Schulöffnung: Eltern fordern klare Linie

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So wird es ab kommendem Montag wieder in vielen Kinderzimmern aussehen – Präsenzunterricht ist laut Corona-Verordnung nicht möglich.
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Lockdown, Unterricht, Präsenz oder nicht: Aalens Gesamtelternbeirat wünscht sich längerfristige Perspektiven. Schulen sehen sich derweil gut vorbereitet.

Aalen

Vielen Aalener Eltern dürfte der Ausgang des Treffens von Bund und Ländern zur Corona-Pandemie nicht gefallen: Für Schülerinnen und Schüler weiterführender Schulen soll es bis Ende Januar keinen Präsenzunterricht geben, Ausnahmen sind möglich bei Abschlussklassen. Anders als andere Bundesländer will Baden-Württemberg Grundschulen und Kitas ab dem 18. Januar öffnen, sofern es das Pandemiegeschehen zulässt.

Zwar gebe es innerhalb der Elternschaft unterschiedliche Meinungen, berichtet Aalens Gesamtelternbeiratsvorsitzender Wolfgang Schmidt auf SchwäPo-Anfrage. Doch in einem Punkt bestehe Konsens: Man will eine klare Perspektive für die Schulen. "Es muss endlich eine klare Linie geben." Denn das größte Problem für Eltern und Schulen seien die kurzfristigen Entscheidungen der Politik.

Die Eltern fordern von der Politik mehr Weitblick und klare Pläne – "am besten bis Ostern", fordert Schmidt. Denn: "Man muss die Schulen natürlich öffnen, aber vernünftig." Dabei kritisiert er weder Lehrer noch Bildungseinrichtungen. Aber er wünscht sich eine langfristige Planung seitens der Kultusbürokratie. "Freitag kommt eine Verordnung und Montag muss man handeln", berichtet er. Damit zielt er auch auf die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann ab – über deren Entscheidungen herrsche besonders viel Unmut in der Elternschaft.

Schmidts persönliche Meinung: Vernünftig wäre eine vorübergehende Reduzierung des Lernumfangs oder eine Modifizierung des Lehrplans – insbesondere, weil bald Prüfungen anstehen. "Dieses Schuljahr kann man ohnehin nicht als Schuljahr bezeichnen." Und auch wenn die Stadt, was Schmidt lobend hervorhebt, die Schulen mit 1200 Tablets ausgestattet hat: "Bei vielen Schulen sind die technischen Voraussetzungen, zum Beispiel das Internet, ungenügend."

Dieses Schuljahr kann man nicht als Schuljahr bezeichnen.

Wolfgang Schmidt Gesamtelternbeiratsvorsitzender

Michael Weiler, geschäftsführender Schulleiter der Gymnasien in Aalen, betont derweil: "Wir sind auf alles vorbereitet." Er habe ohnehin damit gerechnet, dass ein Präsenzunterricht in vollem Umfang nach den Weihnachtsferien coronabedingt nicht zugelassen wird. Auch er hebt die technische Ausstattung, die die Stadt ermöglichte hervor, und lobt: "Alle Schüler kennen sich mittlerweile mit der Software aus."

Ideen, die Weiler nicht gut gefunden hätte, wie etwa ein täglicher Wechsel des Präsenzunterrichts oder das Unterrichten in Turnhallen, seien mit der neuen Verordnung ja ohnehin vom Tisch.

Unmut über die Politik herrscht auch bei Norbert Schinko, ein engagierter Vater aus Hofherrnweiler, der zumindest für Kita-Kinder und Grundschüler Präsenzunterricht fordert. Als betroffener Vater wandte er sich nun in einem offenen Brief direkt an Bundesfamilienministerin Franziska Giffey. Er fragt: "Warum wurde über den Sommer nichts unternommen, um Szenarien für die aktuelle Lage, die jedem vernünftig denkenden Menschen klar gewesen ist, dass diese so kommen wird, zu entwickeln?"

Darüber hinaus fragt er Giffey: "Ist Ihnen klar, dass Sie seit einem dreiviertel Jahr Solidarität von den Jüngsten unserer Gesellschaft fordern?" – während ein Großteil der Gesellschaftsschicht, die durch die Präventionsmaßnahmen geschützt werden soll, "keine Gegenleistung" erbringe, wie er findet.

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