Schule: Masken auch im Unterricht?

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Im Gegensatz etwa zu Bayern wird es in Baden-Württemberg zu Beginn des neuen Schuljahrs keine Maskenpflicht geben. Aber möglicherweise sprechen einzelne Schulen eine Empfehlung aus. Symbolbild: ©Halfpoint - stock.adobe.com
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Wie sich Schulen in Aalen auf das neue Jahr in Vollbesetzung vorbereiten und was Schulleiter von Masken im Unterricht halten.

Aalen

Endlich dürfen Schülerinnen und Schüler wieder alle gemeinsam in den Unterricht. Und "gemeinsam" wird auch das Schlagwort des neuen Schuljahrs sein, denn laut neuer Corona-Verordnung des Landes sollen die Klassen nach Möglichkeit in derselben Gruppierung bleiben. "Damit können Infektionen zwar nicht verhindert werden, aber im Infektionsfall wirken sich dann die Quarantänebestimmungen nicht auf die gesamte Schule aus", das teilte Kultusministerin, Dr. Susanne Eisenmann, in der vergangenen Woche mit.

Nach aktuellem Stand der Verordnung bedeutet dies jedoch auch, dass es im Unterricht keine Maskenpflicht geben wird. Trotzdem spricht sich der Direktor des Kopernikus-Gymnasiums in Wasseralfingen und geschäftsführender Schulleiter der Aalener Gymnasien, Michael Weiler, für eine Empfehlung aus. "Ich empfehle nach bayerischem Vorbild die Maske die ersten 14 Tage nach Schulbeginn im Unterricht zu tragen", sagt er auf Nachfrage. Zumindest in Situationen, in denen Schüler sich beispielsweise im Raum gegenübersitzen.

Über die Verordnung der Landesregierung möchte sich der Schuldirektor jedoch nicht hinwegsetzen, und betont zugleich: "Die Empfehlung gilt nicht für alle Gymnasien und ist auch am KGW keine Pflicht." In einer Sitzung der Gymnasial-Schulleiter in Aalen wolle er das Thema Masken im Unterricht nochmals ansprechen, sagt er.

Keine neuen Hygienekonzepte

An der Karl-Kessler-Schule in Wasseralfingen soll es laut Schulleiter Thomas Brunnhuber ebenfalls keine Maskenpflicht im Unterricht geben. "Nach jetzigem Stand der Verordnung muss eine Maske nur außerhalb des Klassenzimmers getragen werden", sagt er. "Wer jedoch möchte, darf auch eine Maske im Unterricht tragen", fügt Brunnhuber hinzu.

Neue Hygienekonzepte für Schulen, die ab dem 14. September wieder in Vollbesetzung ins neue Schuljahr starten, waren nicht nötig. Das im vorherigen Schuljahr erarbeitete Hygienekonzept, um Infektionen so gering wie möglich zu halten, werde beibehalten, teilen die Schulleiter mit. Das Schubart-Gymnasium, das KGW und die KKS zum Beispiel haben Einbahnregelungen im Schulgebäude und auch zugewiesene Ein- und Ausgänge.

"Bei uns wird es gestaffelte Pausenzeiten geben, damit Schüler so gut wie möglich Abstand halten können", sagt Weiler. Des Weiteren gehören zum Konzept nach wie vor das Lüften der Klassenräume, das Hände waschen und desinfizieren. "Es ist auch möglich, dass Schüler, die nicht die ganze Zeit im Klassenverbund bleiben können, und ihren Schreibtisch wechseln müssen, die Möglichkeit haben, diesen zu desinfizieren", sagt Martin Schaub, stellvertretender Schulleiter des SG.

Ich empfehle, die ersten 14 Tage eine Maske zu tragen.

Michael Weiler Schulleiter KGW

Plan B für mögliche zweite Welle

Die guten Erfahrungen, die Schulleiter mit den digitalen Möglichkeiten aus dem vergangenen Schuljahr gemacht haben, sollen für eine mögliche zweite Welle genutzt werden. "Sollte normaler Unterricht nicht möglich sein, kann die eine Hälfte im Schulgebäude unterrichtet werden und die andere im Homeschooling. Das natürlich im Wechsel", sagt Brunnhuber.

Hinzu komme eine enge Zusammenarbeit des SG mit dem Gesundheitsamt, sagt Schaub. Dieses werde die Schule im Ernstfall beraten. "Wichtig ist uns aber, dass Schule stattfinden kann", betont Schaub.

Lern- und Förderkurse

Durch die Schulschließung zu Beginn der Corona-Pandemie waren Schülerinnen und Schüler verstärkt auf das Lernen zu Hause angewiesen. Um den verlorenen Stoff aufzuholen und schwierige Lerninhalte zu wiederholen, hat das Kulturministerium kurz vor den Sommerferien bekannt gegeben, dass es für die letzten beiden Wochen der Ferien Lern- und Förderkurse anbieten werde. Die sogenannten Lernbrücken haben unter anderem auch Schulen in Aalen angeboten. "Bei uns sind rund 50 Schülerinnen und Schüler im Programm", sagt Thomas Brunnhuber. Der Zusatzunterricht sei zwar freiwillig, aber wurde den Schülern doch empfohlen. "Einen großen Block bildet dabei bei uns die 8. Klasse der Hauptschule", so Brunnhuber weiter. Diese habe die zusätzlichen zwei Wochen Schule gut aufgenommen, so der Rektor.

Klassenlehrer und Lehrkräfte haben dabei im Vorfeld Schülerinnen und Schüler ausgesucht und Schwerpunkte auf die Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch gelegt. Auch das Theodor-Heuss-Gymnasium biete die "Lernbrücke" an, sagt Michael Weiler. Das SG und KGW haben sich gegen das Förderprogramm entschieden. "Wir wollen im kommenden Schuljahr jeweils eine Extraschulstunde anbieten, um den verlorenen Stoff aufzuarbeiten", sagt Michael Weiler.

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