Schwester Rosemarie geht nach 50 Jahren in den Ruhestand

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Der Geschäftsführer der katholischen Sozialstation St. Martin, Martin Weweler, und Ute Geist, Bereichsleiterin in Wasseralfingen, haben Schwester Rosemarie Schmid mit einer St. Martins-Figur und Blumen in den Ruhestand verabschiedet.
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Die 79-jährige Ordensfrau hat die katholische Sozialstation in Aalen aufgebaut und viele Jahre geleitet. Wer ihr dankt und was sie selbst erzählt.

Aalen. Bekannt ist sie in Aalen und in Wasseralfingen als Schwester Rosemarie. Sie war es, die 1977 in der Kocherstadt die Sozialstation Vinzenz von Paul aufgebaut hat, die täglich mit ihren Kenntnissen als Krankenschwester pflege- und hilfsbedürftigen Menschen geholfen hat, die lange Jahre als Pflegedienstleiterin organisiert hat, was nur geht, und die als Ordensfrau Nächstenliebe gelebt hat. All das für ein „Vergelt's Gott“. Jetzt ist Ordensschwester Rosemarie Schmid im Alter von 79 Jahren nach 50 Dienstjahren in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet worden.

„Eigentlich hatten wir – der Pandemie wegen – nur eine kleine Feier im Team organisiert. Selbst die mussten wir jetzt absagen“, bedauert Martin Weweler. Das hindert den Geschäftsführer der Sozialstation St. Martin aber nicht, die Verdienste von Schwester Rosemarie ausführlich zu würdigen. „Niemand ist so sehr mit der katholischen Sozialstation in Aalen verbunden wie Sie“, sagt Weweler. Schwester Rosemarie habe ihren Dienst immer treu geleistet, immer mit einer Portion Demut. „Alle, die mit Ihnen zusammengearbeitet haben, schätzen Sie und Ihre Arbeit sehr“, hebt Geschäftsführer Weweler hervor.

Schwester Rosemarie hat Aufbauarbeit geleistet. Sie hat in Aalen die katholische Sozialstation im Jahr 1977 gegründet, und damals bei Null angefangen. Auch das spricht der Geschäftsführer der heutigen Sozialstation St. Martin an, die aus der Fusion der Aalener Sozialstation Vinzenz von Paul und der Ellwanger Sozialstation St. Martin im März 2015 resultiert. Weweler attestiert der künftigen Ruheständlerin, dass sie als Ordensfrau gelebte Nächstenliebe praktiziert habe und als Vorbild gelte. „Ich habe noch keine Pflegefachkraft erlebt, die mit 79 Jahren aus dem Dienst ausscheidet. Das zeigt, wie groß Ihr Verantwortungsbewusstsein ist“, sagt Martin Weweler über die Ordensfrau, die bis zu ihrem 61. Lebensjahr als Pflegedienstleiterin gearbeitet hat, dann das Amt in jüngere Hände übergab, um selbst weiter im zweiten Glied zu arbeiten und vor allem den Menschen zu helfen.

Auch Ute Geist, Bereichsleiterin der Sozialstation in Wasseralfingen, lobt das Engagement von Sr. Rosemarie, spricht vom Humor der Ordensfrau, vom tollen Miteinander und vom unermüdlichen Einsatz. „Wir möchten Ihnen von Herzen dafür ein 'Vergelt's Gott' sagen“, so Ute Geist.

Dass hinter Sr. Rosemarie 50 bewegte Jahre – immer im Dienst am Nächsten – liegen, daran lässt sie in ihrem Rückblick keine Zweifel. Sie erzählt von Einsätzen im Winter, die sie bei Schnee und Eis aufs Härtsfeld geführt haben, vom ersten Toilettenstuhl und vom ersten Pflegebett, das sie selbst aufgebaut hat, vom Lager im Schwesternhaus an der Friedrichstraße sowie vom ersten Badenwannenlifter, der knapp zehn Kilo wog, und den sie unterm Arm von Haus zu Haus zum nächsten Einsatz geschleppt hat. Aber auch das Hier und Jetzt sind Thema. „Ich wünsche mir, dass die Sozialstation St. Martin auch künftig genügend Pflegekräfte hat, um all jenen zu helfen, die Hilfe brauchen.“ Ein weiterer Wunsch sei, dass auch genügend Pflegezeit für die Menschen bleibe, denen man helfe.Ulrike Schneider

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