Selbstversuch Kältesauna: Wie sich drei Minuten bei 160 Grad minus anfühlen

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Temperaturen im dreistelligen Minusbereich? Klingen tödlich, sind sie aber nicht zwangsläufig. Das beweist der Selbstversuch in Patrick Melonis Kältesauna M3Cryo.
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In dieser Kammer herrschen Temperaturen jenseits des Gefrierpunktes. Wie sich ein Kältesaunagang anfühlt.

Aalen. Der Sommer war kalt? Mag sein. Aber hiervon war er dennoch meilenweit entfernt. In Patrick Melonis Kältesauna "M3Cryo" in Aalen wird's richtig kalt. 160 Grad Celsius unter dem Gefrierpunkt, um genau zu sein. Wie sich ein solcher Saunagang anfühlt und wie man sich danach fühlt, zeigt der Selbstversuch.

Handschuhe, Socken mit gefütterten Schlappen und die Unterhose - mehr hat man in der Kältekammer nicht an. Ungefähr 20 Grad minus herrschen darin bereits, als es reingeht. Dann drückt Kältemeister Meloni aufs Knöpfchen - und es wird richtig kalt. Ein Gemisch aus Stickstoff und Luft flutet die Kammer, wabert um mich herum. Härchen an Armen und Beinen stellen sich auf und auch die Muskeln, wenn man die so nennen mag, lassen nicht lange auf sich warten. Das Gezittere beginnt. "Alles okay?", fragt der Kältemeister, der neben der Kältekammer steht. "Alles okay", entgegne ich. Noch ist alles dran.

Drei Minuten soll ich in der Kammer aushalten, in der die Temperatur zwar schwankt, allerdings immer im dreistelligen Bereich unter Null liegt. Auf der Stelle marschieren soll ich. Hält den Kreislauf in Schwung. Zitternd und bibbernd mache ich also meine Schritte. Kalt ist es trotzdem. Versucht man zu sprechen, wackelt die Stimme regelrecht, weil der Körper so gut wie nicht stillhalten kann. Allerdings ist es alles andere als unerträglich. Die knappen zwei Grad an einem nasskalten Dienstag im November sind um einiges unangenehmer, als die 160 Grad minus in der Kältekammer.

"Jetzt kannst du dich einmal umdrehen", weist Kältemeister Meloni an. Gesagt, getan. Aber warum jetzt genau? Die Kälte komme hauptsächlich aus dem Teil der Kammer, dem ich anfangs den Rücken zudrehte. Dass die Kälte jetzt den nackten Bauch trifft, das spürt man. Nach wie vor auf der Stelle marschierend starre ich den Timer an. Die letzten Sekunden laufen ab, dann ist der Saunagang schon vorbei.

Wieder im zimmertemperierten Raum angekommen, beginne ich aufzutauen. Wie ich mich fühle? Das Gefühl, barfuß durch den Schnee zu flitzen, kombiniert mit eiskaltem Wasser im Gesicht am Morgen. In etwa so. Am ganzen Körper. Aufgeweckt könnte man es nennen, ein bisschen wie "neu gestartet". Wieder draußen im herbstlichen Wetter fällt mir auf: mir ist gar nicht kalt. Bei der Ankunft habe ich aber gefroren. Interessant. Aber was genau soll ein solcher Saunagang bringen? Patrick Meloni nennt drei "Kategorien".

Gesundheit: Ein Kältesaunagang, auch Intensivlältetherapie genannt, stärke das Immunsystem. Auch könne sie bei verschiedenen Krankheitsbildern, wie zum Beispiel Rheuma oder Neurodermitis helfen. Fitness: Sportlerinnen und Sportlern könne ein Saunagang bei der Regeneration helfen. "Regeneration für Körper und Geist", wie Meloni es nennt. Mit anderen Worten: Muskelkater vorbeugen. Ebenso könne er leistungssteigernd wirken. Und zu guter Letzt, für (hoffentlich) gesunde, Gelegenheitssportler wie mich: Lifestyle. "Es kennt noch keiner", sagt Meloni. Die Neugier und der Kältekick seien ebenfalls Gründe, weshalb er Termine vergibt.

  • Die Kältesauna "M3Cryo" ist Fitnessstudio "Activegym" im Ostertaggebäude in Aalen. Einen Kältesaunagang gibt's nur nach Terminvereinbarung. Termine gibt's telefonisch unter (0151) 44357280 oder per Mail an info@m3-cryo.de.

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