Schulen: So wird Aalen digital

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Die Stadt Aalen gewährleistet, dass alle Schülerinnen und Schüler der 21 Aalener Schulen mit Tablets versorgt werden können. Sofern die einzelne Schule das möchte.
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Die Pandemie erfordert eine schnellere Umsetzung des 2019 beschlossenen Medienentwicklungsplans. Was die Stadträte anmahnen.

Aalen

Wenn der Corona-Krise etwas Gutes abzugewinnen ist, dann das eine: Sie hat ans Tageslicht gebracht, dass es den Schulen – auch in Aalen – an der digitalen Infrastruktur fehlt. Und sie sorgt jetzt dafür, dass Aalen ordentlich aufs Tempo drückt bei der Digitalisierung der 21 städtischen Schulen. Um nicht mehr länger hinter dem technischen Fortschritt hinterherzuhinken, drückt die Stadt Aalen jetzt aufs Gas bei dem im November 2019 vom Gemeinderat beschlossenen Medienentwicklungsplan. Die Folge: Die Revision des ursprünglichen Plans gleicht einem Zeitraffer.

„Wir stehen vor großen Herausforderungen. Die Anstrengungen sind groß, aber wir brauchen auch etwas Geduld bei dem Thema“, schickte OB Frederick Brütting voraus. Die wesentlichen Änderungen stellte dann Bürgermeister Karl-Heinz Ehrmann in der öffentlichen Sitzung des Gemeinderatsausschusses für Kultur, Bildung und Finanzen (KBFA) am Mittwoch in der Aalener Stadthalle vor:

1 Fünf Schulen (Schillerschule, Kocherburgschule, Karl-Kessler-Schule, Kopernikus-Gymnasium und Theodor-Heuss-Gymnasium) haben bereits in Zusammenarbeit mit dem Landesmedienzentrum exemplarisch ihren Medienentwicklungsplan zum Abruf der Fördermittel aus dem Digitalpakt ausgearbeitet.

2 Alle weiterführenden Schulen werden zum Schuljahreswechsel 2021/2022, und nicht erst 2022/2023, ans Breitband angebunden sein.

3 Die Erstausstattung der Schulen soll bereits bis Ende 2022 erfolgt sein, statt wie ursprünglich vorgesehen, erst Ende 2024.

4 Internetgeschwindigkeit: Für die weiterführenden Schulen sind 300 Mbit/s Download und 300 Mbit/s Upload vorgesehen; für die Grundschulen und die Sonderpädagogischen Schulen 100 Mbit/s beziehungsweise 40 Mbit/s.

5 Ausschließlich interaktive Monitore sollen flächendeckend eingesetzt werden, anstelle von digitalen Whiteboards.

6 Tablets für alle Schülerinnen und Schüler: Den Schulen obliegt es, diese abzurufen. „Denn ich kann mir gut vorstellen, dass einige Schulen Tablets nur für Schülerinnen und Schüler bestimmter Klassenstufen anfordern werden“, meint Ehrmann. Alle Lehrerinnen und Lehrer seien bereits mit Tablets ausgestattet.

7 Geringe Mehrkosten: Nach derzeitigem Planungsstand geht die Stadt Aalen davon aus, dass die Erstausstattung der Schulen und die weitere Vereinheitlichung bis 2024 etwa 23,3 Millionen Euro kosten wird, statt der ursprünglich angenommenen 23,16 Millionen Euro.

8 Als pädagogische Plattformlösung soll IServ eingeführt werden, statt paedML.

Die Revision des Medienentwicklungsplans stieß bei den Räten allseits auf positive Resonanz. Aber es gab auch weitere Anregungen und Optimierungsvorschläge.

Ralf Meiser (Grüne) pocht auf eine enge Zusammenarbeit von Stadtverwaltung und Schulen in diesem Thema. „Bedarfsorientiert, ganz eng an den Nutzern. Die Beteiligung der Schulen ist das A & O.“ Und Ralf Meiser ist zudem wichtig, dass die Bedienung und der Umgang mit der neuen Technik auch professionell begleitet wird.

Hartmut Schlipf (CDU) und Hermann Schludi (SPD) pflichten Meiser bei: Für den Umgang mit der neuen Technik bräuchten die Schulen dringend professionelle IT-Unterstützung von außen, damit die neue Ausstattung auch pädagogische Früchte tragen könne.

Thomas Rühl (FW) und Arian Kriesch (FDI) plädieren für eine größere Bandbreite, unabhängig von der Schulart. Kriesch: „Wir müssen Glasfaser in die Schulen verlegen. Denn wenn in einer Schule mehrere Klassen gleichzeitig im Internet arbeiten, kommen von 200 Mbit/s höchstens zwei bis drei Mbit/s gleichzeitig an“, mahnt Kriesch. Damit könne man nicht vernünftig arbeiten. Er forderte die Stadtverwaltung auf, die professionelle IT-Begleitung der Schulen an Spezialfirmen zu vergeben.

Auch Roland Hamm (Die Linke) ist dafür, für die fachmännische Begleitung der Schul-IT auf bewährte Dienstleister zurückzugreifen. Und auch er empfiehlt eine kritische Überprüfung der Themen WLAN und Internetgeschwindigkeit.

Inge Birkhold findet gut, dass alle Schülerinnen und Schüler der 21 Aalener Schulen mit Tablets ausgestattet werden können. „Die Herausforderung, vor denen die Lehrkräfte dann stehen, ist, die analoge Welt mit der digitalen Welt in Einklang zu bringen.“

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