Schwere Vorwürfe gegen Eisler

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Während die Aalener Musikschule im hellen Sonnenlicht steht, brauen sich intern über deren Leiter Ralf Eisler dunkle Wolken zusammen. Teile der Lehrerschaft erheben schwerwiegende Vorwürfe gegen den Musikschuldirektor. Der ist seit Mitte September krankgeschrieben.

Die Vorwürfe gegen den Leiter der städtischen Einrichtung, Ralf Eisler, wiegen schwer. Es geht um dessen Führungsstil und darum, wie Ralf Eisler mit Teilen der Lehrerschaft insgesamt umgeht. Hinzu kommt allerdings die Anschuldigung, der Leiter der städtischen Musikschule habe sich unkorrekt gegenüber weiblichen Mitgliedern des Kollegiums geäußert. Vor diesem Hintergrund haben sich jetzt die Lehrerinnen und Lehrer der Musikschule zu einer Sitzung getroffen. Das Treffen bestätigt der für die Musikschule zuständige Aalener Bürgermeister Karl-Heinz Ehrmann; ebenso wie die Tatsache, dass Eisler seit Mitte September krankgeschrieben ist. Über den Inhalt der Sitzung in dieser Woche will er allerdings keine Auskunft geben.

Welche Vorwürfe konkret erheben Teile des Musikschulkollegiums?

Nach SchwäPo-Informationen gibt es ein internes, mehrseitiges Papier, das auch an Eislers Vorgesetzten, Karl-Heinz Ehrmann, bei der Sitzung in dieser Woche übergeben wurde. Neben dem Vorwurf einer verbalen Belästigung wird auch erhebliche Kritik am Führungsstil des Musikschulleiters geübt. Es sind Begriffe wie arrogant, restriktiv genannt. Zudem wird ihm Mobbing gegenüber Kollegen und Entgleisungen auf Konzertreisen angelastet.

Wie reagieren die Stadt und der Förderverein der Musikschule?

"Es geht hier um Persönliches zwischen dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer", sagt Dezernent Karl-Heinz Ehrmann und spricht von Fürsorgegründen. Daher will er auch keine Stellung beziehen auf die Frage, ob Eisler eine verbale Belästigung vorgeworfen werde. "Ich bestätige nichts, dementiere aber auch nichts", sagt der Schulbürgermeister sibyllinisch. Auch der Vorsitzende des Fördervereins der Musikschule, Günter Höschle, will sich zu den aktuellen Vorwürfen nicht äußern Nur so viel: Es sei ihm sehr wichtig, dass alles in korrekten Bahnen läuft. "Das ist ein schwebendes Verfahren", begründet Höschle seine abwehrende Haltung und verweist auf Karl-Heinz Ehrmann – "als Zuständigen".

Wie geht es nun in der Causa Eisler weiter?

"Wir haben die Dimension erkannt", sagt Ehrmann. Man arbeite ernsthaft und mit zeitlichem Nachdruck an der Angelegenheit. "Ich habe kein Interesse daran, etwas zu verzögern."

Liegt gegen den Musikschulleiter eine Strafanzeige vor?

Karl-Heinz Ehrmann erklärt, dass ihm in dieser Hinsicht nichts bekannt sei. Auch der Ellwanger Pressestaatsanwalt Armin Burger hat bislang keine Strafanzeige gegen den 49-jährigen Eisler vorliegen. Auf Nachfrage bei der Polizei sagt dessen Sprecher Bernhard Kohn: "In unserem System ist ein solcher Vorgang nicht bekannt." Frei interpretiert heißt das: Es könnte dennoch eine Anzeige auf dem Schreibtisch eines Kollegen liegen.

Was sagt Ralf Eisler zu den Vorwürfen?

Der Leiter der städtischen Musikschule war telefonisch nicht zu erreichen, trotz mehrfachen Versuchs.

Ralf Eisler und die städtische Musikschule

Ralf Eisler

leitet seit 2009 die städtische Musikschule Aalen; davor war er als Musikschulleiter im hessischen Lauterbach tätig. Der heute 49-Jährige folgte auf Irmgard Heller im Amt.

Nachdem Udo Lüdeking,

Leiter der Jugendkapelle, in den Ruhestand ging übernahm Eisler das Ensemble, die Stadtkapelle wurde fortan von Alfred Sutter dirigiert.

Alfred Sutter

legte im vergangenen Sommer, aus persönlichen Gründen, wie dieser betont hat, das Dirigat nieder. Im Folgenden übernahm Eisler – in neuen Strukturen – das städtische Orchester, dem seither auch die älteren Mitglieder der Jugendkapelle angehören.

aki

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