tobias Knecht für sein Solo an der E-Gitarre Zwischenapplaus erntet.

Geendet hat der Konzertabend mit viel Applaus und Jubelrufen, bevor sich das Städtische Orchester mit der Jugendkapelle und dem Stück „I'm gonna be“, das in Schottland bei vielen sportlichen Punktsiegen von den Fans gesungen wird, verabschiedeten.

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