Seilbahn-Entscheidung verschoben

  • Weitere
    schließen
+
Einer Idee der Grünen im Gemeinderat zufolge könnte eine urbane Seilbahn von Oberkochen über Unterkochen hinauf aufs Härtsfeld für weniger Verkehr auf der Ebnater Steige sorgen. Montage: ca
  • schließen

Mit der Gondel hinauf aufs Härtsfeld? Ein Ausschuss des Gemeinderats hätte am Donnerstag über die Machbarkeitsstudie dazu entscheiden sollen. Doch dann kam alles anders.

Aalen

Mehrheitlich hat sich der zuständige Ausschuss des Gemeinderats gegen die Machbarkeitsstudie zur Seilbahn ausgesprochen. Die sieben Räte der Grünen-Fraktion stimmten für die Studie, Norbert Rehm (FDI) enthielt sich, alle anderen stimmten dagegen. Anders als geplant, war das aber noch nicht die endgültige Entscheidung. Auf Vorschlag der Grünen hatten sich die Räte zuvor darauf verständigt, das Thema nur vorzuberaten.

Nach einer Idee der Grünen-Fraktion könnte eine sogenannte urbane Seilbahn Oberkochen, Unterkochen und Ebnat miteinander verbinden und damit die Ortsdurchfahrt Unterkochen und die Ebnater Steige entlasten. Gabriele Ceferino verteidigte die Idee. Sie kam auf Gegenargumente zu sprechen: Zu wenige würden das Angebot nutzen, zu wenige Personen könnten mitfahren, der Bau sei zu teuer. Doch das alles könne erst die Machbarkeitsstudie klären. Rund 8000 Euro würde eine solche Studie kosten. "Es geht darum, in neuen Formen zu denken, ohne es im Voraus besser zu wissen", sagte sie. Erster Bürgermeister Wolfgang Steidle fasste die Stellungnahmen dreier Ämter zusammen, die die Idee geprüft hatten: "Von allen drei Ämtern gab es ein eindeutiges Nein." Stattdessen werde empfohlen, vorhandene Strukturen auszubauen. Als Beispiel nannte Steidle den öffentlichen Nahverkehr im Allgemeinen und den Ausbau der Brenzbahn und die bessere Vertaktung im Nahverkehr im Speziellen, den Ausbau der Radwege oder die Bildung von Fahrgemeinschaften.

Von den anderen Fraktionen gab es teils heftigen Gegenwind. "Für uns ist das eine Luftnummer und sonst gar nichts", sagte zum Beispiel SPD-Fraktionsvorsitzender Hermann Schludi und fügte an: "Wir sind in einer Phase der Haushaltskonsolidierung, Corona schwebt über uns und da haben wir keine anderen Sorgen als eine Seilbahn aufs Härtsfeld?" Anerkennung gab es nur von Claus Albrecht von den Freien Wählern. "Mutig und kreativ" nannte er die Idee, sprach sich aber letztlich ebenfalls dafür aus, den vorhandenen öffentlichen Nahverkehr weiter auszubauen.

Für uns ist das eine Luftnummer.

Hermann Schludi SPD-Fraktionsvorsitzender

Ein Antrag der Grünen, die Seilbahn von Oberkochen über Unterkochen aufs Härtsfeld in das Positionspapier zum Mobilitätspakt mitaufzunehmen, war zuvor schon gescheitert. Das Papier, das die Landkreise Ostalb und Heidenheim zur Verbesserung der Verkehrssituation in der Region gemeinsam ausgearbeitet haben, enthält die Idee einer schnellen Seilbahnverbindung zwischen Aalen und Heidenheim. Die Räte einigten sich aber darauf, dem Papier grundsätzlich zuzustimmen, ohne redaktionelle Änderungen daran vornehmen zu wollen. Wenn jedes beteiligte Gremium Änderungen wolle, würde das den Prozess zu kompliziert machen, argumentierte Oberbürgermeister Thilo Rentschler. Schließlich handle es sich um ein Positionspapier. Eigene Ideen könne man zum Thema immer noch in die Diskussion einbringen.

Grünen-Fraktionsvorsitzender Michael Fleischer sprach von der Pulverturmtrasse als einer Alternative zur Seilbahn. Den Punkt 9 im Positionspapier "Prüfung einer zusätzlichen ortsdurchfahrtsfreien Mobilitätsachse zwischen der B19 zur Autobahn" interpretierte er als Machbarkeitsstudie für die Pulverturmtrasse. "Warum verdammt noch mal macht man nicht beides und stellt beides dann gegenüber?", fragte er.

Die Entscheidung über die Machbarkeitsstudie zur urbanen Seilbahn trifft nun der Gemeinderat. Der kommt das nächste Mal am Donnerstag, 23. Juli, zusammen.

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL