Sechs, die für den Bundestag kandidieren

  • Weitere
    schließen
+
Auf dem Podium der Aula des THG von links: Jan-Hendrik Czada (AfD), Tim Steckbauer (Die Linke), Roderich Kiesewetter (CDU), die Moderatorinnen Karoline Krannich und Rebecca Schriever, Leni Breymaier (SPD), Margit Stumpp (Grüne) und Arian Kriesch (FDP). Im Vordergrund die Technik
  • schließen

Kandidierende stellen sich der Fragen junger Wähler am THG.

Aalen.Der Politikleistungskurs des Theodor-Heuss-Gymnasiums hatte zur Podiumsdiskussion geladen. Gekommen sind die Bundestagskandidatinnen und -kandidaten aller im Bundestag vertretenen Parteien. So stellten sich am Dienstag den Fragen der beiden Moderatorinnen Karoline Krannich und Rebecca Schriever in der Aula: die Bundestagsabgeordneten Roderich Kiesewetter (CDU), Leni Breymaier (SPD) und Margit Stumpp (Gründe) sowie die Kandidaten Jan-Hendrik Czada (AfD), Arian Kriesch (FDP) und Tim Steckbauer (Linke).

Er ist die erste Runde, bei der sich alle Kandidaten der im Bundestag vertretenen Parteien in diesem Jahr im Wahlkampf begegnen. Die Fragen der jungen Politikinteressierten sind umfassend. Es geht ums Klima, um Gleichberechtigung, Familie und Beruf, um Migration, um Waffenlieferungen und Krisengebiete.

Die beiden Moderatorinnen lenken die Debatte, die in die Klassenzimmer gestreamt wird, geschickt. Stellen Fragen in die Runde, konfrontieren die einzelnen mit Aussagen ihrer Partei.

Ein Streiflicht:

Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Es besteht Nachholbedarf. Jedoch nicht aus der Sicht aller. Roderich Kiesewetter fordert, dass Männer das eigene Bild verändern müssten sowie ein neues Rollenbild und verbesserte Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Leni Breymaier, Margit Stumpp und Tim Steckbauer sind sich einig, dass das Ehegattensplitting abgeschafft gehöre. Erfahrungen aus dem persönlichen Umfeld untermauern die Positionen. Wie auch bei Arian Kriesch. Er plädiert dafür, jedem und jeder die Wahl zu lassen. Jan-Hendrik Czada indessen spricht davon, dass Gleichberechtigung bereits erreicht sei.

Die Frauenquote: Leni Breymaier betont, dass „Firmen erfolgreicher sind, wenn auf der Führungsebene Frauen vertreten sind“. Der Ansicht schließt sich auch Kiesewetter an, selbst wenn er innerhalb der CDU-Fraktion dabei zu einer Minderheit zählt. Während Tim Steckbauer und Margit Stumpp für eine Quote sind, vertritt Kriesch seinem Parteibuch entsprechend den liberalen Standpunkt, ohne Vorgaben. AfD-Mann Czada betont, „dass gute Politik sich nicht am Geschlecht festmacht“.

Homosexualität und Ungarns „Zensur-Gesetz“: Die Frage aus dem Plenum der Schüler zielt darauf ab, dass in Deutschland homosexuelle Männer kein Blut spenden dürfen: Das muss unbedingt geändert werden, sind sich alle Gefragten einig – Czada bleibt bei dieser Frage außen vor.

Außenpolitik: Die Jugendlichen sprechen den Ukrainekonflikt, Nordstream II sowie Waffenlieferungen in Krisenregionen an. Die Antworten entsprechen den klassischen Positionen ihrer Parteien. Breymaier fordert ein EU-Rüstungsexportgesetz, Kiesewetter dankt Habeck für dessen Äußerung zu „Defensiv-Waffen-Lieferung“ und Czada äußert sich pro-russisch und pro Nordstream II. Während sich Breymaier für ein Moratorium nach der Fertigstellung der Pipeline ausspricht, lehnt Stumpp die Pipeline ab und verweist auf erneuerbare Energien.

Asylpolitik: Kiesewetter fordert, Frontex zu stärken, kritisiert aber gleichzeitig deren Rechtsbruch in der Ägäis, wo Flüchtlingsboote abgefangen wurden. Stumpp und Breymaier mahnen mit Blick auf die Flüchtlingskrise mehr Solidarität innerhalb der EU an. Und Steckbauer denkt an eine staatliche Seenotrettung und fordert, wie die andern, bis auf Czada, Lösungen außerhalb Europas.Ulrike Schneider

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL