Schutz vor Corona-Betrügern

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Kriminelle nutzen die Coronakrise für neue Betrugsmaschen. Das eigene Bauchgefühl ist oftmals ein guter Schutz. Symbolbild: Unsplash
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Kriminelle nutzen die aktuelle Situation für neue Formen von Betrugsmails. Ein Experte spricht darüber, wie man sich schützen kann.

Aalen

Trickbetrüger gibt es auch während der Coronakrise. "Uns sind Fälle von Betrügern im Zusammenhang mit Corona bekannt", sagt Bernd Märkle, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Aalen.

Die Kriminellen nutzen die aktuelle Situation und die damit einhergehenden Ängste der Bevölkerung für ihre Maschen. Dabei greifen sie nicht nur auf den altbekannten Enkeltrick oder Fakeshops zurück, sondern versenden auch Betrugsmails. So erhalten potenzielle Opfer beispielsweise Mails von den Betrügern, deren Absender augenscheinlich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist.

Dr. Stefan Dierkes, Geschäftsführer des Theiss & Binkowski Rechenzentrums, spricht im Interview darüber, welche unterschiedlichen Maschen es gibt, wie man sie erkennt, und welche Auswirkungen sie auf ihre Opfer haben können.

Wie schützt man sich vor betrügerischen Mails?

Dr. Stefan Dierkes: Betrügerische Mails erkennt man fast nicht mehr, da diese so gut getarnt sind. Man sollte also immer extrem misstrauisch sein, was Anlagen und Links in E-Mails betrifft. Links oder Anlagen in E-Mails von unbekannten Absendern sollte man gar nicht öffnen. Und bevor man einen Link besucht, ist es ratsam, die tatsächlich hinterlegte Internetadresse durch Überfahren mit der Maus zu überprüfen. Links können beispielsweise auch als Buttons getarnt sein.

Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, Mail-Adressen zu fälschen, damit diese als vermeintlich bekannte Absender erscheinen. Kann man hier etwas tun, um sich zu schützen?

E-Mail-Adressen können sehr einfach gefälscht werden. Man sollte auf sein Gefühl hören, ob die Tonalität des Absenders passt. Zur Sicherheit kann man die vermeintlichen Absender auf anderen Kanälen, zum Beispiel mit dem Telefon, kontaktieren. Denn der Kreativität der Kriminellen sind in diesem Bereich keine Grenzen gesetzt.

Was kann passieren, wenn der Computer doch infiziert ist?

Es kann sein, dass der eigene Computer selbst zur Virenschleuder wird, oder dazu genutzt wird, um Bitcoins zu schöpfen. Das merkt man zum Beispiel daran, dass der Rechner langsamer geworden ist. Oder an ungewöhnlichen Meldungen auf dem Bildschirm. Am offensichtlichsten ist es, wenn der Rechner verschlüsselt worden und eine Lösegeldforderung eingegangen ist. Die bewegt sich oft in Höhen, dass es durchaus schmerzhaft wird.

Was sollte ich in einem solchen Fall tun?

Man kann die Betrüger nicht zurückverfolgen, dennoch sollte man Anzeige bei der Polizei erstatten. Um sich im Voraus zu schützen, sollte man ein Back-Up haben. Am besten zwei an zwei verschiedenen Orten. Dann kann man den Rechner wieder auf einen vorherigen Zustand zurücksetzen. Ansonsten gilt in der IT: Kein Back-up, kein Mitleid.

Dr. Stefan Dierkes,

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