Selbsthilfe gegen Burnout

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Rolf Siedler

Austausch in der Gruppe. Ein neues Angebot der katholischen Betriebsseelsorge.

Aalen

In unserem Arbeitsleben nimmt der Leistungsdruck immer stärker zu, die Geschwindigkeit wird schneller, die Aufgaben werden komplexer, die Digitalisierung lässt so manchen zurück. Wertschätzung und Individualität, das Menschliche zwischen den Hochleistungsschranken, geht verloren – ein Thema auch für die Betriebsseelsorge: "Die Signatur unserer Zeit", nennt es Betriebsseelsorger Dr. Rolf Siedler. Deshalb nimmt die Betriebsseelsorge den Faden der Burnout-Selbsthilfegruppe wieder auf. Jeden dritten Donnerstag im Monat gibt es von 18 bis 19.30 Uhr die Möglichkeit, sich mit Menschen in einer ähnlichen Situation zu treffen, sich auszutauschen. "Wir bieten den Rahmen dafür", beschreibt Karolina Tomanek.

Die 37-jährige Theologin, seit einem halben Jahr in der Aalener Betriebsseelsorge tätig, freut sich, dass sie das Angebot gemeinsam mit Rolf Siedler wieder aufleben lassen kann und dadurch Frauen und Männern geholfen wird, die durch verschiedenste Auslöser im Burnout gelandet sind. Die Zielgruppe der Selbsthilfegruppe kann sich in verschiedenen Stadien befinden: Zum einen sind Menschen willkommen, die spüren, dass ein Burnout kommen könnte und die vorher noch die Reißleine ziehen wollen. Zum anderen ist ein Personenkreis denkbar, bei dem die Diagnose feststeht, aber noch eine Zeit bis zur Therapie zu überbrücken ist. Und eine weitere Gruppe ist zur Teilnahme in der Selbsthilfe denkbar, nämlich diejenige, die bereits eine Therapie gemacht hat und droht, wieder in einen Burnout zu schlittern.

Burnout ist keine Modekrankheit mehr.

Karolina Tomasek Theologin

"Schon längst ist der Burnout keine Modekrankheit mehr", sagen Karolina Tomanek und Rolf Siedler. Das Fatale an der Krankheit an sich sei, dass man es selbst oft nicht sieht. "Man befindet sich oft wie in einem Tunnel." Und was den Burnout von anderen Erkrankungen unterscheidet, ist die Tatsache, dass Betroffene die Ursache der Krankheit bei sich selbst suchen. "Das ist ein ganz anderer Zugang zum Überwinden einer Krankheit", so die beiden Theologen. Unter anderem an diesem Punkt will die Selbsthilfegruppe ansetzen. Die Burnout-Selbsthilfegruppe findet in den Räumen der Betriebsseelsorge statt. Es ist eine völlig offene Gruppe, zu der man sich nicht anmelden muss.

Die nächsten Termine sind: 17. Oktober, 21. November, 19. Dezember, jeweils 18 bis 19.30 Uhr.

Karolina Tomanek
Burnout ist ein großes Thema für die Betriebsseelsorge. Selbsthilfegruppen sind ein Angebot und eine Anlaufstelle für betroffene Frauen und Männer. Symbolfoto:

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