Sechs Minuten 40 für OB-Kandidaten

  • Weitere
    schließen
+
Gerburg Maria Müller und Thomas Maile moderieren die Pecha-Kucha-Nacht am SchwäPo-Verlagshaus. Rund 100 Zuhörerinnen und Zuhörer erleben die Präsentationen der fünf Aalener OB-Kandidatinnen und Kandidaten.
  • schließen

Die Bewerberinnen und Bewerber für den OB-Posten klettern für die SchwäPo-Pecha-Kucha-Nacht aufs Rednerpult. Was sie in kurzer Zeit rübergebracht haben.

Aalen. Fünf Bewerberinnen und Bewerber, jeder mit 20 Powerpoint-Folien à 20 Sekunden im Gepäck. Ergo: sechs Minuten und 40 Sekunden für eine Präsentation. Diese Zeit stand jedem der fünf OB-Kandidatinnen und Kandidaten beim Pecha-Kucha-Wahlabend mit der Schwäbischen Post zu. Die jeweiligen Redner nutzten ihre Zeit, um sich und ihre Ziele für die Stadt Aalen kurz und knapp vorzustellen. An der Reihenfolge der Redner machten die beiden Moderatoren Gerburg Maria Müller und Thomas Maile nicht lange herum. „Die haben wir einfach vom Stimmzettel genommen.“

Frederick Brütting: Mit „Hallo Aalen“ auf der ersten Folie begrüßte Heubachs Bürgermeister Frederick Brütting (SPD). Zunächst ging's in die Vergangenheit: geboren in Neresheim, Abitur in Aalen, das Jurastudium. Für ihn von Vorteil, wie er sagt. Diese Kenntnisse habe er in seine Karriere als Kommunalpolitiker nutzen können. Dabei habe er auch gelernt, den Mut zu haben, Neues zu gestalten. Dann ging's um die Zukunft. „Aalen ist eine Stadt, die groß ist, viel Fläche hat.“ Einerseits eine Stärke, andererseits Herausforderung. Es gelte, Ortsteile zu stärken. Auch die Jugend dürfe nicht auf der Strecke bleiben. Die Innenstadt solle als Schaufenster der Stadt gefördert werden, genauso wie Handwerk und Wirtschaft.

Marcus Waidmann: Der 54-jährige AfD-Stadtrat zeigte sich als bürgernaher Kommunalpolitiker, im Gespräch mit einer Bürgerin. Darauf folgte ein Luftbild der Innenstadt. Mit Dachbegrünung. „Nur leider kriegt man davon in der Fußgängerzone nichts mit, weil wir sie nicht sehen.“ Dort gebe es noch Luft nach oben. Ebenfalls wichtig für ihn: Bürgerentscheide. „Ein Teil einer modernen Demokratie.“ Auch kostenloses Parken in der Innenstadt ist eine seiner Forderungen. Ferner gelte es, die Wirtschaft zu stützen, wo es geht. „Erfolg darf nicht ver- oder behindert werden.“ Ortsteile, Sport, vor allem für Jugendliche. Er resümiert: „Das Leben muss und sollte weiterhin Spaß machen.“ Denn nur dann sei es auch lebenswert.

Matthias Müller: Der 53-Jährige sprach, „dass ihr ein Bild von mir habt“. Der gebürtige Aalener war in verschiedenen Vereinen aktiv, besuchte eine Meisterschule in Göppingen, setzte den Techniker in Kiel oben drauf. „Nach der Lehre bin ich zur Marine gegangen.“ Genauer gesagt auf das Unterseeboot 23. „Das war eine tolle Sache, das hat mich auch geprägt.“ „Du musst etwas für Aalen machen“, habe er sich immer wieder gedacht. So kam er zum Gemeindevollzugsdienst. „Da kannst du den Bürgern helfen“, habe er dort erfahren. Doch er wollte mehr. „Dann kam die Stellenausschreibung zum Oberbürgermeister.“ Er stellte eine Agenda auf, reichte seine Bewerbung ein. Worauf er Wert legt: „Dass ich die Verwaltung auf Augenhöhe treffe, den Gemeinderat auf Augenhöhe treffe, so dass wir die Bürgerinnen und Bürger auf Augenhöhe treffen.“

Stefan Schmidt: Mit den Worten: „Das ist mein neuer Arbeitsplatz“, begann Stefan Schmidt (die Basis). Im Hintergrund ein Foto des Aalener Rathauses. „Grundrechte, die einem von der Politik genommen und gegeben werden sind keine Grundrechte.“ Er prophezeite Leerstände in mindestens einem Viertel aller Geschäfte in Folge der „Coronaplandemie“. Auch Feste, wie die Reichsstädter Tage werde es künftig nicht mehr geben. Große Teile der Gesellschaft würden „zu Tode geschützt werden“. Für einen Seitenhieb gegenüber Mitbewerber Brütting erntete er Buhrufe seitens des 100-köpfigen Publikums. E-Mobilität werde er außerdem nicht unterstüzen. Für die Worte „ich würde mich freuen, wenn Sie mir am 4. Juli Ihre Stimme schenken“, erntete er neben Applaus Gelächter.

Catherine Rommel: Auch Catherine Rommel (CDU) erklärte ihrem Publikum, welchen Werdegang sie durchlief. Dann ging sie näher auf ihre Kandidatur ein. „Ich will stärken, was unseren Wohlstand sichert.“ Es brauche Nachhilfekonzepte für Bildungslücken, die Ehrenamtskarte des Landes könne der Pflege und Vereinen zugute kommen. Vereine generell sowie das Ehrenamt für sie „superwichtig“. Auch Kultur dürfe nicht vergessen werden. „Die Stärkung der Kultur ist dringend notwendig. Kunst muss wieder etwas Wert sein.“ Ihr Ziel: „Auf Augenhöhe und mit Bürgerbeteiligung dieses Jahrzehnt für Aalen gestalten.“

Ein Video der gesamten Veranstaltung können Sie in voller Länge auf unserem Youtube-Kanal und auf unserer Facebookseite anschauen.

Termine für die Wahlgänge zur OB-Wahl

Wahltermin ist am Sonntag, 4. Juli. Gewählt ist, wer mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen erhalten hat. Entfällt auf keinen Bewerber mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen, findet eine Neuwahl statt: am Sonntag, 25. Juli. Dann entscheidet die höchste Stimmenzahl.

Der Livestream zum Nachschauen:

Frederick Brütting
Marcus Waidmann
Matthias Müller
Stefan Schmidt
Catherine Rommel

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL