Sechs Künstler, drei Bühnen und ein Spaziergang

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Die Siedlergemeinschaft Pelzwasen organisiert ein besonderes Konzert für besondere Zeiten. Wie das funktioniert.

Aalen

Ich will verweilen, wo ich jetzt gerade bin" singt Axel Nagel in einem seiner Lieder. Verweilen an schönen Orten und Musik bei sommerlichem Wetter im Grünen genießen – das konnten am späten Samstagnachmittag die Besucher des ersten Pelzwasener Kulturspaziergangs (KuSpaz). Sechs Musiker aus der Region traten auf drei Bühnen im Quartier auf.

"In dieser kunstlosen Zeit wollen wir etwas Kulturelles für die Seele anbieten", sagt Bernd Weingart vom Organisationsteam der Siedlergemeinschaft, "und zeigen, dass der Pelzwasen lebt". Der KuSpaz sei auch ein Ersatz für das Siedlerfest, das in diesem Jahr ausfallen musste. Peinlich genau habe man sich nach den Corona-Bestimmungen gerichtet, erzählt Weingart.

Deshalb wurde die Veranstaltung im Vorfeld nicht in der Öffentlichkeit beworben. Die 120 Besucher sind alle Mitglieder der Siedlergemeinschaft, die persönlich angesprochen oder angeschrieben wurden und die sich mit Namen und Adresse angemeldet haben. In sechs Gruppen mit je 20 Personen sind die Spaziergänger unterwegs von Bühne zu Bühne, geführt von sechs Begleitern. Einen malerischen Ausblick aufs Taufbachtal und die umliegenden Felder bietet sich vom Bolzplatz hinter dem Droste-Hülshoff-Weg. Hier spielen Christian Bolz (Saxophon) und Markus Braun (Kontrabass) unterm Zeltdach, während die Zuhörer es sich unter schattigen Obstbäumen bequem machen. Swing, Salsa und ein Tango, den Bolz mit geheimnisvoll-rauchigem Ton anstimmt, warm umhüllt vom Zupfen der Basssaiten. Eine Handvoll Titel, dann ist die Zeit schon um und es geht weiter zu den Mammutbäumen.

Dort geben Sänger und Gitarrist Axel Nagel und Matthias Kehrle (Schlagwerk, Bassgitarre) "eines unserer kürzesten Konzerte", wie sie sagen. 25 Minuten sind pro Auftritt eingeplant. Das genügt, um das Publikum mitzureißen. Mit Titeln, die von der Suche nach dem tasmanischen Tiger oder dem Dromedar im Tanzpalast erzählen. "Die heiße Schlacht am kalten Büffet" von Reinhard Mey gibt's als Zugabe und ist dem Catering-Team gewidmet, das Getränke und Würstchen anbietet. Aber nur die erste Strophe, für mehr reicht die Zeit nicht.

In dieser kunstlosen Zeit wollen wir etwas Kulturelles für die Seele anbieten.

Bernd Weingart Siedlergemeinschaft Pelzwasen

Der Spaziergang führt zur nächsten Bühne in der Meisenstraße. Zwischendurch wird zu einem kleinen Schnaps eingeladen, ehe Steffen Köble (Kontrabass) und Claudius Zott (Gitarre) im Garten des neuen Quartierstreffs starten. Ihre Songs übers Geld, die Ankunft der Marsianer und die hübsche Zahnarzthelferin Natascha sorgen für prächtige Stimmung.

Die Zuhörer sind durchweg begeistert vom ersten Kulturspaziergang. "Super Idee", "tolle Organisation", "coole Locations" sind nur einige der Stimmen, die den Veranstaltern großes Lob zollen.

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