Schubart-Preis an Monika Helfer verliehen

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Fototermin im Kubaa-Foyer mit Preisträgerinnen, Jurymitgliedern und Vertretern von Stadt und Landkreis: (v.l.) Denis Scheck, Dr. Joachim Bläse, Anne-Dore Krohn (mit Kind), Dr. Stefan Kister, Verena Auffermann, Monika Helfer, Thilo Rentschler, Verena Güntner, Markus Frei, Michael Weiler.
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Für ihren Roman „Die Bagage“ erhält Monika Helfer den mit 20 000 Euro dotierten Preis. Der Förderpreis geht an Verena Güntner.

Schubart-Preisverleihung

Zum ersten Mal fand die Verleihung des Schubart-Literaturpreises im Kulturbahnhof statt
Zum ersten Mal fand die Verleihung des Schubart-Literaturpreises im Kulturbahnhof statt © Kulturamt Aalen
Zum ersten Mal fand die Verleihung des Schubart-Literaturpreises im Kulturbahnhof statt
Zum ersten Mal fand die Verleihung des Schubart-Literaturpreises im Kulturbahnhof statt © Kulturamt Aalen
Zum ersten Mal fand die Verleihung des Schubart-Literaturpreises im Kulturbahnhof statt
Zum ersten Mal fand die Verleihung des Schubart-Literaturpreises im Kulturbahnhof statt © Kulturamt Aalen
Zum ersten Mal fand die Verleihung des Schubart-Literaturpreises im Kulturbahnhof statt
Zum ersten Mal fand die Verleihung des Schubart-Literaturpreises im Kulturbahnhof statt © Kulturamt Aalen
Zum ersten Mal fand die Verleihung des Schubart-Literaturpreises im Kulturbahnhof statt
Zum ersten Mal fand die Verleihung des Schubart-Literaturpreises im Kulturbahnhof statt © Kulturamt Aalen
Monika Helfer und Verena Güntner lesen im Aalener KubAA.
Monika Helfer und Verena Güntner lesen im Aalener KubAA. © OLIVER GIERS
Monika Helfer und Verena Güntner lesen im Aalener KubAA.
Monika Helfer und Verena Güntner lesen im Aalener KubAA. © OLIVER GIERS
Monika Helfer und Verena Güntner lesen im Aalener KubAA.
Monika Helfer und Verena Güntner lesen im Aalener KubAA. © OLIVER GIERS
Monika Helfer und Verena Güntner lesen im Aalener KubAA.
Monika Helfer und Verena Güntner lesen im Aalener KubAA. © OLIVER GIERS
Monika Helfer und Verena Güntner lesen im Aalener KubAA.
Monika Helfer und Verena Güntner lesen im Aalener KubAA. © OLIVER GIERS
Monika Helfer und Verena Güntner lesen im Aalener KubAA.
Monika Helfer und Verena Güntner lesen im Aalener KubAA. © OLIVER GIERS

Aalen

Zum ersten Mal fand die Verleihung des Schubart-Literaturpreises im Kulturbahnhof statt, zum letzten Mal moderierte Thilo Rentschler den Festakt als amtierender Oberbürgermeister. Im Publikum, das an diesem Abend Maske trägt, tummelt sich Prominenz aus Kultur, Politik und Gesellschaft. Auch die sechs Mitglieder der Jury, darunter Literaturkritiker Denis Scheck, sind unter den Gästen. Sie haben aus 20 vorgeschlagenen Werken die beiden Preisträgerinnen bestimmt.

Monika Helfer erhält den mit 20 000 Euro dotierten Literaturpreis für ihren Roman „Die Bagage“. So nennt sie liebevoll ihre Familie. Im Buch widmet sich die Autorin dem Leben ihrer Großmutter und Mutter. Ist diese vielleicht ein Kuckuckskind? „Bagage“ bedeutet im Französischen aber auch „Gepäck“.

Darauf nimmt Anne-Dore Krohn in ihrer Laudatio Bezug. „Woran haben Sie zuletzt getragen?“, fragt sie ins Publikum. Und meint damit nicht Tasche oder Koffer, sondern „Gepäck, das man keinem in die Hand drücken kann, Gepäck, das unsichtbar auf unseren Schultern lastet“. Krohn bescheinigt der Schriftstellerin: „Beim Hineinschlüpfen in die Geschichte ihrer „Bagage“ erreicht Monika Helfer eine außergewöhnliche Höhenlage der Erzählkunst.“ Inzwischen ist ein weiteres Buch der österreichischen Autorin über ihre Familie erschienen: „Vati“. Ein Band über den Bruder Richard ist für nächstes Frühjahr angekündigt.

Der mit 7500 Euro dotierte Förderpreis der Kreissparkasse Ostalb geht an die 1978 geborene Schriftstellerin und Schauspielerin Verena Güntner für das Buch „Power“. Ein Titel, der Kraft, Dynamik und Energie verheiße und ein Roman über Selbstbestimmung, sagt Verena Auffermann, wie Anne-Dore Krohn Jurymitglied, in ihrer Rede.

Man habe das Buch „verwundert, erstaunt, begeistert“ gelesen. Im Mittelpunkt des modernen Märchens steht das Mädchen „Kerze“, das Macht hat, zu führen und zu verführen. Auffermann sieht Parallelen zu Jeanne d’Arc und Greta Thunberg.

Um das Thema Familie kreisen auch die Dankesreden der Preisträgerinnen. Ihr erstes Buch entstand im Bregenzer Wald, zwei kleine Kinder zu versorgen und der Mann auf Reisen, erzählt die aus Vorarlberg angereiste Monika Helfer. „Die Bagage“ konnte sie erst schreiben, nachdem die letzte Tante gestorben war. „Ich habe so lange gewartet, bis niemand mehr gekränkt sein konnte“, sagt die 1947 geborene Schriftstellerin.

„Beim Hineinschlüpfen in die Geschichte ihrer „Bagage“ erreicht Monika Helfer eine außergewöhnliche Höhenlage der Erzählkunst.“

Anne-Dore Krohn, Laudatorin

„Ich bin immer noch erstaunt, dass es dieses Buch gibt. Ich wollte es so oft aufgeben, da der Arbeitsprozess von inneren und äußeren Widerständen geprägt war“, verrät Verena Güntner, Autorin von „Power“ und dreifache Mutter. Ihre jüngste Tochter ist während der Arbeit am Roman geboren. Nach kurzer Wochenbettphase und mit winzigem Baby auf dem Arm habe sie sich dann an den Rechner gesetzt. „Zeitgleich mit dem Erscheinen schlossen Schulen und Kindergärten“, sagt Verena Güntner und erzählt von der Erschöpfung nach fast anderthalb Jahren Pandemie.

Aalener Künstlerinnen und Künstler sorgten für den feierlichen Rahmen: Thomas Haller an der Orgel, Saxofonistin Daniela Müller und Jörg Stegmaier mit imposantem Alphorn. Weiter Sängerin Lea-Christin Wilhelmus sowie das Tanzpaar Liane Schieferstein und Dominik Krappmann. Nicht zuletzt die Kinder des Theater-Spielclubs und Schauspieler Philipp Dürrschmied als Schubart.

Im Foyer wurde anschließend zum Sektempfang geladen und die Preisträgerinnen trugen sich ins Goldene Buch der Stadt Aalen ein.

Ist Schreiben und Mutter sein und Widerspruch?

Preisträgerin Verena Güntner sprach in ihrer Dankesrede darüber, wie es ist, zugleich Schriftstellerin und Mutter zu sein. In der Pandemie hatten die Kindereinrichtungen geschlossen. Ihre Texte schrieb sie meist ohne Kinderbetreuung „zwischen allen Stühlen, in schmalen Zeitfenstern, im üblichen Modus, der erschöpfte Überforderung ist“.

Weil es vielen ihrer Kollegen und Kolleginnen mit Kindern ebenso geht, hat sie mit einigen ein Kollektiv gegründet. „Writing with Care/Rage“ tritt für die Vereinbarkeit von künstlerischer Produktion und Familienarbeit ein und fordert eine gerechte Verteilung der Fördermittel.

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