Schulen schneller ans Netz

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Die Schillerschule auf dem Galgenberg hat den digitalen Wandel bereits vollzogen. Unter anderem wurden alle Klassenräume mit Monitortafeln ausgestattet. Archivfoto: opo
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 Die Digitalisierung der 21 Aalener Schulen soll nun in der Hälfte der Zeit gestemmt werden. Ziel: bis Ende 2022 alle Schulhäuser mit IT auszustatten. 

Aalen. Die digitale Ausstattung der 21 städtischen Schulen in Aalen nimmt jetzt, im zweiten Coronajahr, Fahrt auf. Das haben die Stadträte am Mittwoch allseits freudig und dankend zur Kenntnis genommen.

„Wir haben uns der Mammutaufgabe gestellt, um einen ursprünglich auf fünf Jahre ausgelegten Prozess in zwei bis zweieinhalb Jahren zu stemmen“, stellt Bürgermeister Karl-Heinz-Ehrmann fest. Am Mittwoch leitete er die Sitzung des Kultur-, Bildungs- und Finanzausschusses (KBFA) und vertrat damit OB Thilo Rentschler, der aktuell einen dreiwöchigen Reha-Aufenthalt im Schwarzwald antritt.

Michael Hofer, Leiter der Abteilung Schul-IT, lieferte einen Überblick über den aktuellen Stand der digitalen Infrastruktur an den Aalener Schulen:

Ohne W-Lan sind derzeit noch die Braunenbergschule Wasseralfingen, die Greutschule, die Kappelbergschule Hofen, die Langertschule und die Uhland-Realschule. Breitband ist überall vorhanden, mit Ausnahme der Greutschule, wo die Anbindung aktuell in Bearbeitung sei. Wegen eines Defekts an einer Leerrohrverbindung in der Rombacher Straße habe sich die Anbindung verzögert.

Leistung der Internetanschlüsse: Für die Grundschulen sind als Zielgröße 100 Mbit/s vorgesehen, für die weiterführenden Schulen 300 Mbit/s.

Die Investition: In die Medienoffensive an den 21 Schulen investiert die Stadt per Ratsbeschluss 24,36 Millionen Euro. 2,7 Millionen Euro Fördermittel kommen von Land und Bund.

Diese Schulen werden 2021 digitalisiert: Laut Hofer werden im laufenden Jahr jeweils im Zweier-Block sechs weiterführende Schulen digitalisiert. Den Anfang machen das Kopernikus-Gymnasium und das Theodor-Heuss-Gymnasium. Daran schließen sich die Karl-Kessler-Schule und die Uhland-Realschule an, gefolgt vom Schubart-Gymnasium und der Gemeinschaftsschule Welland.

2022 digitalisiert werden die zwei Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) sowie die zehn restlichen Grundschulen, in drei Staffeln zu je vier Schulen. Begonnen wird mit der Gartenschule Ebnat, der Braunenbergschule, der Schwarzfeldschule Dewangen und der Grundschule Waldhausen. Dann werden die Greutschule, die Hermann-Hesse-Schule, die Weitbrechtschule und die Kappelbergschule Hofen digitalisiert. Im letzten Quartal folgen die Grauleshofschule, die Langertschule, die Rombachschule und die Reinhard-von-Koenig-Schule.

1315 mobile Endgeräte (iPads) wurden bereits an Schülerinnen und Schüler ausgegeben. Insgesamt aber werden 6032 Geräte für die Ausstattung aller Schülerinnen und Schüler benötigt.

455 von 671 Lehrkräfte wurden mit Tablets ausgestattet, die fehlenden Endgeräte, so Hofer, seien bereits bestellt.

Workshops für Lehrer: Um den Umgang mit den digitalen Endgeräten zu lernen, hat die Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit der Vhs Aalen modulare Workshops für Lehrer an Aalener Schulen entwickelt. 65 Lehrkräfte haben bisher daran teilgenommen.

Belastungsgrenze erreicht: Das städtische Amt für IT sei an der Belastungsgrenze angekommen, machte Bürgermeister Ehrmann deutlich. Derzeit sei die Abteilung Schul-IT mit vier Personen besetzt, eine fünfte Stelle sei ausgeschrieben. Ehrmann: „Aber es ist gerade schwierig, Personal zu finden.“

Das sagen die Stadträte

Ralf Meiser (Grüne) ist „sehr erfreut“ , weil viele Dinge, die ursprünglich erst 2024 umgesetzt werden sollten, nun auf 2022 vorgerückt seien. „Aber dass Schulen erst 2022 mit W-Lan versorgt werden sollen, ist definitiv zu spät“, merkte er an. An die Stadtverwaltung appellierte er, bei der Ausstattung der Schüler mit iPads „einen Zahn zuzulegen“.

Arian Kriesch (FDI) kritisiert, dass die für die Schulen vorgesehene LTE-Geschwindigkeit für 100 bzw. 300 Mbit/s bei weitem nicht ausreiche. Wenn mehrere Klassen gleichzeitig ins Internet gehen, müsse man mindestens 1 Gigabit ansetzen.

Hartmut Schlipf (CDU) rät, das Verwaltungsnetz und das Netz für den Unterricht voneinander zu trennen. Verwundert sei seine Fraktion darüber, dass die Stadt nur eine weitere Schul-IT-Stelle ausschreibe. „Wir hatten schon in den letzten Haushaltsberatungen mehr Stellen gefordert.“

Hermann Schludi (SPD) zollt der Stadtverwaltung ein „riesiges Lob“. Die Problematik sieht er vor allem in den Breitbandanschlüssen. „Wir brauchen eine Versorgung bis zum Hausanschluss und nicht nur bis zu den Verteilern!“

Roland Hamm (Die Linke) betonte den zeitlichen Aspekt: dass auch in Zeiten der Pandemie die Beschulung der Schüler gewährleistet sein müsse. Darum müsse die Qualifizierung der Lehrer im Umgang mit den neuen Medien vorangetrieben werden. „Wir müssen künftig gewährleisten, dass die Lehrer auch von zuhause aus online unterrichten können.“

Wir haben uns der Mammutaufgabe gestellt.“

Karl-Heinz Ehrmann, Bürgermeister

Warum Gigabit nicht in Frage kommt

Mehr Bandbreite für die Schulen anzubieten, das sei ganz klar eine Kostenfrage, sagt der Leiter der städtischen Schul-IT, Michael Hofer. „Wir können Gigabit bieten, das kostet uns dann aber monatlich etwa 1000 Euro.“ Und: Die Verkabelung in den Gebäuden sei kein Problem. Das Problem liege in der Straße. „Wir schauen, dass wir das gemeinsam mit der NetCom BW hinbekommen.“

Unterstützt wird die Stadt Aalen bei der Umsetzung des Medienentwicklungsplans von der Firma Röwaplan Abtsgmünd.

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